Djibril, mit etwas Abstand zum Schlusspfiff: Was beschäftigt Euch am meisten?
Wut und Frustration sind da. Es war eines der Spiele, bei denen du am Ende nicht weißt, weshalb du nicht gewonnen hast. Wir haben viel investiert. Viel Aufwand für viel zu wenig Ertrag. Beim Gegner war es genau umgekehrt, manchmal ist es im Fußball so. Fußballerisch müssen wir nicht viel ändern, im mentalen Bereich können wir einen Schritt nach vorne machen. Damit wir solche Gegentore nicht mehr bekommen und vorne die Wut und den Mut wiederfinden, um den Ball reinzumachen.
Wie fällt eine Analyse aus, wenn man ein Gegentor so bekommt, wie es vorab schon geahnt hatte?
Wir müssen den ersten Ball attackieren und die Situation direkt klären. Momentan fallen solche Dinger gegen uns rein. Die letzten Gegentore fielen eigentlich fast alle nach Standards oder langen Bällen. Das ist ein Schema, wo wir ansetzen müssen. Das müssen wir verbessern.
Es ist wichtig, auch mal etwas Wut mitzunehmen.
Djibril Sow
Wenn Eintracht Frankfurt etwas auszeichnet, dann ist es auch der Charakter der Mannschaft. Und deshalb weiß man, dass Ihr positiv gestärkt aus solch einer Phase rauskommen werdet. Wie packt man das vor dem wichtigen Pokalspiel gegen Union Berlin am besten an?
Es ist wichtig, auch mal etwas Wut mitzunehmen. Die ganze Mannschaft ist gerade wütend und frustriert. Aggressiv sein und die nächste Chance, die kommt, einfach reinmachen. Es liegt mehr im mentalen Bereich aktuell. Wenn wir ein Gegentor nach einem ruhenden Ball bekommen, sind wir angespannter. Und wenn wir die erste oder zweite Chance nicht nutzen, dann spielt das im Kopf eine Rolle. Da müssen wir einen Schritt nach vorne machen, das kann man auch trainieren.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Eintracht Pokalwettbewerbe kann – ob DFB-Pokal, UEFA Europa League oder auch die Champions-League-Gruppenphase. Warum seid Ihr in solchen Wettbewerben so stark?
Es sind oft Do-or-die-Spiele und man merkt auch, dass von den Rängen noch einmal eine andere Stimmung kommt. Wir versuchen alles, um das Pokalhalbfinale zu erreichen. Wir haben in diesem Wettbewerb große Ziele. Ich hoffe, dass das Glück wieder etwas auf unsere Seite rutscht. Wir haben es langsam mal wieder verdient.