12.03.2022
Historie

„Aus Respekt gegenüber dem Verein“

Bochums Danny Blum erklärt, weshalb er sein Tor im Hinspiel nicht bejubelt hat, spricht über die größten Highlights zu Eintracht-Zeiten und blickt auf das Wiedersehen am Sonntag.

Danny, du hast von 2016 bis 2018 für die Eintracht gespielt und hier unter anderem dein Bundesligadebüt gefeiert. Welche Erinnerungen hast du daran?
Sehr gute! Schon aus dem Grund, dass ich ein Sommerkind bin und es zu diesem Zeitpunkt draußen warm war. Ich habe mich damals sehr darüber gefreut, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein Debüt feiern durfte. Es hat mich unfassbar stolz gemacht, da das der Traum eines jeden Fußballers ist. Daher sind die Erinnerungen an mein Debüt, obwohl wir gegen Darmstadt verloren haben, sehr gut.

Du hast 2018 mit Frankfurt auch den DFB-Pokal gewonnen. Würdest du sagen, dass das der bisher größter Sieg deiner Karriere war?
Ja, das muss man so sagen. Der DFB-Pokal ist etwas ganz Besonderes. Wenn man im Finale steht, benötigt man auch etwas Losglück. Heimspiele sind immer vom Vorteil. 2017 waren wir ebenfalls im Endspiel, welches wir leider nicht gewinnen konnten. Die Niederlage war aber ein enormer Ansporn für uns. Das ganze Drumherum in Berlin mit dem Pokalfinale hat eine unfassbare Strahlkraft. Dass wir dann gegen die Bayern gewinnen konnten, war eine Sensation und einer der schönsten Momente in meinem Leben.

„Einer der schönsten Momente in meinem Leben“: Danny Blum zwischen Aymen Barkok (l.) und Marc Stendera (r.) nach dem DFB-Pokalsieg 2018 in Berlin.

Gibt es noch weitere schöne Erfahrungen, die du in Frankfurt gesammelt hast?
Generell würde ich meine Zeit in Frankfurt als sehr schön einstufen. Wir haben sehr viele tolle Momente mit der Mannschaft erlebt. Ich erinnere mich auch gerne zurück an meine erste Saison, welche nicht ganz so einfach war, weil wir im Vorjahr in die Relegation mussten. Ein paar Monate später standen zwischendurch plötzlich auf Rang drei. Die Konstellation war vor dem Hintergrund, dass wir sehr viele verschiedene Nationen mit unterschiedlichen Sprachen im Kader hatten, nicht alltäglich. Wir haben das als Mannschaft sehr gut gelöst und hatten eine unvergessliche Zeit.

Du warst mit Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf gut befreundet. Wie ist der aktuelle Kontakt zu den beiden oder zu anderen ehemaligen Kollegen?
Ich habe vor kurzem erst mit Kevin geschrieben und auch zu Marius habe ich noch Kontakt. Natürlich auch mit vielen anderen Spielern wie Timothy Chandler, Branmir Hrgota oder Jetro Willems. Mit den Jungs tausche ich mich nach wie vor gerne aus. Es ist schön zu sehen, wie der Kontakt bestehen bleibt, wenn wir eine gemeinsame Zeit, wie wir sie hatten, zusammen verbracht haben.

Früher häufiger angeschlagen, aber zuletzt körperlich stabil: Danny Blum.

Du hattest zuvor mit muskulären Problemen zu kämpfen, aber zuletzt gegen Leipzig und Fürth gespielt. Wie geht es dir aktuell?
Ich habe schon öfter muskuläre Probleme in meiner Karriere gehabt. Mittlerweile hat man die Ursache für herausgefunden. Ich arbeite sehr hart daran, um weiteren Verletzungen vorzubeugen. Aktuell gelingt mir das sehr gut, mein Körper fühlt sich von Woche zu Woche besser an. Die Spielzeit tut mir auch sehr gut, weil das eine andere Intensität als reines Training ist. Ich bin sehr froh über jede Einsatzminute, die ich bekomme.

Nun triffst du im direkten Duell mit Bochum auf deine alte Heimat. Im Hinspiel hast du in der Startelf gestanden und ein Tor geschossen, bei welchem du nicht gejubelt hast. Warum?
Ich habe im Vorhinein schon kommuniziert, dass ich aus Respekt gegenüber dem Verein grundsätzlich nicht jubeln möchte. Die Verbindung mit der Eintracht ist zu stark, als dass ich nach einem Tor ausgelassen feiern könnte. Dafür war die gemeinsame Zeit zu prägend. Ich hoffe, dass das auch anerkannt wurde.

Es wird eine sehr interessante Begegnung mit vielen Zweikämpfen. Die Zuschauer können sich auf das Spiel freuen.

Danny Blum

Rechnest du mit einem Startelfeinsatz?
Das wäre schön. Jeder Fußballer möchte immer spielen, aber am Ende des Tages entscheidet der Trainer. Ich bin dankbar für jede Minute, die ich erhalte. Vor allem sind die Spiele gegen die alte Heimat immer etwas ganz Besonderes. Lassen wir uns überraschen, welche Aufstellung der Trainer wählen wird.

Was sind deine Erwartungen für das Spiel am Sonntag?
Ich glaube, dass es ein sehr intensives Spiel sein wird. Wenn man die Entwicklung der Eintracht in den vergangenen Jahren verfolgt, ist das sehr beeindruckend. Die Spielphilosophie hat sich seit meiner Zeit verändert. Sie spielen einen sehr intensiven und aggressiven Fußball. Es wird eine sehr interessante Begegnung mit vielen Zweikämpfen. Die Zuschauer können sich auf das Spiel freuen.

Das Interview erschien als erstes im neuen Eintracht-Magazin „Im Herzen von Europa“: