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Jan Zimmermann

Nationalität:
Deutschland
Geburtstag:
18.04.1985
Bei Eintracht seit:
30.06.2017

Zimmermann, der Verbindungsmann

Jan Zimmermann ist ein echtes Eintracht-Urgestein. Er kam zur Saison 1994/95 in die Jugendabteilung an den Riederwald und durchlief danach die Jugendabteilungen bis hin zur U23. Auch sein Profidebüt gab der 1,90 Meter große Schlussmann in der Bundesliga bei der Eintracht Nach Stationen beim SV Darmstadt 98, dem 1. FC Heidenheim und 1860 München kehrte Zimmermann zur Saison 2017/18 nach Frankfurt zurück. Seit Januar 2019 trainiert „Zimbo“ die Torhüter von Eintracht Frankfurt. Der bis zu seinem Rollenwechsel nach Makoto Hasebe älteste Akteur im Aufgebot der Adlerträger hatte in den vorangegangenen Monaten entsprechende Weiterbildungen absolviert und bereits im Jugendbereich am Riederwald in seiner neuen Rolle gearbeitet. 

Als Zimmermann im April 2019 seinen Lizenzspielervertrag nochmal um zwei Jahre verlängerte, wäre es für jeden nachvollziehbar gewesen, wenn der Routinier auf der Zielgeraden seiner Laufbahn nochmal anderweitig nach Spielpraxis Ausschau gehalten hätte. Doch Zimmermann, in der ersten Saison nach seiner Rückkehr gleich Pokalsieger in Berlin, weiß was er an seinem Heimatklub hat und bekräftigt: „Ich bin von Kindheit an schon immer ein Frankfurter gewesen. Deswegen ist es mir eine echte Herzensangelegenheit.“ Insofern ist von einer Bindung weniger im vertraglichen, sondern nicht zuletzt persönlichen Sinne zu sprechen.

Vielmehr band sich Zimmermann nicht nur an Verein und Team, sondern wirkt auch bis heute in besonderer Weise verbindend. Nach außen selten sichtbar gilt der er als Führungsfigur, wichtig in der Kabine, wie es so schön heißt. Zimmermann, der Verbindungsmann: Innerhalb des sportlichen Bereichs, über Generationen und sogar Vereinsebenen hinweg, zudem als Identifikationsfigur für Fans und Partner.

Denn auch wenn der gebürtige Offenbacher weite Teile seines Profidaseins in Darmstadt, Heidenheim und München verbracht hat, liegen die fußballerischen Wurzeln am Riederwald. Dorthin war er 1994 aus der Jugend von Kickers Obertshausen gewechselt. Nebenbei streckt „Zimbo“, seinem für alles und jeden aufgeschlossenen Wesen entsprechend, die Fühler nach neuen Reizen aus. So stand der Vorzeigesportler schon während der Virtuellen Bundesliga im Kader des neuen eSports-Teams. Dass es der 1,90-Meter-Mann aber weiter analog mag, beweist er in regelmäßigen Skatrunden mit Sebastian Rode und Frederik Rönnow.

Nicht zuletzt dient der Familienvater als Ankerpunkt im entwicklungsfähigen Multikultikader. Als bestes Beispiel dafür dient etwa Tuta – jung, fremdes Land, schwierige Sprache, neue Drucksituation. Ihn nimmt Zimmermann nach Notwendigkeit unter seine Fittichen, hilft bei der Orientierung, kurzum: beschleunigt die Integration.

„Zimbo“ weiß aus eigener, extremerer, Erfahrung, wie entscheidend manchmal die Aufmerksamkeit anderer Personen sein kann. Als 2014 in Diensten des 1. FC Heidenheim zunächst eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde, setzte Mannschaftsarzt Dr. Matthias Frei instinktiv eine zweite Untersuchung durch und stieß dadurch auf einen gutartigen Hirntumor. Ein schicksalsträchtiger Glückstreffer.

Den Schutzhelm, den der 69-malige Zweitligaspieler nur vier Monate nach der Operation tragen musste, dient ihm noch heute als Symbol, kleine Ärgernisse nebensächlich bleiben zu lassen und sich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen. So wie anderen Freude zu bereiten, etwa in Form von Besuchen bei der Fußballschule. Für den aufgeschlossenen „Zimbo“ eine Selbstverständlichkeit, für die Kids ein vielfach unvergesslicheres Erlebnis.

Ansonsten weiß der Ruhepol die Entwicklung der Eintracht demütig einzuordnen: „Für mich ist es ein großes Gut, dass wir uns mit dem Thema Klassenerhalt nicht beschäftigen müssen. Mir geht es darum, mit bestmöglichem Erfolg viel Spaß am Fußball zu haben.“ Als Torwarttrainer und Verbindungsmann.