13.05.2022
Bundesliga

Adlercheck: Blindes Verständnis

Während das Mainzer Sturmduo zu harmonieren weiß, regelt ein Routinier und Ex-Adlerträger die Defensive. Auf Seiten der Eintracht könnte ein Akteur einen Meilenstein erreichen.

Taktiktafel

Nachdem Bo Svensson zu Beginn der Runde meist zwischen einer 3-1-4-2- oder 3-4-1-2-Formation wechselte, agiert der Däne mittlerweile gerne in einem offensiv ausgerichteten 3-5-2 oder mit nur einem Stürmer im 3-4-2-1. Es scheint, als würde es beim 42-Jährigen ganz auf den Gegner ankommen. Gegen die vermeintlichen Top-Teams der Liga wie den FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen oder auch den SC Freiburg setzte er vermehrt auf nur einen Stürmer.

Ansonsten bilden Jonathan Burkardt und Karim Onisiwo meist den klassischen Doppelsturm. Der deutsche U21-Nationalspieler und der österreichische A-Nationalspieler sind mit Abstand die gefährlichsten Mainzer vor dem gegnerischen Kasten.

Während sich Burkardt in dieser Runde mit elf Toren und drei Vorlagen meist als Vollstrecker zeigte, überzeugte sein Sturmpartner mit fünf Toren und neun Vorlagen eher als Wegbereiter. Gegenseitig legten sich die beiden Mainzer in dieser Bundesliga-Saison schon 26 Torschüsse auf: 18 Onisiwo-Vorlagen für Burkardt, acht Burkardt-Vorlagen für Onisiwo.

Diese Spieler fehlen

Siegtorschütze im Hinspiel: Jesper Lindström.

Oliver Glasner muss definitiv auf Martin Hinteregger verzichten. Seine Saison ist wegen einer Muskelverletzung am Oberschenkel seit dem Rückspiel gegen West Ham gelaufen. Auch für Jesper Lindström kommt ein Einsatz am Wochenende zu früh. Danny da Costa wird wegen Schambeinproblemen fehlen.

Bei den Gastgebern fehlt Delano Burgzorg mit einer Herzmuskelentzündung. Auch seine Saison ist nach Angaben seines Trainers vorzeitig beendet.

Spieler im Fokus: Stefan Bell

Der 30-jährige Routinier gehört im Dress der Mainzer nicht nur zu den erfahrensten Spieler des Kaders, sondern ist mit seinen 247 Einsätzen für die Rheinhessen gleichzeitig auch der Dienstälteste. In der Hinrunde 2011/12 war der Verteidiger an die Eintracht ausgeliehen, ehe er im Winter ins Nachbarbundesland wechselte und seither ununterbrochen das Trikot der Mainzer trägt.

Stefan Bell im Luftduell mit Eintracht-Keeper Kevin Trapp.

In dieser Spielzeit zählt der 1,92-Meter-Hüne zu den absoluten Leistungsträgern und auch dem Stammpersonal von Svensson. Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler verpasste nur eine einzige Partie gelbgesperrt. Ansonsten stand er in fast allen Begegnungen über 90 Minuten auf dem Platz. Vergangene Woche köpfte er gegen die Hertha aus Berlin in der 81. Minute den 2:1-Siegtreffer für seine Elf. Auch gegen die Eintracht war der Innenverteidiger bereits mit dem Kopf erfolgreich. Am 33. Spieltag der Saison 2016/17 traf er zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.  

Historische Duellbilanz

In der Bundesliga kam es bisher zu 27 Duellen zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FSV Mainz 05. Neun Mal setzten sich die Rheinhessen durch, acht Mal die Adlerträger. Zehn Partien endeten unentschieden. Die Tordifferenz spricht mit 36:35 knapp für die Gastgeber. In der Gesamtbilanz hat die Eintracht die Nase vorn. Von 40 Spielen ging die Eintracht 15 Mal als Sieger vom Platz.

Statistiken

Eintracht Frankfurt holte mit zwei Siegen und einem Remis sieben Punkte aus den letzten drei Bundesliga-Spielen gegen den 1. FSV Mainz 05. Das sind zwei mehr als aus den sieben Bundesliga-Duellen zuvor, als es einen Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen gab.

Nach dem 1:0-Hinrundensieg durch den Treffer von Jesper Lindström aus der ersten Halbzeit könnte die SGE erstmals beide Bundesligaspiele einer Saison gegen Mainz gewinnen.

Die Adlerträger gewannen in den vergangenen beiden Saisons jeweils am 34. Spieltag und damit genauso häufig wie in den 14 Saisons in der Beletage zuvor zusammen.

Der 1. FSV Mainz 05 sammelte in dieser Bundesligasaison zu Hause (34) bereits 23 Zähler mehr als auswärts (11). Bei keinem anderen Bundesligisten ist die Differenz an Heim- und Auswärtspunkten so groß wie bei den Mainzern. Die Elf von Oliver Glasner sammelte dagegen 22 ihrer 41 Punkte auf fremdem Platz – anteiliger Ligahöchstwert.

Makoto Hasebe steht vor seinem 358. Einsatz in der Bundesliga. Damit würde der Japaner den Brasilianer Naldo als ausländischer Spieler mit den drittmeisten Bundesligaeinsätzen einholen. Vor Naldo stehen aktuell nur der Peruaner Claudio Pizarro mit 490 Spielen und Robert Lewandowski mit 383 Partien.

Wiedersehen

Danny da Costa war in der Rückrunde der Saison 2020/21 an die Rheinhessen ausgeliehen.

Erik Durm spielte zwischen 2010 und 2012 für die Mainzer U19 sowie die zweite Mannschaft. Djibril Sow und Silvan Widmer kicken gemeinsam für die Schweizer Nationalmannschaft.

Ragnar Ache und Jonathan Burkardt spielten zusammen bei der deutschen U21-Nationalmannschaft.

Schlüsselduell: Djibril Sow gegen Anton Stach

Nimmermüder Antreiber im Frankfurter Maschinenraum: Djibril Sow.

In seiner dritten Saison für die Eintracht hat sich Djibril Sow endgültig zu einem Führungsspieler und Leader im Team entwickelt. In dieser Saison hat der Schweizer bereits 42 Spiele auf dem Buckel, zwei weitere kommen wohl noch dazu. Seine bisherige Bilanz wettbewerbsübergreifend: drei Tore und sechs Vorlagen. Neben seinen Scorerpunkten überzeugt Sow schon die gesamte Runde mit einem starken Passspiel und einem guten Auge für den Nebenmann.

Gegen die Mainzer könnte für den Mittelfeldakteur aber auch im Spiel gegen den Ball einiges an Arbeit zukommen. Anton Stach agiert bei den 05ern als Achter und kurbelt immer wieder das eigene Offensivspiel an. Gemeinsam mit Eintrachts Filip Kostic (22) bereitete er seit Anfang April dieses Jahres die meisten Torschussvorlagen vor (20). Zuletzt war er erstmals in zwei Bundesligaspielen in Serie Vorbereiter, beide Male jeweils per Standard.

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