09.12.2025
Europapokal

„An einem Strang gezogen“

Markus Krösche, Dino Toppmöller, Mario Götze und Ansgar Knauff sehen trotz Niederlage eine gute Reaktion des Teams. Die Stimmen nach dem umkämpften Duell in Barcelona.

Sportvorstand Markus Krösche: Es war wichtig, dass wir als Mannschaft aufgetreten sind. Wir haben es gut verteidigt gegen eine sehr gute Mannschaft, hatten unsere Umschaltmomente und haben ein sehr schönes Tor gemacht. Nene hat einen super Ball gespielt, Ansgar sich super durchgesetzt und cool abgeschlossen. Wir können zufrieden sein mit unserer Leistung. Das muss der Standard sein. Schade, dass wir nicht einen Punkt mitgenommen haben. Die Jungs haben gesehen, dass wenn wir als Mannschaft agieren und jeder sich an den Plan hält, wir gegen jeden Gegner mithalten können. Wenn wir so auftreten, dann können wir auch wieder Spiele gewinnen. Es war klar, dass du nur wenige Möglichkeiten gegen Barcelona bekommst. Diese musst du effizient nutzen. Wir haben ein bisschen Pech mit der Latte, der Schuss von Ellyes geht knapp drüber. Jetzt sammeln wir uns, ruhen uns morgen aus und dann wollen wir in der Bundesliga noch sechs Punkte holen vor der Winterpause.

Cheftrainer Dino Toppmöller: Die Reaktion der Jungs nach dem Spiel am Wochenende war sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Unser Fokus lag vor allem auf dem, was wir komplett unter Kontrolle haben: Einstellung, Einsatz und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Den Defensivplan haben wir überragend gut umgesetzt, dann konnten wir Nadelstiche setzen – leider den einen oder anderen zu wenig. Wir haben gesehen, dass wir Barcelona wehtun können, wenn sich die Momente geboten haben – wie beim 1:0. Es ist schade, dass Skhiri nicht das zweite Tor macht. Wir wussten, dass Barcelona viel Ballbesitz haben und uns hinten reindrücken wird – aber ohne die ganz großen Chancen, wir haben es gut verteidigt. Wir sind selbstbewusst aus der Kabine gekommen, hatten eine gute Phase und Bock, ein zweites Tor zu machen. Dann kassieren wir leider ein Gegentor, das sehr schwierig zu verteidigen ist. Am Ende ist es ärgerlich, dass wir ausgerechnet ein Standardtor kassieren und das Spiel am Ende dadurch verlieren. 

Wir haken das Spiel ab, können daraus aber viel Positives für die Bundesliga mitnehmen.

Ansgar Knauff

Mario Götze: Wir wussten um die Schwere dieses Spiels und mussten eine Reaktion zeigen. Das ist uns gelungen. Trotzdem ist es hintenraus ärgerlich mit den zwei Kopfballgegentoren. Wir kommen nach der Führung motiviert aus der Kabine. Marcus Rashford macht es vor dem 1:1 gut – super Flanke, top gespielt, nach dem Seitenwechsel kurz den Raum genutzt. Aus der Entfernung ist das eine sensationelle Vorlage und Koundé läuft perfekt ein. Aber das zweite Gegentor darf uns nicht passieren. Insgesamt haben wir gut verteidigt und die Räume eng gemacht. Das war besser als in den Spielen davor. Die Mannschaft hat es gut gemacht und an einem Strang gezogen. Wir mussten leiden, gerade in der ersten halben Stunde war es schon hohes Tempo. Wir mussten viel wegverteidigen und gleichzeitig gefährlich nach vorne bleiben. Ein gutes Auswärtsspiel.

Ansgar Knauff: Wir wollten nach der bitteren Niederlage in Leipzig unbedingt eine Reaktion auf den Platz bringen. Das haben wir von der ersten bis zur letzten Minute gut gemacht und alles gegeben, nur leider nichts mitnehmen können. So ist Fußball manchmal, alles ist eng beieinander. Wir haben noch die Riesenchance auf das 2:0, dann sieht es vielleicht besser aus. Nach den zwei Gegentoren nach starken Flanken kommen wir leider nicht mehr zurück. Wir ärgern uns, haben aber über weite Strecken unseren Plan umgesetzt. Wir haken das Spiel ab, können daraus aber viel Positives für die Bundesliga mitnehmen.

Hansi Flick (Cheftrainer FC Barcelona): Natürlich will jeder lieber ein Spiel sehen, in dem wir direkt gut reinkommen und in Führung gehen. Die Eintracht ist ein Team mit viel Dynamik und Tempo, ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Frankfurt hat sehr gut verteidigt und es uns nicht einfach gemacht, sie haben gekämpft. Wenn sie den Ball hatten, haben sie viel Speed auf den Rasen gebracht. Das ist Champions League, es gibt keine einfachen Spiele – so auch heute nicht. Wir haben es bis auf einige falsche Entscheidungen in der ersten Halbzeit weitgehend kontrolliert. Ich bin sehr froh, dass wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind, es zeigt unsere Einstellung und Mentalität. Wir geben nicht auf.