08.11.2025
Team

„Bin absolut im Hier und Jetzt“

Gegen Mainz im Deutsche Bank Park, gegen Wolfsburg in der Autostadt: Für Jonathan Burkardt und Rebecka Blomqvist bedeutet das ein Wiedersehen mit ihren Ex-Klubs. Das Eintracht-Duo im Interview.

Elf Jahre trug Jonathan Burkardt das Trikot des 1. FSV Mainz 05, von der Jugend bis hin zu 144 Profipflichtspielen. Im Sommer wechselte der gebürtige Hesse unters Adlerdach, mit der Eintracht trifft er am Sonntag im Deutsche Bank Park erstmals auf die Nullfünfer. 

Jonny, in dieser Woche hast du die Trophäe als Bundesligaspieler des Monats Oktober erhalten. Was denkst du?
Es ist eine große Ehre und für mich das erste Mal, dass ich diesen Titel bekommen habe. Vielen Dank, dass mich so viele gewählt haben. Ich bin superglücklich, das ist eine schöne Trophäe für den Schrank zu Hause. Ich bin gut angekommen bei der Eintracht und fühle mich hier sehr wohl. Das sieht man auch auf dem Platz und es freut mich, dass das honoriert wird. 

Am Sonntag wartet für dich persönlich ein besonderes Spiel, zu Gast im Deutsche Bank Park ist der 1. FSV Mainz 05 – dein Ex-Klub. Wie gehst du es an?
Ich bin mit dem Kopf sehr bei der Eintracht und konzentriere mich voll auf das, was ich hier bewirken kann. Natürlich schaue ich immer mal, wie die Jungs spielen, weil mit der Zeit viele persönliche Beziehungen entstanden sind. Nun alle wiederzusehen und zum ersten Mal gegen sie zu spielen, wird sicherlich cool.

Ich bin mit dem Kopf sehr bei der Eintracht und konzentriere mich voll auf das, was ich hier bewirken kann.

Jonathan Burkardt

Ist es denn ein besonderes Gefühl?
Klar, es ist etwas Neues für mich und sicherlich auch ein etwas seltsames Gefühl, die Jungs und viele Staff-Mitglieder nun auf der anderen Seite zu sehen. Wir hatten gemeinsam eine schöne Zeit, ich erinnere mich gerne zurück. Der Verein und die Mannschaft haben mir sehr viel gegeben. Trotzdem, wie gesagt, bin ich absolut im Hier und Jetzt, möchte mich auf meine Leistung konzentrieren und das Sportlich bestmögliche einbringen.

Inwieweit hat sich deine Rolle als Stürmer in Frankfurt im Vergleich zu deiner Zeit in Mainz verändert beziehungsweise angepasst?
Allgemein ist die Spielweise eine andere und dementsprechend auch meine Positionierung als Stürmer. Ich versuche hier nun noch etwas mehr ein mitspielender Stürmer zu sein und der Mannschaft bestmöglich zu helfen. 

Bitte einmal vervollständigen: Mit Frankfurt gegen Mainz …
… möchte ich drei Punkte holen. Es ist ein wichtiges Bundesligaspiel für uns.

Seit diesem Sommer ist Rebecka Blomqvist eine Adlerträgerin, der zehnte Spieltag in der Google Pixel Frauen-Bundesliga hält für die 28-jährige Schwedin nun eine Reise in ihre eigene fußballerische Vergangenheit bereit. Gegner der Eintracht am Samstag, 8. November, 14 Uhr, ist der VfL Wolfsburg, also der Klub, für den die Stürmerin zwischen 2021 und 2025 viereinhalb Jahre spielte und in 92 Pflichtspielen 21 Tore und zehn Assists verbuchte.

Rebecka, wie viele Nachrichten aus Wolfsburg sind in den vergangenen Tagen bei dir eingetrudelt?
(lacht) Es geht. Wir sind sehr mit unseren Spielen beschäftigt, Wolfsburg auch. Joelle Wedemeyer ist eine sehr, sehr enge Freundin, mit ihr habe ich immer Kontakt. Wir beide freuen uns auf das Spiel, und ich mich natürlich ganz besonders. Auch wenn viele Spielerinnen und Mitarbeitende den Klub inzwischen verlassen haben, wird es dennoch viele schöne Wiedersehen geben.

Worauf wird es für euch ankommen, um am Samstag in Wolfsburg etwas mitzunehmen?
Sie haben ein starkes Team, das haben sie auch in der laufenden Saison bereits gezeigt. Sie haben allerdings auch schon Dinge gezeigt, die wir im Spiel ausnutzen können. Das Trainerteam hat uns in der Analyse gezeigt, wie wir sie bespielen müssen.

Auch wenn viele Spielerinnen und Mitarbeitende den Klub inzwischen verlassen haben, wird es dennoch viele schöne Wiedersehen geben.

Rebecka Blomqvist

Zwar hat auch Wolfsburg einen größeren Umbruch hinter sich, aber dennoch: Kommen oder kamen dieser Tage denn Mitspielerinnen oder vielleicht auch der Trainer auf dich zu und haben dich nach Wolfsburg gefragt?
Wäre noch der Trainer oder einige ehemalige Mitspielerinnen da, wäre das vielleicht der Fall gewesen. Aber nach dem Umbruch kenne ich den VfL nicht mehr so in- und auswendig wie man vielleicht denken mag. Unser Trainerteam hat diesbezüglich nach den ausführlichen Analysen sicherlich mehr Ahnung (lacht). Aber klar, sollten sie Fragen haben, dann stehe ich natürlich zur Verfügung.

Ein größerer Umbruch benötigt auch immer Zeit nicht nur in Wolfsburg, sondern auch bei der Eintracht. 13 Pflichtspiele habt ihr inzwischen in der laufenden Saison absolviert. Hast du das Gefühl, dass sich mehr und mehr alles fügt und sich Automatismen immer besser einspielen?
Das kommt mit der Zeit, wir müssen unseren Weg finden. Leistungen und Ergebnisse, mit denen wir nicht zufrieden sind, gehören da dazu. Es ist ein Prozess, wir finden uns mehr und mehr. Mit der Zeit wird man eine sehr gute Entwicklung erkennen, und diese sieht man im Vergleich zum Sommer auch schon deutlich. Wir haben ein hohes Niveau, Aufs und Abs gehören einfach dazu.

Nach dem Ligaspiel in Wolfsburg folgt das Achtelfinalhinspiel im Europa Cup gegen die PSV Eindhoven. Internationale Spiele sind natürlich immer etwas Besonderes. Vorfreude oder voller Fokus auf Wolfsburg?
Voller Fokus auf Wolfsburg! Wie schon gesagt, es geht Schlag auf Schlag – das macht großen Spaß. Ich kenne die ein oder andere Spielern von PSV, eingehend beschäftigt habe ich mich damit aber noch nicht. Mit Jarne Teulings [spielte unter anderem für FC Twente und Feyenoord Rotterdam in den Niederlanden; Anm. d. Red.] haben wir eine Spielerin, die Eindhoven sehr gut kennt – das können wir gut nutzen. Europapokalspiele sind immer etwas Besonderes, es wird spannend. Übernächste Woche [Rückspiel am Donnerstag, 20. November, 18.30 Uhr] unter Flutlicht am Brentanobad wird auf jeden Fall besonders. Wir wollen natürlich weiterkommen.