11.09.2026
Bundesliga

Adlercheck: Nullfünf, null Gegentore

Mainz hält als einziger Bundesligist zwei Weiße Westen, verfügt über den schnellsten Spieler und das bisher älteste Team im Oberhaus.

Taktiktafel 

Urs Fischer bleibt mit Mainz 05 zum Start der Saison ungeschlagen. Nach einem Unentschieden gegen Paderborn setzten die Rheinhessen am vergangenen Sonntag mit einem 5:0-Auswärtssieg ein Ausrufezeichen gegen den Hamburger SV.

Die pragmatische Spielidee von Urs Fischer lebe von „einem kompakten, organisierten und ekligen“ Fußball, bei dem „auch mal ein langer Ball“ gespielt werde, skizzierte FSV-Cheftrainer Urs Fischer den eigenen Ansatz. Fußnote dazu nach den ersten 180 Bundesligaminuten: Mainz hat nicht nur als einziger Erstligist kein Gegentor zugelassen, sondern sich das bei einem Expected-Goals-Against-Wert von 0,9 der Wahrscheinlichkeit nach auch erarbeitet.

Taktisch lässt der Schweizer Fischer aus einer Dreierkette heraus agieren. Meist in einem 3-5-2 respektive 3-1-4-2-System startend. Wer gegen Frankfurt das Tor hütet, bleibt abzuwarten. Robin Zentner fiel zuletzt aufgrund einer Oberschenkelblessur aus, Alexander Schwolow erwies sich gegen den HSV ebenso als starker Rückhalt. Die Abwehrreihe könnten Fabio Gruber, Stefan Posch und Kacper Potulski bilden. Kandidaten als Schienenspieler sind Anthony Caci und Philipp Mwene. Das defensive Mittelfeld bekleidet der japanische Nationalspieler Kaishu Sano. Mit einer Passquote von 97,4 Prozent ist er ein verlässlicher Ballverteiler für den FSV. Neben Sano sind Jae-Sung Lee und Nadiem Amiri gesetzt. Im Sturm wird das Duo um Philip Tietz und Sheraldo Becker auflaufen, die gegen Hamburg zusammen fünf Scorerpunkte verzeichneten: Tietz mit zwei Toren, Becker mit einem Treffer und zwei Vorlagen.

Diese Spieler fehlen

Dominik Kohr, Paul Nebel, Silas und Silvan Widmer sind verletzt, Eric Martel befindet sich im Aufbautraining. Ein Fragezeichen steht hinter dem angeschlagenen Robin Zentner.

Jessic Ngankam und Ansgar Knauff befinden sich in der Reha. Nnamdi Collins ist am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückgekehrt; offen, ob es für einen Kaderplatz reicht. Das gilt auch für Farès Chaibi und Malik Pimpong, die zuletzt kränkelten.

Spieler im Fokus: Sheraldo Becker 

Mit Sheraldo Becker hat der 1. FSV Mainz 05 einen Angreifer mit internationaler Erfahrung in seinen Reihen. Der in Amsterdam geborene surinamisch-niederländische Fußballer entstammt der Ajax-Fußballschule und kam Anfang 2026 zunächst auf Leihbasis zu den Mainzern, ehe der Wechsel im Sommer in eine feste Verpflichtung mündete.

Der 31-jährige Angreifer bringt jede Menge Erfahrung mit: Zuletzt stand er bei CA Osasuna in der spanischen LaLiga unter Vertrag, davor sammelte er unter Urs Fischer bei Union Berlin über 100 Bundesligaspiele mit 24 Toren und 26 Assists. Hinzu kommen 120-Eredivisie-Einsätze für PEC Zwolle und ADO Den Haag sowie 45 LaLiga-Partien für Osasuna und Real Sociedad San Sebastián.

Auch in Mainz zeigte Becker rasch seine Torgefahr: In dieser Saison erzielte er in der Bundesliga und im DFB-Pokal bereits zwei Treffer und war an zwei weiteren direkt beteiligt. Am vergangenen Spieltag gelangen ihm mit einem Tor und zwei Vorlagen zum zweiten Mal in der Bundesliga drei Scorerpunkte in einem Spiel. Saisonübergreifend kommt Becker damit auf sechs Torbeteiligungen in seinen vergangenen sechs Bundesligapartien: je drei Tore und Vorlagen. Seit dem 31. Spieltag der Vorsaison hat ligaweit nur Patrik Schick mehr vorzuweisen. 

International durchlief Becker zwischen 2010 und 2014 mehrere niederländische Jugendnationalmannschaften, für die er elf Länderspiele bestritt und drei Tore erzielte. Seit Mai 2021 läuft er für Suriname auf und kommt dort bereist auf 22 Einsätze und fünf Tore.

Mit 36,6 Kilometern pro Stunde ist Becker der schnellste Spieler am zweiten Spieltag beziehungsweise in dieser noch jungen Spielzeit.

Serien und Statistiken 

Der FSV hat mit seinem 5:0-Auswärtssieg in Hamburg am vergangenen Spieltag den eigenen Rekord eingestellt: Höher gewann die Mannschaft in der Bundesliga noch nie und auswärts zuletzt vor sieben Jahren mit 5:0 in Bremen.

Bei jeweils 19 eingesetzten Spielern kommt Mainz auf die im Schnitt älteste Startelf im Oberhaus: 29 Jahre und 234 Tage. Die Gäste stellen bisher im Schnitt die zweitjüngste Startelf hinter dem SC Paderborn: 24 Jahre und 176 Tage.

Sollte Nnamdi Collins zum Einsatz kommen, wäre es das 50. Spiel in der Bundesliga, alle für Eintracht Frankfurt.

Wiedersehen 

Sowohl Dominik Kohr als auch Danny da Costa spielten beide in der Vergangenheit für die SGE, darunter auch eineinhalb Jahre zusammen.

Jonathan Burkardt lief elf Jahre für Mainz 05 auf, bevor er im Juli 2025 zu Eintracht Frankfurt wechselte. Zumindest zwei treffen nun erneut aufeinander, Kohr ist verletzt. Auch Stefan Bell hat eine Vergangenheit bei der SGE.

Ritsu Doan und Kaishu Sano spielen derzeit beide in der japanischen Nationalmannschaft.

Robin Koch und Nadiem Amiri kennen sich aus der deutschen Nationalmannschaft.