Nach zwei für die Eintracht brenzligen Situationen in der ersten Halbzeit setzte sich kurz vor der Pause die Kaltschnäuzigkeit und nach dem Seitenwechsel die Ballkontrolle der Adler durch, der den Klassenunterschied schließlich im Ergebnis widerspiegelte. Keine Frage, ein Tor für den Außenseiter wäre möglich und gar nicht unverdient gewesen. Und vom Teilerfolg waren die Neuwieder einen Wimpernschlag entfernt. „Wenn wir einen Sahnetag erwischen, ist eine Null zur Pause möglich“, hatte Videoanalyst René Eberz im Vorfeld gehofft. Nicht ohne Grund, wie auch SGE-Coach Toppmöller im Nachgang anerkannte: „In ihrem 5-3-2 mit schnellen Spielern und aus einem tiefen Block heraus war es unangenehm für uns. Gerade nach Ballverlusten. Aber vom Fokus und der Haltung her war es ein ordentliches Spiel.“ Das erste in einem Wettbewerb seit exakt drei Monaten.
Am 17. Mai gegen den SC Freiburg eröffnete Ritsu Doan, der seinerzeit die gegnerischen Farben vertrat, den Fußballnachmittag. Im ersten Pflichtspiel nach seinem Wechsel ließ der wendige Japaner sogleich mit einem Doppelpack aufhorchen. „Wir wissen um seine fußballerische Klasse. Gerade in solchen Spielen gegen einen tiefen Block brauchst du Spieler, die diese technischen Fähigkeiten auf engstem Raum haben“, lobte Toppmöller, der dem rechten Flügelstürmer ebenso das Startelfmandat gab wie dem zweiten Sommerzugang Jonathan Burkardt. Parallele am Rande: Wie nach seiner Ankunft im Breisgau vor drei Jahren avancierte Doan im DFB-Pokal sofort zum Matchwinner, seinerzeit erzielte er gegen Kaiserslautern in der Verlängerung den Siegtreffer.
Aaronson vollendet
Als Doan ging, kam mit Paxten Aaronson einer von drei Leihrückkehrern, die auf der Bank Platz genommen hatten. Der US-Amerikaner ließ sich die Chance nicht nehmen und feierte ebenfalls seine Torpremiere mit dem Adler auf der Brust.
Wahi schafft Seltenheitswert
Auch Elye Wahi, seit der vergangenen Rückrunde ein Adlerträger, erfüllte seine Jokerrolle und erhöhte zwischenzeitlich auf 4:0. Es war ebenfalls die erste Bude für den Stürmer, der schließlich noch zum Endstand durch Aaronson auflegte.
„Tor, Vorlage, ein insgesamt guter Auftritt mit sehr guter Aktivität im Gegenpressing. Elye ist weiterhin auf einem richtig guten Weg, den es gilt, aufrecht zu erhalten“, bekundete Toppmöller. Wahi war nebenbei der erste Eintrachtler seit detaillierter Datenerhebung 2008/09, der nach einer Einwechslung im DFB-Pokal ein Tor und eine Vorlage beisteuerte.
Bahoya erweitert Torressort
Das erste Mal im deutschen Pokal trug sich derweil Jean-Mattéo Bahoya in die Torschützenliste ein. Der berühmte Dosenöffner zum 1:0 war der vierte Treffer Bahoyas im dritten Wettbewerb nach der Europa League und Bundesliga im März.
Grahl hält die Null
Fürsorge, dass der FVE torlos blieb, trug derweil Jens Grahl. Der Torwartroutinier stand in Abwesenheit des für Vertragsgespräche freigestellten Kevin Trapp und des noch nicht spielfitten Kaua Santos erstmals seit Februar 2024, einem 1:1 gegen den VfL Bochum, zwischen den Pfosten. Toppmöllers Replik: „Ich habe immer gesagt, dass wir nicht zwei gute Torhüter haben, sondern drei. Jens ist ein Teil davon, extrem wichtig für die Gruppe. Er hat eine richtig gute Vorbereitung absolviert und geht immer mit positivem Beispiel voran. Es freut mich immer für ihn, wenn er in einem Pflichtspiel für Eintracht Frankfurt aufläuft. Die Jungs vor ihm wissen, dass sie immer jemanden hinter sich haben, auf den sie sich 100-prozentig verlassen können.“
Ausblick: Bundesligastart
Der Pflichterfüllung folgt die erste Bundesligawoche 2025/26. Am Samstag, 15.30 Uhr, gastiert der SV Werder Bremen im Deutsche Bank Park. Übrigens jener Klub, gegen den Ritsu Doan sein erster Doppelpack im deutschen Profifußball gelungen war – im Februar für den Sport-Club.