17.10.2025
Europapokal

Neapel: Antrag auf Verlegung abgelehnt

UEFA lehnt Verlegung des Champions-League-Spiels SSC Napoli gegen Eintracht Frankfurt ab.

Die UEFA hat einen Antrag von Eintracht Frankfurt, das Champions-League-Spiel am vierten Spieltag der Ligaphase gegen die SSC Napoli vor dem Hintergrund des behördlich verfügten Ausschlusses von Eintracht-Anhängern an einen neutralen Ort zu verlegen, erwartungsgemäß abgelehnt.

Somit wird die Partie am 4. November wie vorgesehen in Neapel und ohne Eintracht-Fans stattfinden. Der Verkauf des nach den UEFA-Regularien dem Gastverein zustehenden Kartenkontingents in Höhe von fünf Prozent der Gesamtkapazität, rund 2500 Karten, war der SSC Napoli am 22. September durch Erlass der zuständigen Präfektur untersagt worden.

„Der völlig unterschiedliche Umgang der teilnehmenden Länder und Nationalverbände mit Hochrisikospielen an den jeweiligen Standorten ist mittlerweile zu einem echten Problem für die europäische Fankultur und die Integrität der europäischen Klubwettbewerbe geworden. Es kann nicht sein, dass an den meisten Standorten Gästefans selbstverständlich und trotz großer Herausforderungen willkommen bleiben und an einigen anderen Standorten, wie zuletzt vor allem in Frankreich und Italien, bei identischer Vorauslage und Gefährdung Gästefans schlicht behördlich ausgeschlossen werden“, beschreibt Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Philipp Reschke die Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit im europäischen Klubfußball.

Eintracht Frankfurt hatte Anfang Oktober unter Verweis auf sicherheitstechnische und organisatorische Mängel am Standort Neapel einen Antrag bei der UEFA eingereicht, das Spiel an einen neutralen Ort zu verlegen oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen.

Ein belastbares Signal der UEFA in die richtige Richtung.

Philipp Reschke, Vorstandsmitglied Eintracht Frankfurt

„Das Regelwerk der UEFA gibt den von behördlichen Gästefanausschlüssen einseitig betroffenen Klubs und auch dem Verband selbst noch kein Instrument an die Hand, gegen diese Praxis und den daraus folgenden atmosphärischen und damit sportlichen Wettbewerbsnachteil vorzugehen oder ihn zumindest auszugleichen“, erläutert Reschke.

Die UEFA bestätigte in ihrer Mitteilung, sich in Anbetracht der zunehmenden Ausschlusspraxis mit der Anpassung der Regularien intensiv zu befassen.

„Wir bewerten das bei aller Verärgerung über die Umstände, denen wir einmal mehr in Neapel ausgesetzt sind, als ein belastbares Signal der UEFA in die richtige Richtung. Eine Chance auf Veränderung gibt es nur, wenn die veranstaltenden Heimvereine zukünftig in die Mitverantwortung für behördliche Einschränkungen genommen werden und diese Handhabung von Sicherheitsfragen nicht weiter einseitig Gästefans und Gastmannschaften benachteiligt“, so Reschke abschließend.

Seit dem ersten Ausschluss von Eintracht-Fans in Neapel 2023 kam es bis heute zu 15 weiteren Fällen von behördlich verfügten Gästefanausschlüssen in den Europapokalwettbewerben der UEFA.