Vorstandssprecher Axel Hellmann: Wir haben einen anderen Zug auf dem Platz. Wir haben eine andere Fokussierung, sind kompakter, aggressiver. Deswegen gewinnen wir wieder Spiele. Es geht darum, dass auch mal die Mannschaft ein Zeichen setzen kann und nicht immer nur die Ränge. Das haben wir geschafft. Entscheidend ist, dass wir da am Drücker bleiben und die Mannschaft diese Kompaktheit hat. Hier in diesem Stadion sind alle zufrieden, wenn du Zweikämpfe führst, wenn du Zweikämpfe gewinnst, wenn du schnellen Fußball spielst. Es muss auch nicht immer alles gelingen, aber es ist nicht schwer, dieses Stadion zu erwecken. Ich kann mich an kein Spiel gegen Freiburg in den vergangenen Jahren erinnern, in dem es nicht um irgendetwas ging. Das ist für uns schon gelebte Realität. Wie ich auf der Mitgliederversammlung gesagt habe: Ich habe diese Saison nicht abgehakt. Es soll bitte keiner glauben, Eintracht Frankfurt würde eine Saison um den 20. Spieltag herum abhaken. Wir können auf der Zielgeraden noch große Dinge schaffen. So wollen wir von Spiel zu Spiel die Themen angehen und gucken, wohin die Füße uns tragen.
Cheftrainer Albert Riera: Gratulation an meine Mannschaft. Die Spieler haben angeknüpft an die zweite Halbzeit in München, in der sie trotz eines 0:3-Rückstands an unserem Plan festgehalten haben – das war für mich ein wichtiges Signal. Mit diesem Wissen sind wir in eine gute Trainingswoche gegangen, an deren Ende ein sehr wichtiges Spiel gewartet hat. Damit sollen sich die Spieler vorab aber nicht beschäftigen. Wir haben gewonnen, es war aber nicht alles gut. Wir können uns noch verbessern. Die Punkte, die ich meine, sage ich den Spielern aber hinter verschlossenen Türen. Ich will die Spieler besser machen, sie sollen das Spiel genießen und sich mit den Ideen, die wir ihnen mitgeben, wohlfühlen. Genau das habe ich gegen Freiburg in der zweiten Halbzeit gesehen. Die Positionierung der Spieler mache ich immer vom Gegner und deren System abhängig. Zum Beispiel der Seitentausch von Nnamdi Collins und Nene Brown. Nach dem Spiel habe ich Nene gefragt: „Hast du im Spiel gemerkt, was ich dir vor dem Spiel gezeigt habe?“ – ja, das hat er, er hat den Plan hinter der Idee verstanden. Bei Kaua Santos müssen wir Daumen drücken, am Montag sind wir schlauer. Michael Zetterer war sofort bereit, wie jeder andere Spieler will er nur dem Team helfen – jeder Spieler muss wissen, dass er wichtig für die Mannschaft ist, der Zeitpunkt kommt.
Robin Koch: Es war ein schweres Spiel und es war extrem wichtig zu gewinnen, auch aufgrund der Tabellensituation. Das war eine sehr gute, reife Leistung, wir haben verdient gewonnen. Man sieht viele Dinge im Spiel, die der neue Trainer sehen will. Es ist nicht alles perfekt, das wird noch dauern. Aber man sieht seine Ideen und Lösungsansätze. Das wird von Woche zu Woche besser. Der Glaube ist wieder da, dass wir den Gegner auch dominieren können. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass es auch für einen körperlich und läuferisch starken Gegner wie Freiburg nicht immer reicht und sie auch mal zu spät sind. So schießt man dann die Tore. Die nächsten Wochen sind extrem wichtig. Wir haben wieder ein anderes Selbstverständnis. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und dann sehen wir, wie weit es gehen kann. Wenn du Spiele gewinnst, ist die ganze Woche danach viel schöner, weil du einfach eine viel bessere Stimmung hast. Wir haben viele Verletzte. Die Jungs, die reinkommen, machen es extrem gut und helfen der Mannschaft weiter. Ob Aurèle oder andere, das ist extrem wichtig. Heute auch wieder. Die Jungs von der Bank machen den Unterschied. Ich hoffe, dass sich Kaua nicht schwerer verletzt hat.
Nathaniel Brown: Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wenn man gewinnt, ist die Stimmung immer besser. In der ersten Halbzeit haben wir uns etwas schwergetan, aber in die zweite Halbzeit sind wir sehr gut reingestartet. Farès mit dem 1:0, JM mit dem 2:0 – wir haben unser Spiel gemacht. Wir wollten nach der Pause mehr Positionswechsel, mehr Bewegung. In der ersten Halbzeit haben wir nicht die Läufe gemacht, die wir für unser Spiel brauchen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben einen breiten und sehr guten Kader. Die Möglichkeit und das Wissen, dass auf der Bank Kollegen sind, die extreme Qualität haben, tut der Mannschaft gut. Das hat geklappt. Wir möchten viel Ballbesitz haben, attraktiven Fußball zeigen und den Fans etwas zurückgeben. Wir müssen weiter daran arbeiten und es noch besser machen.
Farès Chaibi: Wir haben extrem viel Input vom Trainer bekommen, er gibt uns viel mit. Wir haben den Knoten platzen lassen. Jetzt schauen wir, dass es genau so weitergeht. Es war sehr schwer für mich in den vergangenen Wochen. Umso schöner, dass ich das Tor gemacht habe. Es war ein sehr enges Spiel. Wir haben es geschafft, auf die Siegerstraße zu kommen. Ich gebe alles und arbeite weiter hart. Natürlich bin ich sehr ehrgeizig und möchte mich immer anbieten, von Beginn an spielen zu dürfen.
In erster Linie wünsche ich Kaua Santos, dass nichts kaputt ist, und eine schnelle Genesung.
Michael Zetterer
Michael Zetterer: Allein der Blick auf die Tabelle hat gezeigt, dass es ein super wichtiges Spiel für uns war. Die vergangenen Wochen, gerade zu Hause, sind nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Deswegen ist es ein super Ergebnis vor heimischer Kulisse. In erster Linie wünsche ich Kaua Santos, dass nichts kaputt ist, und eine schnelle Genesung. Ich bin in der Halbzeit zu Kaua rein und habe kurz mit ihm gesprochen. Klar konnte er keine Diagnose stellen. Ich wünsche dem Jungen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Ich bereite mich die Woche vor, wir arbeiten an den Sachen, die für mich wichtig sind, damit ich da sein kann, wenn ich da sein muss. Das war relativ schnell der Fall.
Julian Schuster (Cheftrainer SC Freiburg): Gute Besserung an Kaua Santos. Diese Situation ist symptomatisch, hier hätten wir schon in Führung gehen können. Es war ein Spiel der verpassten Möglichkeiten. Wir haben zu viel liegen gelassen. Sinnbildlich war auch wieder Igors Kopfball kurz vor der Pause, ich habe den Ball schon drin gesehen. Wir wollten auswärts ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt, das haben wir geschafft. Wir haben dafür gesorgt, dass Frankfurt nicht in seine Pressingmomente kommt. Umso ärgerlicher, dass aus so einer Situation das 0:1 entsteht. Da waren wir nach Ballverlust uns nicht schnell genug einig, das hat Frankfurt ausgenutzt. Wenn Frankfurt zu Hause in Führung geht, gibt das Sicherheit und Vertrauen. Das hätte ich mir für uns gewünscht. Vor dem 0:2 verteidigen wir die Tiefe nicht gut. Das kann bestraft werden, und das ist passiert. Es ist ärgerlich, dass wir hier verloren haben. Es war eine Leistung, die uns in den nächsten Wochen helfen kann.

