20.01.2022
Bundesliga

Adlercheck: Torgefahr auf Japanisch

Einige Statistiken sprechen gegen Arminia Bielefeld für die Eintracht. Unterschätzen wird den kommenden Gegner aber niemand. Ein Mann könnte besonders gefährlich werden.

Taktiktafel

Frank Kramer setzt mit Arminia Bielefeld vorzugsweise auf ein 4-2-3-1-System. Zwischen dem achten und dem zehnten Spieltag in der Bundesliga mitsamt des DFB-Pokalspiels gegen den 1. FSV Mainz 05 stellte er seine Elf allerdings in einem 3-4-1-2 auf. Auch in zwei der vergangenen vier Spiele, die allesamt nicht verloren gingen, stellte er um: Beim 2:2 gegen Freiburg ließ er im 4-3-3 spielen, beim 2:0-Sieg gegen Bochum im 4-4-2 mit Raute. Das Hinspiel gegen die Eintracht gingen die Ostwestfalen ebenfalls im 4-4-2-System an, damals allerdings mit einer Doppelsechs vor der Abwehr. Gut möglich, dass Kramer auch gegen die Eintracht von seiner eigentlichen Lieblingsformation abkommt.

Diese Spieler fehlen

Musste im Training aufgrund einer Problematik in der Schambeinregion kürzer treten: Martin Hinteregger.

Oliver Glasner könnte gegen Bielefeld seit längerem mal wieder nahezu aus dem Vollen schöpfen. Kevin Trapp und Danny da Costa stehen seit Mittwoch wieder im Mannschaftstraining. Bei Jens Petter Hauge und Christopher Lenz bahnt sich das Gleiche an, für beide wird es gegen Bielefeld aber noch nicht reichen. Bei Filip Kostic ist eine Rückkehr ins Mannschaftstraining am Donnerstag geplant. Auf der Pressekonferenz erklärte Oliver Glasner zudem, dass Martin Hinteregger Probleme in der Schambeinregion habe. Sein Einsatz entscheidet sich am Freitag. Aymen Barkok ist mit der marokkanischen Nationalmannschaft weiterhin beim Afrika-Cup.

Frank Kramer kann bisher auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Bei der Arminia sind alle Spieler fit.

Spieler im Fokus: Masaya Okugawa

Masaya Okugawa entwickelte sich in den vergangenen Spielen zum torgefährlichsten Angreifer der Arminia.

Nach einem Treffer in seinem ersten Halbjahr beim DSC blüht der Japaner in den letzten Wochen zunehmend auf. Mit sieben Toren und einem Assist ist er aktuell mit Abstand Bielefelds bester Scorer in dieser Saison. Bereits nach dem 19. Spieltag hat er die besten beiden Bielefelder Torschützen der Vorsaison übertroffen. Fabian Klos und Doan Ritsu trafen 2020/21 jeweils fünf Mal. In jedem seiner letzten vier Bundesliga-Einsätze schrieb sich der Offensivstratege in die Torschützenliste ein. Eine solche Trefferserie im Oberhaus gelang bei den Arminen zuletzt Delron Buckley im Herbst 2004. Er traf sechs Mal in Folge, was bis dato Vereinsrekord ist. Okugawa zeichnet vor allem seine Effizienz aus. Der 1,77 Meter große Dribbler benötigte bisher nur 16 Schüsse für seine sieben Saisontore. Kein anderer Spieler brauchte bei mindestens sieben Toren so wenige Schüsse, um zu treffen, wie der 25-Jährige. Sein Trainer Frank Kramer beschreibt ihn folgendermaßen: „Auch wenn man ihn mal nicht sieht, dann ist er in der nächsten Situation da und kann torgefährlich werden.“

Statistiken

Eintracht Frankfurt blieb seit dem 0:3 zu Hause im November 2006 in acht Bundesliga-Spielen gegen Arminia Bielefeld unbesiegt. Drei Siege stehen fünf Remis gegenüber. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten ist die SGE aktuell so lange ungeschlagen. Die Ostwestfalen warten unter den aktuellen Bundesliga-Teams im Moment nur gegen Gladbach länger auf einen Sieg – seit elf Spielen.

Arminia Bielefeld gewann nur eines der 14 Bundesliga-Gastspiele bei Eintracht Frankfurt. Neben dem 3:0-Erfolg im November 2006 endeten vier Spiele unentschieden, neun Mal unterlagen die Ostwestfalen. Auf der anderen Seite punktete die Arminia in den vergangenen vier Gastspielen aber auch drei Mal – ein Sieg, zwei Remis, eine Niederlage.

Trotz des Starts ins neue Kalenderjahr mit einem Unentschieden und einer Niederlage sammelten die Hessen in den vergangenen neun Bundesligaspielen 19 Punkte und damit zehn mehr als in den ersten zehn Spielen dieser Saison. Seit Anfang November holte nur der FC Bayern (21) mehr Zähler als die Adlerträger.

Sowohl die SGE als auch der DSC kassierten in dieser Saison weit weniger Gegentore als laut dem Expected-Goals-Wert zu erwarten gewesen wären. Bei der Arminia waren es mit 26 Gegentoren ganze 6,4 Tore weniger, bei der Eintracht mit 28 Gegentreffern 5,8 weniger. Nur beim VfL Bochum ist die Differenz mit 7,7 noch größer.

Historische Duellbilanz

Die Eintracht und Arminia Bielefeld standen sich bislang 34 Mal gegenüber, 29 Spiele fanden in der Bundesliga statt. Im Oberhaus setzten sich die Adlerträger zwölf Mal durch, elf Mal endete die Partie unentschieden. Bei sechs Spielen ging der DSC als Sieger vom Platz. Die Tordifferenz von 54:42 spricht für die Hessen.

Wiedersehen

Sebastian Rode und Gonzalo Castro spielten zwischen 2016 und 2018 für Borussia Dortmund.

Danny da Costa und Edimilson Fernandes spielten in der Rückrunde der vergangenen Saison beim 1. FSV Mainz 05.

Goncalo Paciencia und Alessandro Schöpf schnürten in der Saison 2020/21 ihre Fußballstiefel für den FC Schalke 04.

Schöpf kennt außerdem Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker aus der österreichischen Nationalmannschaft.

Ragnar Ache und Amos Pieper spielten gemeinsam für die deutsche Auswahl bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

Schlüsselduell: Rafael Santos Borré gegen Amos Pieper

Rafael Santos Borré möchte auch gegen Bielefeld seine Serie an Torbeteiligungen fortführen und zu drei Punkten beitragen.

Frankfurts Stürmer setzte seinen Lauf bisher auch im neuen Jahr fort. Die Vorlage für Daichi Kamada zum 0:1 in Augsburg war bereits sein achter Scorerpunkt in den zurückliegenden sechs Partien. Seit detaillierter Datenerfassung in der Saison 2004/05 hatte nur Filip Kostic eine noch längere Serie für die SGE. Dem Serben gelangen zwei Mal in sieben aufeinanderfolgenden Spielen Scorerpunkte, zuletzt in der Vorsaison. Was Borré allerdings einzigartig macht: Er ist der erste Kolumbianer in der Bundesliga, dem mindestens eine Torbeteiligung in sechs aufeinanderfolgenden Spielen gelang. Dass er auch gegen Bielefeld zu einem wesentlichen Faktor im Angriff der Hessen wird, scheint deshalb nicht ausgeschlossen.

Weil Borré nicht nur durch die Treffer und Vorbereitungen auf sich aufmerksam macht, sondern immer wieder auch mit Einsatz, Wille und Kampfgeist vorangeht, scheint das Duell mit Amos Pieper vielversprechend. Der 1,98 Meter große Innenverteidiger hat gute Gründe dafür, mit Selbstvertrauen ins Duell zu gehen. Bisher gewann der Blondschopf 65,5 Prozent seiner Zweikämpfe und liegt damit in den Top Ten aller Bundesligaspieler. Außerdem klärt er im Schnitt rund fünf Bälle pro Partie. Auch hier gehört Pieper zu den Besten der Liga. Im vergangenen Frühjahr war Pieper Teil der U21-Auswahl bei der Europameisterschaft, im Sommer lief er bei den Olympischen Spielen für die deutsche Auswahl auf. Definitiv ein vielversprechendes Duell für Freitag.

Hier läuft die Bundesliga

DAZN überträgt das Freitagsspiel live und exklusiv. Außerdem lässt sich die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld wie gewohnt auf EintrachtFM verfolgen. Experte ist hier Uli Stein, Ex-Torhüter beider Vereine.

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