28.03.2026
Team

„Das war ein Schock“

Ansgar Knauff spricht im Interview über seine Bauch-OP und sorgenreiche Momente, seine schnelle Regeneration, die Wochen nach dem Trainerwechsel sowie den Saisonendspurt inklusive klar definiertem Ziel.

Ansgar, eigentlich bist Du bislang gut durch die Saison gekommen. Plötzlich ereilte uns die Nachricht: „Ansgar Knauff muss sich einem Eingriff im Bauchbereich unterziehen“. Nimm uns mal mit: Was war passiert?
Ein Tag nach dem Spiel [Heimsieg gegen Gladbach, Knauff erzielte ein Tor beim 3:0; Anm. d. Red.] war noch alles okay, den Tag darauf hatten wir frei. Ich saß zu Hause, habe nicht viel gemacht, es ging mir gut. Gegen Mittag habe ich Bauchschmerzen bekommen, die immer stärker wurden, so dass wir irgendwann den Rettungsdienst rufen mussten. Im Krankenhaus ging zum Glück alles schnell, alle haben super reagiert. Ich musste direkt operiert werden, allerdings nur mit einem kleinen Schnitt. Das hat geholfen, dass ich schnell wieder fit werde. Im ersten Moment war es ein Schock.

Vormittags noch auf der Couch und plötzlich auf dem OP-Tisch.
Ja, es kam aus dem Nichts. Wie gesagt, es war ein Schock – für mich, meine Familie und alle, die beteiligt waren. Da ich zunächst nicht wusste, wie lange es dauern würde, bis ich wieder fit bin, war auch die Zeit danach nicht einfach. Ich wurde im Krankenhaus sehr gut betreut und war anschließend in unserer Reha-Abteilung super aufgehoben. Ich habe Tag für Tag etwas mehr gearbeitet und wurde täglich kontrolliert, die Zusammenarbeit mit den Ärzten lief sehr gut. So haben sie mich schnell wieder fit bekommen. Auch wenn das Spiel in Mainz [er hat sein Comeback gegeben; Anm. d. Red.] nicht so gelaufen ist, wie wir uns das alle vorgestellt hatten, so war es dennoch für mich persönlich ein schönes Zeichen, dass ich so schnell wieder zurück bei der Mannschaft sein konnte. 

Ich hatte Glück, dass im Krankenhaus gut und schnell reagiert wurde.

Ansgar Knauff

Die Situation war also sehr kritisch, oder?
Ja, im Darmbereich hatte sich etwas verdreht, die normale Zufuhr – auch Blut – hat nicht mehr funktioniert. Je länger das anhält, desto mehr Komplikationen kann es verursachen. Ich hatte Glück, dass im Krankenhaus gut und schnell reagiert wurde. Meine Verlobte, die sich toll um mich gekümmert hat, meine Mama, meine Familie und andere Menschen um mich herum haben mir in dieser Zeit sehr viel Kraft gegeben. Alle haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich so schnell wieder gesund und fit werden konnte. 

Kommen wir zum Sportlichen. Im System von Cheftrainer Albert Riera scheint den Flügelstürmern eine große Bedeutung zuzukommen. Siehst Du das ähnlich?
Ja, auf jeden Fall. Wir spielen mit klaren Flügeln, die die gegnerische Kette auseinanderziehen, aber auch die Tiefe attackieren und dadurch in gefährliche Räume kommen sollen. Es ist aktuell ein Prozess, wir können noch viel mehr gute Aktionen nach vorne kreieren als in den vergangenen Spielen. Für das, was wir spielen wollen, ist der Flügel eine sehr wichtige und elementare Position. 

Ansgar Knauff schuftet im Training.

Wie hast Du die ersten sieben Wochen unter Cheftrainer Albert Riera erlebt?
Positiv, er bringt viel Neues mit. Es ist aber auch etwas schwieriger, während einer Saison einen Trainerwechsel, der neue Ideen mit sich bringt, zu erleben, als wenn man fünf, sechs Wochen Vorbereitungszeit hat. Wir haben viele Sachen gut angepasst, wissen aber natürlich auch, dass wir bei einigen Dingen Luft nach oben haben. Dass noch nicht alles perfekt läuft und alle Abläufe stimmen, ist nach ein paar Wochen normal. Wir sind insgesamt auf einem guten Weg, wir gehen da gemeinsam durch und wollen was Gutes entwickeln. 

Du zählst zu den erfahreneren Spielern im Team und trägst seit über vier Jahren den Adler auf der Brust. Wie sehr warst Du in der laufenden Saison auch als Ratgeber gefragt?
Gerade in schwierigeren Momenten, in denen es mal nicht so läuft, versuche ich, den Spielern, die noch nicht so lange da sind, eine Stütze zu geben und sie mitzuziehen. Auch, ihnen die Bedeutung dieses Vereins mit allem, was dazugehört, zu vermitteln. 

Hilft die Länderspielpause, bevor es dann in die Crunchtime 2025/26 geht?
Für die Spieler, die bei ihren Nationalmannschaften sind, ist es noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Für alle anderen ist es gut, mal ein paar Tage vom Fußball abzuschalten, den Kopf freizubekommen, sich über andere Dinge Gedanken machen zu können und dann frisch mit neuer Energie hierherzukommen. Ich habe, wie wir als Mannschaft insgesamt, noch klare Ziele für die letzten sieben Spiele. Wir wollen uns für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. Seit ich bei der Eintracht bin, haben wir das jedes Jahr geschafft – manchmal auch dramatisch am letzten Spieltag. Wir alle haben richtig Bock, in den Endspurt zu gehen. Ich bin wieder topfit und werde die Länderspielpause nutzen, um mich auf das bestmögliche Level zu bringen und voll performen zu können.