„Das Wichtigste war es, weiterzukommen“, sagte Oliver Glasner nach dem Südhessenduell im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den SV Darmstadt, „man hat gesehen, dass beide Mannschaften alles rausgefeuert haben“. Je 13 Torschüsse der beiden Teams, ein Expected-Goals-Wert von 2.64 aufseiten der Frankfurter Eintracht und 2.22 bei den Lilien, Riesenchancen hüben wie drüben und letztendlich ein 4:2 (2:2)-Heimsieg, der den Adlerträgern die Tür zur Runde der letzten Acht öffnete.
Diese Tür durchschritt Frankfurt in den vergangenen Jahren immer, wenn ein Achtelfinalspiel im DFB-Pokal anstand: Fünf der vergangenen fünf Partien in dieser Runde verliefen siegreich; sowie im Übrigen auch die vergangenen acht Pokalduelle mit Kontrahenten aus der Zweiten Bundesliga.
Mit einer Ungeschlagenserie reisten am Dienstagabend die Darmstädter in den Frankfurter Stadtwald, seit 20 Partien, genauer gesagt seit dem 16. Juli 2022 hatten sie nicht mehr verloren. Auch gegen die Eintracht lagen sie zwischenzeitlich vorne, weil, so Glasner, „einfache Fehler“ den Gegner „zum Toreschießen eingeladen“ haben. „Es gibt Sachen, die wir analysieren und besprechen werden. Der Stoff geht mir nicht aus“, sagte der Cheftrainer. Von einem „Entwicklungsprozess, Chancen eiskalt zu nutzen und das Spiel früher zu entscheiden“, sprach Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, der unter dem Strich aber ein „richtig gutes Spiel“ sowie einen „verdienten Sieger“ gesehen hat.
Geschichte des Spiels: Der Strippenzieher
Daran, dass Frankfurt das Viertelfinalticket löste, hatte auch Mario Götze einen großen Anteil. „Ich mache es kurz“, antwortete Glasner, als er im Anschluss an die Partie auf den 30-Jährigen angesprochen wurde: „Mario war für mich der beste Mann auf dem Platz!“ Götze zog in der Zentrale die Fäden, setzte etwa in der 70. Minute Aurélio Buta mit einem „Wahnsinnspass“, so Glasner, in Szene und bereitete die Treffer zum 2:2 von Rafael Borré sowie das 4:2 von Randal Kolo Muani vor. Es war sein dritter Assist in der laufenden DFB-Pokalsaison. „Mario ist Mario. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten, ein Spiel zu lenken und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagte Krösche.
Zahl des Spiels: 3
Apropos drei: Mit drei Toren und zwei Assists war Kolo Muani, der nach dem Bundesligaheimsieg gegen Hertha BSC auch wenige Tage später im DFB-Pokal einen Doppelpack schnürte, in allen drei Pokalspielen an mindestens einem Treffer beteiligt; Daichi Kamada, Schütze des zwischenzeitlichen 3:2, erzielte in der laufenden Runde bereits drei Tore; Rafael Borré, der kurz vor der Halbzeitpause zum 2:2-Ausgleich genetzt hatte, war ebenfalls bislang an drei Toren in der Pokalsaison beteiligt.
„Rafael ist ein fantastischer Mensch, der seine Rolle akzeptiert und für das Team da ist, wenn er gebraucht wird. Er hat nicht nur das Tor erzielt, sondern auch sehr viel geackert. Chapeau“, sagte Glasner über den 27-jährigen Kolumbianer.
„In solchen Momenten muss man da sein, um der Mannschaft zu helfen. Solche Spiele helfen mir, um wieder meinen Rhythmus zu finden. Es war ein kampfbetontes Spiel, in dem man sich auf jedem Teil des Platzes zerreißen und alles geben musste“, sagte der Eintracht-Stürmer am EintrachtTV-Mikrofon.
Da schreiben die Medien
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FR: „[…] alles in allem aber dominierte die Eintracht mit ihrer spielerischen Klasse mehr und mehr das Geschehen und machte kurz vor Schluss mit dem 4:2 das Weiterkommen endgültig klar. Getroffen hatte Randal Kolo Muani - wer auch sonst?“
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Hessenschau: „Der Erfolg gegen den Zweitliga-Tabellenführer war zwar verdient und erneut Zeugnis herausragender individueller Klasse, er stand kurzzeitig aber auf wackligen Beinen. Die Eintracht erwies sich als großzügiger, dann aber auch gnadenloser Gastgeber.“
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FAZ: „Der Bundesliga-Fünfte siegte über den Zweitliga-Ersten mit 4:2 Toren. Fast alle, die sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aufgemacht hatten ins Stadion im Stadtwald, erwärmte diese Partie.“
Das sagt das Netz
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„Ein sehr spannendes Pokalspiel. Für borre freut mich sein gutes Spiel, genau so Buta auf der außen der immer stärker wird. Kolo Kolo Kolo Muani 🎶🎶♥️“ (@hsplpyt94)
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„Ein richtiger Pokalfight… Tolles Spiel zweier starker Mannschaften… Glückwunsch zu dem 4:2 unserer SGE😍😍😍… Hut ab vor einer ganz starken Leistung der Darmstädter… Danke an beide Teams für einen geilen Fußballabend👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻“ (Markus Grünewald)
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„Götze und Kolo Muani waren Weltklasse 👍🏻“ (@JulzFFM96)
Ausblick: Auf nach Köln
Nach dem Kracher im DFB-Pokal wartet auf die Eintracht am kommenden Sonntag ein Auswärtsspiel in Liga, um 17.30 Uhr heißt der Gastgeber 1. FC Köln. „Wir sind bereit. Das wird ein schweres Spiel. Wir werden versuchen, das Spiel erneut auf unsere Art und Weise zu gestalten. So können wir gegen jeden Gegner bestehen“, sagt Rafael Borré bei EintrachtTV. Bis dahin stehen drei Trainingseinheiten auf dem Programm, am Donnerstag hat die Mannschaft einen freien Tag zur Regeneration. Im DFB-Pokal geht's erst Anfang April weiter.