Die Startaufstellung sah im Vergleich zum 1:1 in Mönchengladbach drei Veränderungen vor: Can Uzun, Oscar Højlund und Nnamdi Collins rotierten für Michy Batshuayi, Ansgar Knauff sowie den verletzungsbedingt fehlenden Ellyes Skhiri (Schlag auf die Rippen) in die Anfangsformation.
Kiel hatte bislang auswärts immer getroffen, aber auch immer mindestens zwei Gegentore kassiert. Dementsprechend war zu erwarten, dass sich die Störche nicht verstecken und durchaus mitspielen wollten. Dies verhinderte die Eintracht über weite Strecken der Partie, auch wenn diese Serien weiter Bestand haben.
Nach einer etwas wilden Anfangsphase vor 57.700 Zuschauern versuchte die Eintracht, die Partie an sich zu reißen und Spielkontrolle zu erlangen. Das gelang zunächst recht gut (Ballbesitz rund 70 Prozent), und auch bei Ballverlusten waren die Adlerträger wach und ließen wenig Umschaltmomente für die Gäste zu. In der Defensive waren die Frankfurter damit lange nicht gefordert.
Dominante erste Hälfte
Die erste dicke Chance hatte Hugo Ekitiké, der nach einer schnellen Kombination im Mittelfeld von Götze freigespielt wurde und schnell abschloss – vorbei (13.). Beim abgefälschten Drehschuss des Franzosen war Bundesligadebütant Thomas Dähne dann erstmals gefordert und lenkte das Leder mit der rechten Hand um den Pfosten (14.).
In der 18. Minute legte sich die Eintracht Kiel zurecht, verlagerte mehrfach die Seite und erzielte schließlich das 1:0. Kristensens an den langen Pfosten gezogene Flanke legte Nathaniel Brown per Kopf zurück auf den eingestarteten Hugo Larsson, der in seinem 50. Bundesligaspiel mit dem Knie aus fünf Metern vollendete und damit zum dritten Mal in dieser Saison einnetzte.
Die Eintracht ließ Kiel weiterhin kaum Zeit zum Luft holen, auch wenn Armin Gigovic zum ersten Abschluss für die Gäste kam, den Kevin Trapp parierte (20.). Brown traf aus 20 Metern den Pfosten, den Nachschuss von Kristensen war eine Sache für Dähne. Die Gäste zogen sich derweil weiter zurück in den tiefen Block, es entwickelte sich fast ein Handballspiel mit großer Dominanz der Adlerträger.
Tuta trifft wie auch in Kiel
Das 2:0 fiel demnach folgerichtig. Nach einer kurz ausgeführten Ecke landete Uzuns Flanke, von einem Kieler verlängert, am langen Pfosten bei Tuta, der direkt mit der rechten Innenseite abzog. Finn Porath fälschte noch ab, Dähne hatte keine Abwehrchance. Wie schon im Hinrundenspiel traf der Brasilianer (37.).
Noch vor der Pause hätte Hugo Ekitiké nachlegen können. Nekic hatte im Strafraum den Ball aus einem Meter an die Hand bekommen, der Franzose wählte von sich aus die rechte Ecke – dorthin tauchte auch Dähne ab und lenkte das Leder um den Pfosten (45.).
Kurz nach der Pause musste Oscar Højlund verletzungsbedingt vom Platz, Mo Dahoud ersetzte ihn (50.). Die Eintracht überließ Kiel teilweise das Zepter, die Störche kamen auch mal zu längeren Ballbesitzphase. Lösungen, um Gefahr vor Kevin Trapp zu erzeugen, hatte der Tabellenletzte allerdings nicht. Auch nicht, nachdem der doppelte Hinrundenspiel-Torschütze Shuto Machino und der gebürtige Frankfurter Andu Kelati in die Partie gekommen waren.
Denn kurz danach erhöhte die Eintracht. David Zec spielte unbedrängt in die Füße von Can Uzun, der sich nicht zweimal bitten ließ, noch drei Schritte in den Strafraum machte und frei aus elf Metern ins rechte Eck einschob (60.).
Ungefährdeter Erfolg trotz Kieler Treffer
Als die Partie etwas an Fahrt verloren hatte, verkürzte Holstein durch Finn Porath (74.). Zweimal hatte Kevin Trapp stark parieren können, beim dritten Versuch des Kielers war er machtlos. Kurz zuvor war Elye Wahi zu seinem Heimdebüt gekommen, auch Niels Nkounkou und Jean-Mattéo Bahoya durfte noch mitwirken. Kiel bekam etwas Oberwasser, die Eintracht konnte aber alles wegverteidigen. Ein Ekitiké-Treffer kurz vor Beginn der Nachspielzeit fand keine Anerkennung, der Stürmer war aus dem Abseits gestartet.
Insgesamt ein ungefährdeter Sieg für die Eintracht, die nach drei Remis in Serie wieder drei Punkte holte und damit Rang drei festigte.