22.08.2025
Eintracht

„Den Kompass wieder einstellen“

Vorstandssprecher Axel Hellmann erläutert die wirtschaftliche Ausgangslage vor dem Saisonstart, verkündete eine neue Stadionkapazität, freut sich auf die Aufsteiger und huldigt Kevin Trapp.

Axel Hellmann über …

… die Vertragsverlängerung mit Indeed: Es macht mich außerordentlich froh, dass wir nun in die dritte Verlängerung mit Indeed gehen – drei weitere Jahre bis 2029. Es ist eine lange und gute Partnerschaft mit wechselweise viel Vertrauen und einem Höchstmaß an Professionalität. Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit auf Sponsoringseite, aber auch auf inhaltlicher und Werteseite – die Seite dessen, was eine gute Partnerschaft ausmacht. Mit dem neuen Zyklus wird Indeed Fraport als langjährigsten Partner ablösen. Das zeigt die Bedeutung in der Geschichte von Eintracht Frankfurt. Mit dem Branchenführer und einem Magneten für Jobsuchende in Deutschland, Europa und der ganzen Welt; ein echtes Schwergewicht der digitalen Welt. Das ist für uns eine große Auszeichnung.

… die Vermarktungssituation generell: Indeed bis 2029, adidas bis 2030, DVAG bis 2028, Condor gewonnen bis 2028, langfristiges Engagement von Amex, Deutsche Dienstrad bis 2027 … Wir sind also an vielen Stellen vor dem ersten Spieltag im Werbebild etwas anders aufgestellt als in der Vergangenheit. Wir haben neue, tolle, gute Marken dazugewonnen, mit denen wir dem ersten Spieltag entgegenfiebern.

… den Saisonstart: Für uns alle ist es nach drei Monaten Pause der Moment, an dem wir quasi den Kompass wieder einstellen, um alles zu finden im Stadion. Drei Monate kein Spielbetrieb heißt: neu erinnern und sich alles vor Augen halten. Die Abläufe wie in einer Maschine sind erst am dritten oder vierten Heimspieltag richtig rund. Deswegen ist eine gewisse Spannung in den Gliedern. Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen. Das gilt für den Sport genauso wie alles darum herum. Es ist in vielerlei Hinsicht ein neues Setup. Ich freue mich darauf, denn die Vorzeichen sind überragend, was die kommerziellen Partnerschaften anbelangt. Vieles wird sich einspielen müssen. Doch wir stehen sehr gut da, in Summe für unsere Verhältnisse auf einem sehr guten, gewachsenen Niveau.

Die komplette Pressekonferenz zum Nachhören

… Merchandising: Ich darf stellvertretend für Philipp Reschke berichten, dass der Trikotverkauf wie geschnitten Brot läuft, wie der Hesse so schön sagt. Wir hatten an den ersten vier Wochen etwa 30 bis 35 Prozent höhere Verkaufszahlen. Wir können mit einer großen wirtschaftlichen Stabilität in die Saison gehen und wissen, was wir an der Basis haben an Erträgen und Erlösen. Es kommen hoffentlich noch viele Möglichkeiten dazu wie viele Heimspiele im DFB-Pokal oder mehr als die vier Ligaphasenheimspiele in der Champions League.

… Hospitality: Wir haben ähnlich wie in der vergangenen Saison für diesen Bereich eine Kündigungsquote von nur zwei Prozent, obwohl wir zusätzliche Kapazitäten geschaffen haben mit der 415 Plätze bietenden Adler Wirtschaft. Sie ist in dieser Form ein neues und das letzte Format, das wir finalisieren. Es gibt keinerlei weitere Flächen, in denen wir wachsen oder etwas entwickeln können. In diesem Stadium befinden wir uns am Limit, was die Hospitality-Plätze angeht. Das heißt, wir haben 4000 Dauerkarten für den Hospitality- und VIP-Bereich vergeben. Damit stehen wir im Ligavergleich relativ weit oben. Auf der Warteliste stehen etwa 3000 weitere Personen oder Unternehmen, über 10.000 für Tageskarten für Einzelevents. Die Nachfrage ist enorm.

… den Public-Bereich: Die Kapazität steigt auf 59.500. Das sind 1500 mehr als in der vergangenen Saison. Im nächsten Jahr zur folgenden Saison werden wir die allerletzte Optimierung vornehmen und auf eine maximale Kapazität von über 60.000 kommen – die Ausbauendstufe. Das ist die größte Zahl seit dem letzten Umbau des Waldstadions Mitte der 1990er Jahre. Wir haben insgesamt 36.000 Dauerkarten vergeben, 32.000 davon für den Public-Bereich.

… die Eintracht Frauen: Wir haben 1500 Dauerkarten für die Spiele im Stadion am Brentanobad abgesetzt – Rekord! Im ersten Jahr nach der Fusion hatten wir einen Bestand von 150 vom FFC übernommen. Es entspricht einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Frauenfußball läuft – auf einer anderen Ebene – sehr gut. Die Nachfrage ist hoch.

… die Bundesliga 2025/26: Meine Vorfreude ist sehr groß, besonders auch mit Blick auf die Rückkehr des 1. FC Köln und Hamburger SV. Solche klangvollen Namen machen den Reiz aus. Volle Hütte, große Emotionen. Schon am Samstag starten wir gegen einen absoluten Traditionsverein: Werder Bremen. Meine Prognose: es wird eine lebendige, starke, von Traditionsklubs geprägte Bundesligasaison werden. Nicht nur wegen unserer Ausgangssituation mit drei Wettbewerben wird einiges zu tun sein.

… das neue Zutrittssystem zur Nordwestkurve: Die Situation hat sich verschärft mit dem sogenannten Blockschmuggel. Aus Erfahrungen wie der Love Parade vor mehreren Jahren und den Haftungsfragen, die daraus hervorgehen, hätten wir dieses Thema viel früher angehen müssen. Es hat in einem Maße zugenommen, dass es zum Problem geworden ist, das in Gefängnisstrafen für den Vorstand münden kann, wenn er es nicht angeht. Das neue Zutrittssystem haben wir in voller Absprache mit allen Gruppen gewählt, die es betrifft. Alle haben das Problem erkannt und die Maßnahmen verstanden. Deshalb haben wir es entwickelt. Ich appelliere an alle, sich daran zu halten, denn die Alternative würde allen weniger gefallen als das, was wir jetzt implementieren.

… Kevin Trapp: Ich möchte mich bei Kevin Trapp unter zwei Gesichtspunkten bedanken. Erstens, was er diesem Klub geschenkt und gegeben hat. Das ist mehr als die Parade im Europa-League-Finale. Kevin hat eine Rolle für den Klub, die Mannschaft und auch die Fans eingenommen, war als Gesicht eine Figur, eine Legende, eine Ikone und für mich der größte und bedeutendste Torwart, den wir je im Trikot von Eintracht Frankfurt hatten. Zweitens: Kevin kam 2012 zu uns, als ich Vorstand geworden bin. Wir haben ein besonderes Verhältnis. Ich habe ihm in einem persönlichen Gespräch vor Kurzem gesagt: Wenn Paris dein Sehnsuchtsort und dein Wunsch ist, dann mach das. Denn du gehst als Legende durch das große Tor. Du wirst nicht nur einen Koffer in Frankfurt haben, sondern einen ganzen Container. Als Legende gehst du nicht weg von diesem Klub. Kevin Trapp ist für mich nicht gegangen und nicht weg. Er spielt jetzt für einen anderen Verein Fußball. Aber die Tür steht ihm bei Eintracht Frankfurt immer offen für alles, was er vorhat.