14.11.2020
Team

Adi Hütter über Vertrauen, Aufstellungen und Kim Kulig

Das neue Format EintrachtTV-Meinungsbild feiert Premiere – mit Cheftrainer Adi Hütter! Im Fokus: Fragen, die Eintracht-Fans auf dem Herzen liegen.

Unser neues Format "EintrachtTV Meinungsbild" feiert Premiere! Im Fokus: Fragen, die vielen Eintracht-Fans auf dem Herzen liegen. Themen, die in den Sozialen Netzwerken heiß diskutiert werden. Wir haben uns angesehen, was den Adlerträgerinnen und Adlerträgern wichtig oder unklar ist. Gerade in der aktuellen Zeit, in der leider keine Zuschauer im Deutsche Bank Park die Mannschaft unterstützen können, ist es uns wichtig, den Fans in den Sozialen Medien zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Deshalb: Äußert weiterhin fleißig eure Meinung, diskutiert konstruktiv mit uns und kommentiert unsere Beiträge. 

In der ersten "EintrachtTV-Meinungsbild"-Folge spricht Cheftrainer Adi Hütter unter anderem über Gedanken und Ideen rund um die zuletzt gewählten Startaufstellungen. Schaltet bei EintrachtTV ein - oder lest es hier nach.

Adi Hütter über…

…die Aufstellung in den vergangenen Wochen: Wir spielen diese Saison – anders als noch vor zwei Jahren, als wir international vertreten waren – nur ein Mal pro Woche. Deshalb rotieren wir weniger, weil der Kern der Mannschaft, der gut gespielt hat, zusammengehalten werden soll. Hier spielen neben den Eindrücken im Training auch die Faktoren Kontinuität und Stabilität eine Rolle. Ich bin ein Trainer, der seinen Jungs Vertrauen schenkt, sie nicht gleich fallen lässt, sondern ihnen auch durch Phasen hilft, in denen der eine oder andere mal nicht so gut spielt. Das gilt sowohl für die Stammkräfte als auch für die Einwechselspieler. Dann liegt es an ihnen zu zeigen, dass sie sich verbessern können. Ich denke, diese Erklärung macht es nachvollziehbarer, warum ein Spieler beim nächsten Mal nochmal startet oder eben nicht mehr von Anfang an spielt. Das ist meine Art der Mannschaftsführung, damit bin ich bisher gut gefahren. Aber natürlich kann ich die Fans verstehen, die auch andere Spieler auf dem Platz sehen wollen.

…die Rolle von Stefan Ilsanker: Im vergangenen Winter haben wir mit Stefan Ilsanker einen Spieler für unsere klare Wunschposition auf der Sechs geholt, auch als Ersatz für Gelson Fernandes, der eine längere Verletzungspause vor sich hatte. Ich kenne Stefan schon sehr lange und wollte ihn verpflichten, weil er ein klarer Sechser ist, der vor der Abwehr aufräumt und vor allem ein unheimlich positiver Typ ist. Er kann eine Mannschaft mit seiner emotionalen Art mitreißen, das hat man gegen Bielefeld und Hoffenheim gesehen. So wie er auf dem Platz agiert, kann er diese Position aktuell am besten ausfüllen.

Das ist meine Art der Mannschaftsführung, damit bin ich bisher gut gefahren.

Adi Hütter

…die Entwicklung von Aymen Barkok und Amin Younes: Aymen und Amin haben gegen Stuttgart nach ihrer Einwechslung frischen Wind in die Partie gebracht, das war super. Aymen hat es auch gegen Bremen gut gemacht, wo er spielerisch Lösungen gegen einen tiefstehenden Gegner gefunden hat. Er ist ein junger Spieler, der sich in den beiden Jahren in Düsseldorf toll entwickelt hat und den ich weiter aufbauen möchte. Aber wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht überladen. Amin hatte in Neapel relativ wenig Spielpraxis, hat aber bis jetzt gut gearbeitet und ist körperlich wieder fit. Er wird bald ein Kandidat für die Startelf sein. 

…Personalentscheidungen als Trainer: Ich bin froh, dass wir aktuell kaum Verletzte haben und ich das Luxusproblem habe, aus vielen guten Spielern im Team wählen zu können. Natürlich fällt es schwer, Spieler, die gut trainieren, nicht mit in den Kader zu nehmen, aber diese Entscheidungen müssen getroffen werden. Die Saison ist lang und wir werden früher oder später auch wieder rotieren. Dann werden auch die, die bisher nicht so viel gespielt haben, ihre Einsatzzeiten bekommen. Diese Spieler wie Danny da Costa oder Erik Durm müssen auf ihre Stärken vertrauen und sich zurückkämpfen.

Ich halte eine Co-Trainerin in der Bundesliga für möglich.

…den bisherigen Saisonverlauf: Der Wille und Charakter der Mannschaft, ein Spiel zu drehen, ist auf jeden Fall da. Nichtsdestotrotz ist es ärgerlich, dass wir durch die vielen Unentschieden Punkte liegen gelassen haben, oft einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Wenn man sich die Spiele im Nachhinein nochmal ansieht, hätten wir sie leicht gewinnen können. Deshalb gilt es jetzt wieder zu zeigen, dass wir in Führung gehen und Spiele für uns entscheiden können. Bei den anstehenden Aufgaben bin ich mir sicher, dass wir uns steigern werden.

…den kommenden DFB-Pokal-Gegner Bayer 04 Leverkusen: Bayer ist sicherlich einer der schwierigsten Gegner in dieser Pokalrunde, aber wir nehmen die Situation an und machen das Beste daraus. Sie haben am vergangenen Wochenende im Spiel gegen Gladbach wieder gezeigt, dass sie eine tolle und qualitativ gut besetzte Mannschaft haben. Aber wir sind eine Pokalmannschaft und der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Deswegen wollen wir natürlich auch in Leverkusen eine Runde weiterkommen. 

…Kim Kulig [Anm. d. Red.: Trainerin der Eintracht Frauen II] als potenzielle Co-Trainerin in der Männer Bundesliga: Das Praktikum war toll. Wenn man sieht, wie Kim als Trainern spielen lässt und welche Ansätze sie ihrer Mannschaft mitgibt, die durchaus guten Fußball spielt, halte ich es auch für möglich, dass es eine Co-Trainerin in der Bundesliga geben wird. Ich habe mir dazu zwar noch keine genaueren Gedanken gemacht, aber früher oder später könnte ich mir vorstellen, dass etwas in diese Richtung passiert. Man sieht immer mehr Frauen in ähnlichen Positionen, etwa Teammanagerin Kathleen Krüger beim FC Bayern München. Deswegen halte ich das in Zukunft absolut für möglich.

Das EintrachtTV-Video dazu gibt's hier.

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