30.08.2026
Bundesliga

Das war Union Berlin gegen Frankfurt

Dreierpack, Nummer 1 und der 500.: Ebnoutalib folgt auf Nickel, Atubolu mit dem Kaltstart und ein Quartett im Jubiläumsmodus. Die Partie in Köpenick in der Nachbetrachtung.

Na klar, am Ende hätten die Adlerträger, für die der erste Bundesligaspieltag 2026/27 im Stadion An der Alten Försterei etwas Besonderes mit sich brachte, sicherlich gerne auf diese persönlichen Meriten verzichtet, wenn es dafür drei Punkte für das Team gegeben hätte.. Gab es aber nicht, weil der 1. FC Union Berlin – die Nachspielzeit war bereits angebrochen – noch den Ausgleich erzielte und damit einen Punkt rettete. 3:3 (1:2) hieß es am Ende in der Hauptstadt. 

Erster Dreierpacker der neuen Saison: Younes Ebnoutalib erzielt einen lupenreinen Hattrick.

Bestes Beispiel: Younes Ebnoutalib. Dem 23-Jährigen gelangen sämtliche drei Tore für die Adlerträger, sein erster Hattrick in der Bundesliga und das erste Mal seit 1977 (!), dass ein Spieler von Eintracht Frankfurt einen Dreierpack am ersten Matchday der Saison markierte. Dies gelang damals keinem Geringeren als Bernd Nickel. Es war das erste Mal seit acht Jahren, dass ein Eintrachtler mindestens drei Treffer in einem Bundesligaspiel erzielte, Luka Jovic war der bis dato letzte 2018 gegen Düsseldorf. 

„Drei Tore sind immer schön. Schade, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat. Drei wären schöner gewesen“, sagte der Stürmer nach über 94 packenden Minuten in Berlin-Köpenick, in denen die Partie einige Wendungen genommen hatte. 

Der Spielfilm in Kürze: Die Gastgeber gingen früh in Führung (3.), Ebnoutalib drehte die Partie zum 3:1 für die Gäste im Alleingang (10./11./67.), Union kam in der Schlussphase nochmal auf und sicherte sich mit späten Toren (79./90.+2) das Remis. Dabei kassierte die Eintracht alle Gegentore nach Standards; und während der erste Gegentreffer eine gute Anfangsphase der Gäste konterkarierte, waren die Treffer der Heimelf später die Konsequenz aus, so bezeichneten es alle Befragten der Eintracht später, „fehlender Entlastung“. 

Ab geht's zum ersten Torjubel der Saison 2026/27.

So waren die Analysen hinterher geprägt von Enttäuschung und Ärgernis, aber auch positiven Erkenntnissen ob einer überwiegend „sehr ordentlichen“ (Adi Hütter) Leistung gegen die Eisernen, die, auch wenn sie den Cheftrainer im Sommer gewechselt hatten, das unter Mauro Lustrinelli machten, was sie auch in den vergangenen Jahren auszeichnete: großer Kampf, viele lange Bälle und Einwürfe, gefährliche Standards. 

Aus Sicht der Eintracht spielten nach der Partie natürlich einige Personalien und Zusammensetzungen eine Rolle. 

Erstes Bundesligaspiel, und dann direkt in der Startelf: Jeremiaha Maluze.

1) Die Viererkette

20-20-21. So das Alter von drei der vier Bestandteile der Viererkette. Kapitän Robin Koch, 30 Jahre jung, spielte an der Seite von Keita Kosugi, Elias Baum – beide 20 – und dem 21-jährigen Jeremiaha Maluze. Die vielleicht jüngste Abwehrformation in der Geschichte der Eintracht. Insgesamt hatte die Startelf ein Durchschnittsalter von 23 Jahren und 173 Tagen, nur einmal in diesem Jahrtausend (!) war eine Anfangsformation jünger. 

Dazu kam, dass Kosugi und Maluze vorher noch keine Sekunde Bundesliga gespielt hatten, Elias Baum hatte immerhin neun Einsätze zu Buche stehen. Die Viererkette war also nicht nur recht jung, sondern zwangsläufig auch recht unerfahren. Das hielt aber Maluze, der erst am Vormittag offiziell seinen Vertrag am Main verlängert hatte, nicht davon ab, bei den Tackles auf eine fast 100-Prozent-Quote zu kommen – 17 von 18 Zweikämpfe gingen an den Adlerträger, zudem 14 von 15 Luftduellen. 

Guter Einstand, schuldlos an den Gegentoren: Noah Atubolu.

2) Die Nummer 1

Noah Atubolu hatte lediglich eine Einheit mit der Mannschaft absolviert, nachdem er erst am Freitagmorgen offiziell vorgestellt worden war. Adi Hütter lobte später: „Das war ein super Einstand von Noah, er hat ein sensationell gutes Spiel gemacht und uns gezeigt, dass er eine sehr große Hilfe sein kann.“ 

Mit einigen Paraden verh

Einer der 500.: Keita Kosugi.

3) Der 500. Spieler

Vor der Partie hatte die Eintracht in der Bundesligahistorie 499 Spieler eingesetzt, kein anderer Bundesligist hat mehr. Jedem Eintracht-Startelf-Neuling im Oberhaus kam damit die Ehre zuteil, der 500. Bundesligaspieler der Eintracht zu sein. Keita Kosugi, Jeremiaha Maluze, Raphael Onyedika und Noah Atubolu waren die Debütanten der Hessen in Berlin. Im Laufe der Partie gaben zudem Otávio und Malik Pimpong ihren Bundesligaeinstand.

Funfact: Vor fast genau zehn Jahren war es ebenfalls ein Quartett, das als 400. Spieler der Eintracht in den Annalen festgehalten ist. Michael Hector, Omar Mascarall, Branimir Hrgota und Guillermo Varela liefen gegen Schalke am 27. August 2016 erstmals für die Adlerträger in der Bundesliga auf. 

Übrigens: Die Zeitspanne zwischen 100 Spielern war noch nie so kurz wie aktuell. 17, 13, zwölf und zehn Jahre liegen dazwischen; nach der Bundesligagründung 1963 war es erst 17 Jahre später soweit, bis der 100. Spieler eingesetzt wurde – obwohl freilich 1963 auf einen Schlag elf „Neue“ dazukamen. Nun also lediglich ein Jahrzehnt. 

Ausblick: Das erste Heimspiel

Die Zeitspanne bis zum nächsten Spiel ist freilich kürzer, und vielleicht kann dann auch der 300. Torschütze der Eintracht in der Bundesligahistorie bejubelt werden – aktuell sind es 299. Primäres Ziel gegen Augsburg im ersten Saisonheimspiel im Deutsche Bank Park am Sonntag ist aber freilich, dass der erste Dreier auf das Punktekonto gepackt werden. Im Idealfall verschmelzen also Individual- und Teamerfolg zu einem Sieg gegen die Fuggerstädter. Neuer Monat, neue Trainingswoche: Am Dienstag startet die Vorbereitung auf den Trainingsplätzen.