11.09.2026
Team

„Auf diesen Moment habe ich gewartet“

Das Profidebüt mit dem Adler auf der Brust, Ambitionen und Selbstkritik, der Saisonstart, das bevorstehende Rhein-Main-Duell gegen Mainz, Dankbarkeit und mehr: Keita Kosugi im Interview.

Keita, in den ersten Pflichtspielen der noch jungen Saison 2026/27 standest Du jeweils 90 Minuten auf dem Platz. Wie zufrieden bist Du mit Deiner Leistung?
Natürlich hat es mich sehr gefreut, in der Startelf zu stehen – dafür bin ich Adi Hütter und meinen Mannschaftskollegen dankbar, auch den Fans für die Unterstützung. Mit meinen Leistungen bin ich aber nicht 100-prozentig zufrieden, ich kann und muss es besser machen. Besser, besser, besser. In dieser Liga und Atmosphäre muss ich mit noch mehr Intensität spielen. 

Warst Du aufgeregt vor Deinem Debüt?
Ich sage es mal so: Auf diesen Moment habe ich gewartet, seit ich hierhergekommen bin. Die erste Jahreshälfte war nicht einfach für mich, entsprechend habe ich mich darauf gefreut, endlich zu spielen. 

Ich musste geduldig sein.

Keita Kosugi

Du sprichst es gerade an: Du bist im Januar zur Eintracht gekommen, die Zeit bis zum Sommer war nicht immer einfach. Wie bist Du damit umgegangen, welche Ziele hattest Du vor Augen?
Ich musste geduldig sein. Schritt für Schritt. Ich habe mir immer kleine Ziele gesetzt und versucht, diese zu erreichen. Dann kam das nächste Ziel. Um in der Bundesliga zu bestehen, braucht man Selbstvertrauen. Das halbe Jahr mit allem, was passiert ist, war fordernd, aber hat mich stärker gemacht. Ich will für den Klub alles geben und kämpfen und der Mannschaft helfen; immer hungrig bleiben. 

Du trainierst täglich auf diesem Niveau, aber nun hast Du Dein DFB-Pokal-, Bundesliga- und Heimdebüt innerhalb wenigen Woche gefeiert. Wie hat sich Bundesligafußball für Dich angefühlt?
Intensität und Qualität sind sehr hoch. Jedes Team hat individuelle Klasse und einen bestimmten Stil. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung. Wenn man in der Bundesliga einen Fehler macht, wird das normalerweise sofort bestraft.

Hast Du viele Nachrichten aus Deiner japanischen Heimat bekommen? 
Ja, meine Familie und Freunde haben mir natürlich zu meinem Debüt gratuliert. Auch an dieser Stelle: Vielen Dank für all die Unterstützung und das Vertrauen. 

Haben sich Deine Freunde und Familie die Spiele in Japan angeschaut?
Ja, auf jeden Fall!

Auswärts gegen den 1. FC Union Berlin gibt Keita Kosugi sein Bundesligadebüt.

Cheftrainer Adi Hütter hat zuletzt betont, wie froh er darüber sei, dass Ritsu Doan in Frankfurt bleibt und sich gegen einen Wechsel entschieden hat. Dir geht es sicherlich ganz genauso, oder?
Ja, klar! (lacht) Ritsu ist einer der besten Spieler Japans und ein top Bundesligaspieler. Es ist für mich eine Ehre, gemeinsam mit ihm zu spielen. Er ist sehr erfahren und kennt die Liga sehr gut, ich kann viel von ihm lernen. Er hat mir schon öfters wichtige Ratschläge bezüglich meines Spiels gegeben. 

Du hast vor Deinem Wechsel zur Eintracht 62 Pflichtspiele für den schwedischen Klub Djurgårdens IF absolviert, unter anderem auch in der UEFA Conference League gespielt und dort das Halbfinale erreicht. Dennoch: Wie groß war die Umstellung zur Bundesliga und den Fußball in Deutschland?
Alles ist anders: die Bedingungen und Räumlichkeiten, die Stadien, die Fans, die Intensität, das Leistungsniveau. In Schweden wird guter Fußball gespielt, aber die Bundesliga ist einige Stufen darüber – ein großer Schritt. 

Der Start war nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Aber wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen, sondern müssen nach vorne blicken und hart arbeiten.

Keita Kosugi

Sieg im DFB-Pokal, Unentschieden zum Saisonstart auswärts gegen Union Berlin und eine bittere Heimniederlage gegen Augsburg: Wie bewertest Du den Saisonauftakt 2026/27?
Ich hatte mir mehr erhofft. Wir haben es aber nicht geschafft, das einzufahren, was wir uns vorgenommen hatten. Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir haben zu viele Gegentore kassiert, das betrifft mich als Verteidiger auch direkt. Ich will jeden Zweikampf gewinnen und muss meine Aufgaben gründlich erledigen, um dem Team all meine Energie zu geben. Der Start war nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Aber wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen, sondern müssen nach vorne blicken und hart arbeiten. Wir sind eine starke und ambitionierte Mannschaft.

Ansgar Knauff hat Dich nach dem Spiel gegen Augsburg gelobt und gesagt, dass Du auf einem guten Weg seist und allen noch viel Freude bereiten werdest. Was sagst Du dazu?
Zu hören, dass Ansgar diese Worte über mich gewählt hat, ist sehr schön, das freut mich. Er ist ein toller Spieler, der schon lange für Eintracht Frankfurt spielt, und zudem auch ein toller Typ. 

Am Samstag wartet das Rhein-Main-Duell gegen den 1. FSV Mainz 05. Wie schätzt Du den Gegner ein, was erwartest Du für ein Spiel?
In Mainz wartet ein schweres Spiel auf uns. Sie haben individuelle Qualität, machen es gut bislang und mussten noch kein Gegentor hinnehmen. Wir bereiten uns als Mannschaft darauf vor und werden zu 100 Prozent bereit sein. Wir müssen uns gegenseitig vertrauen und dann alles für den Klub und die Fans geben. Ich bin sehr zuversichtlich.