01.08.2025
International

Am Puls des Super-Bowl-Champions

Hautnahe Eindrücke vom Teamtraining, aufschlussreiche Gespräche und inspirierende Ansprachen: die Eintracht zu Besuch bei den Philadelphia Eagles.

Die Adler aus dem Herzen von Europa treffen die Adler von der US-Ostküste – Eintracht Frankfurt meets Philadelphia Eagles. Eine Delegation der Eintracht um Vorstandssprecher Axel Hellmann, Sportvorstand Markus Krösche, Ole Siegel (Referent des Sportvorstands) und Jan Martin Strasheim (Direktor Kommunikation & Marke) besuchte das Training Camp des NFL-Topteams. Wie die hessischen Bundesligafußballer steckt auch der amtierende Super-Bowl-Champion in der Saisonvorbereitung. Hautnahe Eindrücke vom Training der American Footballer, Austausch mit Klubverantwortlichen und Fans in lockerer Atmosphäre, viele Eindrücke und Inspiration sowie ein Blick auf die Super-Bowl-Trophäen und -Ringe. NFL pur.

„Man kann sich einige Dinge vom US-amerikanischen Profisport abschauen. Aber was mich heute am meisten beeindruckt, ist, dass bei 37 Grad und gefühlt 100 Prozent Luftfeuchtigkeit so viele Fans zu einer Trainingssession kommen. Ebenso die Organisation, insbesondere der Entertainmentfaktor. Natürlich ist nicht alles übertragbar in unsere Welt, aber etwas mehr Anfassbarkeit tut uns schon gut. Es ist alles sehr nah ohne übermäßig viel Security. Alle halten sich an die Regeln, das Drumherum ist hochprofessionell aufgezogen“, sagt Axel Hellmann. Kaum auf dem weitläufigen Trainingsgelände angekommen, kam der Vorstandssprecher Eintracht Frankfurt Fußball AG mit langjährigen Eagles-Fans ins Gespräch. 

Mit unserem Adler können hier im Vergleich zu vor einigen Jahren schon deutlich mehr Menschen etwas anfangen.

Vorstandssprecher Axel Hellmann

„Mich interessieren vor allem drei Dinge. Wie ist die Stimmung im jeweiligen Klub? Ich möchte den Puls fühlen. Nach dem Gewinn des Super Bowls ist diese bei den Eagles natürlich hervorragend. Die Fans erwarten die Titelverteidigung, die Offiziellen sind etwas zurückhaltender. Dann interessieren mich die organisatorischen Abläufe. Punkt drei: Kennen sie Eintracht Frankfurt und die Bundesliga? Dahingehend ist die Bilanz gemischt: Manche sind zu 100 Prozent auf ihren Sport und die Eagles fokussiert. Ich habe aber auch schon Fans getroffen, die sich unser Spiel gegen Aston Villa im Fernsehen angeschaut haben und uns als Klubmarke verfolgen. Mit unserem Adler können hier im Vergleich zu vor einigen Jahren schon deutlich mehr Menschen etwas anfangen“, so Hellmann, der sich gerne American Football anschaut, eine für ihn „faszinierende Sportart“ – und das nicht erst seit den zwei NFL-Games im Deutsche Bank Park im Herbst 2023.

Eine „faszinierende Sportart“

Einer der Fans, mit denen Axel Hellmann plaudert, ist Mike – einst auch Jugendfußballtrainer. „Fußball steht im Ranking noch hinter den vier großen Sportarten Football, Baseball, Eishockey und Basketball, aber der Sport wächst rasant. Ich kann mir vorstellen, dass Fußball in Zukunft in unserer Gegend hinter Football und Baseball zur Nummer drei aufsteigen kann. Alle jungen Spieler wollen für die Philadelphia Union Academy auflaufen, die Verantwortlichen dort machen einen tollen Job. Union ist unser Team“, berichtet er.

Aufseiten der Eagles eingefädelt hatte den Besuch Norman Vossschulte, Vice-President Fan Experience & Sustainability. Kurzum, „alles, was den Fan betrifft, von Guest-Service bis Ticketing sowie Nachhaltigkeit“, wie der gebürtige Hesse über seine Aufgaben sagt. Aufgewachsen in Wiesbaden und Dauergast im Frankfurter Waldstadion, um Yeboah und Okocha zu sehen, zog es ihn über das Studium in New York sowie einen Job bei Disney in Florida vor 14 Jahren zu den Eagles – weiterhin mit enger Bindung zur alten Heimat. „Wenn die Eintracht samstags spielt, läuft während des Frühstücks natürlich die Bundesliga auf ESPN – Europapokalabende auch. Wenn ich in Deutschland zu Besuch bin, gehe ich gerne ins Stadion. Eintracht für immer“, so Vossschulte mit einem Lachen.

Fußball wächst schnell

Er fügt an: „Als ich unserem Präsidenten [Don Smolenski; Anm. d. Red.] erzählt habe, dass Eintracht Frankfurt zu Besuch sein wird, sagte er ‚Hey cool, die spielen in der kommenden Saison in der Champions League‘. Die Eintracht und die Bundesliga steigern ihren Bekanntheitsgrad in den USA, die Spiele laufen im Fernsehen. Fußball ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in Amerika, und natürlich hoffe ich, dass die Eintracht das größte Team bei uns wird.“

„Die Eintracht hat ein tolles Museum, und ich habe hier schon öfter gesagt, dass wir auch ein Museum brauchen. So wie ihr von uns, können auch wir von euch lernen“, erzählt Vossschulte.

Inspirierende Ansprachen

Am Abend kehrte die Eintracht noch einmal zurück zu den Eagles, diesmal in großer Runde: Mannschaft, Trainerteam sowie das Team hinter dem Team standen inmitten der überdimensionalen Indoor-Trainingshalle.

Dom DiSandro aka Big Dom, seit 1999 im Klub, hat einen engen Draht zum Team und unterstützt die Spieler auch abseits des Platzes in vielen Belangen. Er ist, so schreiben es die Eagles, „für alle Sicherheitsangelegenheiten der Spieler, Trainer und Führungskräfte zuständig. Außerdem leitet er die Sicherheit im Trainingszentrum, ist für Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit Teamreisen und Logistik verantwortlich und schult die Mitarbeiter in Bezug auf die Verhaltensrichtlinien der NFL“.

Der NFL-Klub nahm die Gäste in einem packenden Clip mit auf die Reise zum jüngsten Super-Bowl-Titel, anschließend folgten inspirierende Ansprachen von Präsident Don Smolenski und Dom DiSandro. Die beiden schilderten, wie das Team auf dem Weg zur zweiten Meisterschaft Woche für Woche gewachsen und zusammengewachsen ist, wie aus Mitspielern Freunde wurden, die alle geschlossen nur einem gemeinsamen Ziel folgten: die silberne Vince-Lombardi-Trophäe zu gewinnen. Inspirierend, ansteckend. Dom DiSandro aka Big Dom richtete seine Worte vor allem an die jungen Spieler und sprach von Fokus sowie auch Gefahren abseits des Platzes, die einen vom Wesentlichen ablenken können.

Eintracht Frankfurt und die Philadelphia Eagles – Adler unter sich. Go birds!