12.08.2026
Historie

Alles Gude zum 75., Toppi!

Am heutigen Mittwoch wird Klaus Toppmöller 75 Jahre alt. Die Eintracht wünscht alles Gude!

Über Klaus Toppmöllers Zeit als Trainer von Eintracht Frankfurt wird heute noch gerne und viel gesprochen, sodass man manchmal den Eindruck hat, der heutige Jubilar wäre viel länger als nur diese knapp zehn Monate in der Saison 1993/94 am Main in der Verantwortung gewesen. Nur ein paar Stichworte:

Lebendiger Adler: Klaus Toppmöller brachte schon weit vor Attilas erstem Einsatz einen lebendigen Adler in die Kabine, um seine Spieler zu motivieren. Nicht der einzige Kniff, denn es gab auch in der Kabine noch die …

… Meisterschale: Der damals 41-Jährige lieh sich vor dem ersten Spieltag 1993/94 eine Replik der Meisterschale vom DFB aus, um damit seinen Spielern die Zielsetzung für die Saison deutlich zu machen. Die Eintracht war echter Titelkandidat, spielte man doch den …

… Fußball 2000: Dieser begann schon früher und brachte die Eintracht in Rostock einst der Meisterschaft ganz nah, aber zelebriert wurde er wohl am besten im ersten halben Jahr unter Toppmöller – mit Yeboah, Bein, Gaudino, Okocha und Furtok sowie defensiv orientierten Spielern wie Falkenmayer und Binz, die den Kreativen den Rücken freihielten. Denn der Eintracht gelang mit spektakulärer Spielweise ein …

… Startrekord: Neun Siege, zwei Unentschieden – die Adlerträger legten unter Toppmöller in der Bundesliga 1993/94 los wie die Feuerwehr. Tony Yeboah schoss in den ersten neun Partien neun Tore, dann verletzte er sich schwer am Knie. Toppmöller hatte ihm 40 Treffer zugetraut, und einige sind sich sicher: Dass es nicht zur Deutschen Meisterschaft reichte, war auch am längeren Ausfall des Ghanaers festzumachen. Denn die Eintracht war bis dato dem Branchenprimus schon etwas enteilt und Toppmöller dichtete … 

Unter Klaus Toppmöller legt die Eintracht 1993 los wie die Feuerwehr.

… „Bye, bye, Bayern“: Die Münchner lagen durch Eintrachts Startrekord schon einige Punkte hinter Frankfurt und scheiterten im UEFA-Pokal an Norwich City, Toppmöller ließ sich bezogen auf das Aus gegen die Engländer zu diesem Ausspruch hinreißen. Die Eintracht schwächelte aber bis ins Frühjahr, sie lief schließlich „nur“ als Fünfter ein. Da war Toppmöller schon nicht mehr da, denn nach dem 30. Spieltag knallte es und es kam zum …

… „Trainer-Beben“: So lautete eine Schlagzeile am 10. April 1994, als Toppmöller den Riederwald nach dem 1:2 bei den Bayern und einer Negativserie in der Rückrunde verlassen musste. Am selben Tag hatte sich der Verein aufgrund von Differenzen zwischen einem Großteil der Mannschaft und Uli Stein vom damaligen Kapitän getrennt, der bei den Fans beliebte Toppmöller hatte sein Schicksal mit dem des Torhüters verknüpft. Der „Doppel-Wumms vom Main“ – so der kicker am 10. April 2025 im Rückblick –, in dieser Konstellation wohl einmalig in der Bundesligahistorie, war perfekt. Mit Karl-Heinz Körbel an der Linie und Thomas Ernst im Tor rettete sich die Eintracht noch ins internationale Geschäft. 

Klaus Toppmöller auf dem Trainingsplatz im Stadtwald.

11FREUNDE schrieb einst über den nun 75-Jährigen aus der Nähe von Trier, der später den VfL Bochum sensationell in den UEFA-Cup sowie Bayer 04 Leverkusen zu drei Vizetiteln in einer Saison führte: „Der Trainer aus Rivenich verstand es während seiner Laufbahn, Spieler und Fans mit seiner Leidenschaft fast so oft anzustecken wie seine Marlboros.“ Toppmöller sei ein „schrulliger Lautsprecher mit den kuriosen Krawatten“ gewesen. 

Familienleben in der Heimat

Seine Trainerlaufbahn, die 1987 beim FSV Salmrohr während des Ausklangs seiner Spielerkarriere begann, hat der frühere Bundesligastürmer – zu Buche stehen 108 Tore in 204 Spielen für Kaiserslautern – mittlerweile beendet, er genießt sein Familienleben in der Heimat. In seinem Wohnort Rivenich ist er einst quasi in der Gaststätte aufgewachsen; als Aktiver spielte er mit Ausnahme eines Jahres in den USA nur bei Klubs in Rheinland-Pfalz.

Ich habe eine tolle Frau, drei super Kinder und fünf wunderbare Enkel.

Klaus Toppmöller vor fünf Jahren an seinem 70. Geburtstag

Über seine Verbundenheit zur Heimat und die Familie sagte er vor knapp zwei Jahren im Interview mit Sports Illustrated: „Für mich hatte die Familie immer Priorität. Wann immer es ging, fuhr ich nach Hause. Auch unter der Woche. Aus Bochum zweimal die Woche nach dem Training, immer mitten durch den Stau rund um Köln. Selbst aus Hamburg bin ich mindestens einmal unter der Woche heim. Erst mit dem Flugzeug, bis ich merkte: Mit dem Auto bist du genauso schnell. Ich war ein sehr häuslicher Typ. Und bin es noch immer. Weg aus Rivenich wollte ich nie. Und meine Frau auch nicht.“ 

Alles Gude zum 75., Toppi!

Zu seinem 70. Geburtstag sagte er: „Ich habe eine tolle Frau, drei super Kinder und fünf wunderbare Enkel.“ Eines der Kinder ist, na klar, Ex-Eintracht-Coach Dino, der ebenso wie zum Beispiel Enkel Lionel, der für die Eintracht U17 aufläuft und am vergangenen Wochenende ein herrliches Freistoßtor erzielt hat, Vornamen von berühmten Fußballern erhalten hat. 

Am heutigen Mittwoch wird Klaus Toppmöller 75 Jahre alt. Die Eintracht wünscht alles Gude!