In seinem ersten Spiel als Eintracht-Cheftrainer nahm Albert Riera im Vergleich zur Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen zwei Veränderungen in der Startformation vor: Ellyes Skhiri fehlte nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt, zudem rotierte Aurèle Amenda auf die Bank. Dafür kamen Oscar Højlund und Farès Chaibi neu ins Team. Ansgar Knauff fehlte wegen einer Erkältung im Kader.
Im mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Stadion An der Alten Försterei hatten die Adlerträger vom Start weg viel Ballbesitz und suchten die Lücken im gewohnt engmaschigen Deckungsverbund der Hausherren. Nach knapp zehn Minuten wurde die Partie für rund sieben Minuten unterbrochen, weil das Spielfeld nach einer riesigen Choreo der Heimfans anlässlich des 60. Geburtstags von Union Berlin in dichtem Nebel gehüllt war.
Dominante Eintracht, wenige Abschlüsse
Nach Wiederaufnahme des Spiels gab die Eintracht direkt wieder den Ton an. Auffällig war das variable Positionsspiel im Ballbesitz mit vielen Rochaden und doppelt besetzten offensiven Außenbahnpositionen. Es dauerte bis zur 28. Minute, ehe die SGE erstmals im Strafraum von Union auftauchte: Nach einem feinen Steilpass von Højlund startete Arnaud Kalimuendo durch, konnte mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel aber keine echte Gefahr heraufbeschwören. Grundsätzlich gelang es den Hessen, mit sicherem Passspiel und aufmerksamem Gegenpressing stabil zu bleiben und die Hausherren weg vom eigenen Strafraum zu halten.
Für die erste echte Torannäherung sorgte Chaibi, der das von Ex-Adlerträger Frederik Rönnow gehütete Berliner Gehäuse mit seinem Versuch aus der Distanz aber verfehlte (39.). Kurz darauf lenkte Kaua Santos eine satte Direktabnahme von Aljoscha Kemlein aus ebenfalls über 20 Metern über die Latte (41.). Kurz brenzlig wurde es nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Robin Koch, die Ilyas Ansah aufnahm, aber außerhalb des Sechzehners überhastet abschloss und das Ziel verfehlte (42.). Nach insgesamt sieben Minuten Nachspielzeit ging es torlos in die Halbzeitpause.
Højlund hat Führung auf dem Fuß
Zu Beginn des zweiten Durchgangs war die Begegnung geprägt von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, strukturierter Ballbesitz war auf beiden Seiten Mangelware – bis zur 56. Minute: Da kombinierte sich die Eintracht schnell und direkt über Mario Götze, Ritsu Doan und Arnaud Kalimuendo in den Strafraum, wo der freigespielte Højlund aus spitzem Winkel verzog.
Auch in der Folge verteidigte der Gastgeber weiter tief in der eigenen Hälfte, die Adlerträger ihrerseits versuchten geduldig, die Lücke zu finden, was selten gelang. Die Schlussphase in einem umkämpften, eröffnete Derrick Köhn mit einem satten Pfostenschuss aus spitzem Winkel (76.). Wenige Minuten später saß dann der erste Abschluss der Eintracht auf das Tor: Nach einer Flanke des eingewechselten Ayoube Amaimouni-Echghouyab klärte Christopher Trimmel nach vorne, der ebenfalls gerade erst auf dem Platz stehende Mo Dahoud trat noch über den Ball, aber Brown hämmerte die Pille aus 15 Metern mit links in die Maschen (84.).
Doch die Führung der Gäste hielt nicht lange: Nur eine Minute später klammerte Højlund im Strafraum gegen Rani Khedira, Schiedsrichter Sören Storks entschied auf Strafstoß und verwies den schon verwarnten Frankfurter Mittelfeldspieler mit Gelb-Rot des Feldes (86.). Leopold Querfeld verwandelte den Elfmeter mit ganz viel Glück, Kaua Santos war fast zur Stelle, doch die Kugel rutschte dem Schlussmann unterm Oberkörper hindurch ins Netz (87.).
Dahoud rettet
In den letzten Minuten einer jetzt turbulenten Partie versuchte Union in Überzahl noch einmal alles, doch Dahoud verhinderte nach einem Konter das zweite Gegentor gegen Khedira (89.). In der Nachspielzeit setzte Livan Burcu einen direkten Freistoß knapp neben den linken Pfosten (90. + 3).
Nachdem auch Andrej Ilic in der Schlussphase das Tor verfehlte (90. + 5), war Schluss. Das Debüt von Albert Riera als Cheftrainer der Eintracht endet mit einem insgesamt leistungsgerechten 1:1 bei Union Berlin.

