17.09.2021
Bundesliga

Beschlossener Stabilitätspakt

Fokus Bundesliga: In Wolfsburg soll der Knoten platzen. Kompakt sind sowohl Frankfurt als auch der VfL. In der jüngeren Vergangenheit waren oftmals Nuancen entscheidend.

Exakt 120 Tage ist es her, als Oliver Glasner das letzte Mal an der Seitenlinie der Volkswagen Arena in Wolfsburg stand. Am Sonntag steht der Coach wieder dort – dirigiert dann aber die Gäste aus Frankfurt und nicht die gastgebenden Wölfe. Gegen seinen Ex-Klub will Glasner mit der SGE am fünften Spieltag den ersten Dreier der Saison einfahren. Das Momentum liegt scheinbar bei den Hausherren, die Adlerträger allerdings wissen, wie der VfL zu schlagen ist.

Zwei der vergangenen drei Bundesligaduelle gegen den VfL hat die Eintracht gewonnen. Das sind genauso viele wie in den 14 Duellen zuvor zusammen. Erstmals überhaupt könnten die Hessen nach dem atemberaubenden 4:3 im bisher letzten Vergleich zwei Bundesligasiege in Folge gegen die Wölfe feiern. Der VfL allerdings zeigt sich in der noch jungen Bundesligasaison in bestechender Frühform. Unter dem neuen Coach Mark van Bommel endeten erstmals seit der Saison 2003/04 die ersten beiden Ligaheimspiele siegreich. Sechs von 23 Teams, denen dies in der Ligahistorie gelang, feierten am Saisonende den Meistertitel.

Defensiv stehen die Wölfe sicher

Vor allem defensiv steht der VfL bisher sicher. Schon drei Mal spielten die Wölfe zu null – das ist Ligabestwert zusammen mit Mainz 05. Erstmals in der Vereinsgeschichte kassierte der VfL Wolfsburg in den ersten vier Saisonspielen in der Bundesliga dabei  einen einzigen Gegentreffer – von Neuzugang Dodi Lukebakio, der am zweiten Spieltag noch für Hertha BSC auflief.

Dodi Lukébakio – hier noch im Trikot der Hertha gegen Frankfurts Tuta - konnte als einziger Spieler in dieser Saison bisher Koen Casteels überwinden. Nun spielt er selbst für die Wölfe.

Coach Mark van Bommel ist der erste Wolfsburg-Trainer, der seine ersten vier Bundesligaspiele alle gewinnen konnte. Vier der letzten sieben Teams, die zwölf Punkte aus den ersten vier Spielen einer Bundesligasaison holten, wurden am Ende sogar Deutscher Meister. Van Bommel allerdings drückt auf die Euphoriebremse: „Natürlich bin ich froh, dass wir vier Mal gewonnen haben, das ist ja ganz klar. Wenn sogar Rekorde damit verbunden sind, umso schöner. Aber das ist wirklich nicht ausschlaggebend für mich.“ Ausschlaggebend werden laut dem Ex-Profi die 90 Minuten auf dem Platz. Dass die Eintracht neun Zähler weniger auf dem Konto hat, ist für den Niederländer zweitrangig. „In meinen Augen spielen sie einen guten Fußball, was man auch in der Europa League gesehen hat. Frankfurt hat Fähigkeiten, die nicht viele Mannschaften haben. Nur die Ergebnisse stimmen bislang nicht. Man sagt dann schnell, dass der Saisonstart nicht gut war. Aber so sehe ich das nicht.“

Glasner kennt Ex-Team noch in- und auswendig

Nach seiner Zwangspause gegen Fenerbahce in Wolfsburg wieder an der Seitenlinie: Oliver Glasner.

Auch wenn so manche Statistik vor dem 45. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften für die Gastgeber sprechen mag, möchte Eintracht-Coach Oliver Glasner gegen seinen alten Klub den ersten Dreier der Saison einfahren. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel ließ er durchblicken, auf was es aus seiner Sicht ankommen wird. „Wir werden in Wolfsburg Effektivität vor dem Tor benötigen, weil sie nicht viele Chancen zulassen. Mein Trainerteam und ich kennen den VfL Wolfsburg sehr gut und sind vorbereitet“, so Glasner, der aus den vergangenen Spielen das Positive zieht: „Wir haben nun vier Spiele nicht verloren und auch nicht gewonnen. Bei mir ist das Glas halbvoll. Wir haben in den vergangenen vier Spielen nur drei Gegentreffer bekommen und werden stabiler in unseren defensiven Abläufen“, erklärte der Österreicher.

Der Chefcoach gab zudem einen interessanten Einblick: Vor dem Hinrundenspiel vergangene Saison zwischen der Eintracht und Wolfsburg waren beide Mannschaften die Remiskönige der Bundesliga mit insgesamt sieben Unentschieden. „Sind das jetzt sieben sieglose oder sieben ungeschlagene Spiele? Das entscheidet immer das Spiel danach“, beantwortete Glasner seine Frage gleich selbst. Wolfsburg hatte mit 2:1 die Oberhand behalten, „wir war damals nun acht Spiele ungeschlagen und die Helden, die Eintracht acht Spiele sieglos und es gab Drama. Am Ende des Tages machte ein Tor in der 89. Minute den Unterschied“. Für ihn und das Trainerteam sei es deshalb umso wichtiger, diese „nahezu groteske“ Kategorisierung nicht mitzumachen und sich auschließlich mit dem Fußball zu beschäftigen.

Dass seine Elf zwei Tage weniger Zeit zur Erholung hatte – Wolfsburg war bereits am Dienstag in der Champions League gegen Lille (0:0) im Einsatz – spielt für Glasner nur bedingt eine Rolle. „Zwei Tage Pause Unterschied ist schon ein Vorteil für Wolfsburg. Ich will aber nicht vorab Ausreden suchen. Denn wenn jemand müde ist, spielt ein anderer. Wir werden maximal 16 Spieler einsetzen, die alle topfit sind.“

Im Idealfall bringen die maximal 16 Spieler am Sonntagabend dann die ersten drei Punkte mit zurück an den Main – und sei es durch ein Tor in der 89. Minute.

Zum Spiel

Anstoß: Sonntag, 19. September, 19.30 Uhr, 5. Spieltag, Bundesliga, 2021/22.
Stadion: Volkswagen Arena, Wolfsburg.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 19.20 Uhr live. Die Sehbehindertenreportage gibt es hier.
TV-Hinweis: DAZN überträgt ab 19 Uhr live.

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