22.08.2025
Bundesliga

Adlercheck: Im Umbruch

Bewegung im Kader, Wechsel auf dem Cheftrainerposten: Der SV Werder Bremen steckt im Wandel. Die Spielanlage inklusive klassischem SVW-Fußball ähnelt indes der aus der Vorsaison.

Taktiktafel

Mit Horst Steffen beginnt für den SV Werder Bremen ein neues Kapitel auf der Trainerbank. Der 56-Jährige, der zwischen Herbst 2018 und Sommer 2025 die SV Elversberg betreute und dabei von der Regionalliga bis in die Zweite Bundesliga führte, steht vor seinem Debüt als Cheftrainer in der Bundesliga. Als Spieler bestritt Steffen über Partien im Oberhaus – seine Feuertaufen als Werder-Coach sowie in der Bundesliga stehen gegen die Hessen an. „Es gilt, zusammenzustehen. Wir müssen sehr flexibel sein und diese Außenseiterchance, die wir haben, auch nutzen wollen“, so Horst Steffen im Vorfeld der Partie im Deutsche Bank Park.

Wie größtenteils in Elversberg setzte Steffen auch zum Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal, der 0:1 auswärts gegen Arminia Bielefeld endete, mit den Grün-Weißen auf ein 4-2-3-1. Frankfurts Cheftrainer Dino Toppmöller erwartet am Samstag „ein offenes Spiel, das verspricht die Art und Weise insgesamt von Werder: attraktiver und guter Offensivfußball. Wenn man die vergangene Saison der SV Elversberg verfolgt hat, erkennt man die Merkmale von Horst Steffen wieder: Fußball spielen, nach vorne spielen.“ Im Spielaufbau, gerade unter Druck, habe Bremen, so Toppmöller, „sehr gute Ideen. Die Spielanlage ähnelt der aus dem vergangenen Jahr“. Nach Frankfurt (13) erzielte Bremen in der vergangenen Saison die zweitmeisten Kontertore (9).

Personell müssen die Hanseaten im Vorfeld des Bundesligaauftakts 2025/26 den Gürtel etwas enger schnallen. Transferabgängen wie Michael Zetterer, der fortan den Eintracht-Adler auf der Brust trägt, Marvin Ducksch, Oliver Burke oder Anthony Jung steht zudem eine lange Verletztenliste gegenüber. Im Tor dürfte Mio Backhaus sein Bundesligadebüt geben, davor dirgiert gewohnt Kapitän Marco Friedl die Defensive. Apropos Verteidigung: Mit Frankfurt und Bremen stehen sich die zweikampfstärksten Teams der abgelaufenen Runde hinter dem FC Bayern gegenüber; im Schnitt bestritten beide jeweils 93 Zweikämpfe pro Spiel, die Eintracht gewann 51,6 Prozent, der SV Werder 51,5 Prozent. Im Mittelfeld dürften unter anderem die langjährigen Werderaner Leonardo Bittencourt und Romano Schmid ihren Platz haben.

„Trotz dünnerer Personaldecke nehmen wir den Gegner maximal ernst. Es werden beim Gegner elf richtig gute Spieler auf Platz stehen“, unterstreicht Toppmöller.

Diese Spieler fehlen

Bei den Adlerträgern werden Kaua Santos, Ellyes Skhiri und Jessic Ngankam nicht mit dabei sein.

Die Gäste müssen auf Olivier Deman (Sprunggelenk), Amos Pieper (Hüfte), Jens Stage (Fuß), Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) und Maximilian Wöber (Oberschenkel) verzichten. „Natürlich würden uns die Jungs alle guttun. Wir werden das mit denen auffangen, die da sind und werden für das Spiel am Samstag etwas umplanen müssen“, sagt Werder-Coach Steffen.

Spieler im Fokus: Romano Schmid

Der 25-jährige Österreicher, gebürtig aus Graz und auf dem Platz im offensiven Mittelfeld zu Hause, hat bislang 158 Pflichtspiele für Werder bestritten. Seit 2019 trägt er Grün-Weiß, zunächst noch verliehen an den Wolfsberger AC, seit 2020 fest an der Weser. 

Führungsspieler an der Weser: Romano Schmid.

35 der insgesamt 37 Partien in der vergangenen Spielzeit absolvierte Schmid, jeweils fünf Tore und Assist verbuchte er dabei – unter anderem zwei Scorerpunkte im Heimspiel Anfang April gegen die Eintracht. Romano Schmid …

  • ... feierte sein Profidebüt im Alter von 17 Jahren im Trikot von Sturm Graz.
  • ... holte mit Salzburg das Double aus Meisterschaft und Pokal.
  • ... bestritt bislang 25 A-Länderspiele für Österreich, erstmals unter Nationaltrainer Ralf Rangnick.
  • ... verpasste in der vergangenen Saison mit 330 abgespulten Kilometern als Rangelfter nur knapp die Top Ten bei den laufstärksten Spielern der Bundesliga.
  • ... gehört als Führungsspieler zum diesjährigen Mannschaftsrat des SVW.

Statistiken und Serien

Für Horst Steffen ist das Duell mit Frankfurt die Premiere als Cheftrainer im Oberhaus. Die vergangenen drei Bremer Übungsleiter blieben bei ihrem Bundesligadebüt allesamt sieglos (ein Remis, zwei Niederlagen). Der letzte, dem ein Auftaktsieg gelang, war Viktor Skripnik im Jahr 2014 mit einem 2:1 gegen Mainz. 

Gegen keinen anderen Verein feierten die Adler so viele Bundesligasiege wie gegen die Hanseaten – 39 an der Zahl, bei 25 Unentschieden und 44 Niederlagen. Zudem verlor die SGE nur eines ihrer vergangenen 14 Heimspiele gegen Bremen, ein 1:2 im September 2018.

Mario Götze verbucht gegen kein Bundesligateam mehr Tore als gegen Bremen, insgesamt acht Treffer stehen unter dem Strich. 

Wiedersehen

Michael Zetterer war – inklusive zwischenzeitlichen Leihen nach Österreich und in die Niederlande – insgesamt zehn Jahre an der Weser. Am vergangenen Mittwoch unterschrieb der Torhüter bei Eintracht Frankfurt und trifft direkt in seinem ersten Match als Adlerträger auf seinen Ex-Verein.

Elias Baum spielte vergangene Saison auf Leihbasis für die SV Elversberg und schrammte dabei mit seinen Teamkollegen und Cheftrainer Horst Steffen in der Relegation nur haarscharf am Bundesligaaufstieg vorbei.

Mario Götze und Leonardo Bittencourt trugen in der Saison 2012/13 das Trikot von Borussia Dortmund.