Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem Oliver Frankenbach letztmals für die Eintracht Frankfurt Fußball AG an einer Pressekonferenz teilgenommen hat, hat sein Nachfolger als Finanzvorstand, Julien Zamberk, am Donnerstag die Finanzdaten der abgelaufenen Saison 2024/25 der Eintracht Frankfurt Fußball AG präsentiert.
Rekorderlösniveau des Vorjahres bestätigt
Die seit diesem Juli 25 Jahre alte Eintracht Frankfurt Fußball AG erzielte in der Spielzeit 2024/25 einen Gesamterlös von 389,1 Millionen Euro und konnte damit das Niveau der Saison 2023/24 bestätigen. Im Vorjahr war ein Rekorderlös in Höhe von 390,5 Millionen Euro verbucht worden.
Nachdem in der Vorsaison vor allem die Rekordtransfererlöse in Höhe von 143,2 Millionen Euro der Treiber für die Erlös- und Ergebnisentwicklung waren, spielten 2024/25 erneut Transfererlöse in Höhe von 118,6 Millionen Euro sowie die Teilnahme an der UEFA Europa League eine entscheidende Rolle.
Die UEFA Europa League war zum Großteil dafür verantwortlich, dass die Erlöse aus der medialen Verwertung um 16,5 Prozent auf 107,9 Millionen Euro stiegen. Aufgrund der sechs Heimspiele, die in dem internationalen Wettbewerb ausgetragen wurden, einem Heimspiel im DFB-Pokal sowie höheren Hospitality-Erlösen im Bundesligabetrieb konnten zudem im Vergleich zur Vorsaison die Spieltagserlöse um 15,4 Prozent auf 57,8 Millionen Euro gesteigert werden.
Die Vermarktungserlöse, in denen sich neben dem traditionellen Sponsoring auch die positive Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaften widerspiegelt, konnten um sechs Prozent auf 75,8 Millionen Euro erhöht werden.
Darüber hinaus wurde im Merchandising ein Erlös in Höhe von 23,5 Millionen Euro erwirtschaftet, was nach dem Rekordjahr der vorherigen Saison nochmal eine leichte Steigerung bedeutet.
Übersicht der Erlöse nach Umsatzbereich in der Saison 2024/25 (in Millionen Euro)
| UMSATZBEREICH | BETRAG (IN MILLIONEN EURO) |
|---|---|
| Transfers | 118,6 |
| Mediale Verwertung | 107,9 |
| Sponsoring & Vermarktung | 75,8 |
| Spieltag | 57,8 |
| Merchandising | 23,5 |
| Sonstiges | 5,4 |
Aufwandssteigerungen haben zwei Hauptgründe
Die Aufwendungen inklusive Finanzergebnis und Steuern stiegen um etwas mehr als neun Prozent auf 397,5 Millionen Euro. Hauptursächlich sind hierfür Investitionen in den Spielerkader sowie der sportliche Erfolg in der UEFA Europa League und Bundesliga gewesen.
Vor allem der Personalaufwand stieg dabei um 25,4 Prozent auf 177,3 Millionen Euro an, insbesondere aufgrund der Ausschüttung von vertraglich vereinbarten Prämien im Bereich Profimännerfußball für das Erreichen des Viertelfinals der UEFA Europa League sowie der Qualifikation für die UEFA Champions League über den dritten Tabellenplatz der Bundesliga. Die Personalaufwandsquote stieg damit erneut an, lag aber mit 45,6 Prozent weiterhin auf einem im Bundesligavergleich durchschnittlichen Niveau.
Darüber hinaus machten Abschreibungen, größtenteils als Konsequenz von getätigten Investitionen in den Spielerkader, mit 46,0 Millionen Euro einen Sprung von 34 Prozent. Die Abschreibungsquote lag bei 11,8 Prozent.
Der sonstige betriebliche Aufwand, der neben Aufwendungen im Zusammenhang mit Transfererlösen auch Restbuchwerte von Spielerabgängen beinhaltet, konnte dahingegen von 165,7 Millionen Euro auf 155,4 Millionen Euro reduziert werden. Die Betriebsaufwandsquote lag bei 39,9 Prozent.
Der Materialaufwand im Merchandising stieg im letzten Vertragsjahr der Partnerschaft mit Ausrüster Nike um 10,1 Prozent auf 13,4 Millionen Euro. Das Finanzergebnis – die Zinsaufwendungen für die Finanzierung des ProfiCamp im Deutsche Bank Park sowie für Kontokorrentlinien – lag bei 5,4 Millionen Euro.
Übersicht der Aufwendungen 2024/25 (in Millionen Euro)
| AUFWENDUNG | BETRAG (IN MILLIONEN EURO) |
|---|---|
| Personalaufwand | 177,3 |
| Betrieblicher Aufwand | 155,4 |
| Abschreibungen | 46,0 |
| Materialaufwand | 13,4 |
| Finanzergebnis | 5,4 |
| Steuern | 0,1 |
Eigenkapital steigt deutlich, Verschuldung steigt leicht an
Das Eigenkapital stieg trotz des Jahresfehlbetrags in Höhe von 8,3 Millionen Euro aufgrund der erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung von 51,7 Millionen Euro auf 69 Millionen Euro deutlich an. Die Eigenkapitalquote sank allerdings leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent aufgrund des gleichzeitigen Anstiegs der Bilanzsumme. Wesentliche Treiber für den Anstieg der Bilanzsumme von 245,0 Millionen Euro auf 334,5 Millionen Euro waren neben der Kapitalerhöhung vor allem Investitionen in den Spielerkader und eine damit verbundene Steigerung der Spielerwerte im Anlagevermögen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Transferaktivitäten.
Die Finanzschulden stiegen um rund fünf Prozent von 68,2 Millionen Euro auf 71,8 Millionen Euro, während sich die Verschuldungsquote gemessen an der höheren Bilanzsumme von 27,8 Prozent auf 21,5 Prozent reduzierte.
Auf dieser Basis können wir mit weiteren Konzepten aufsetzen, um den Wachstumskurs von Eintracht Frankfurt erfolgreich fortzusetzen.
Julien Zamberk, Finanzvorstand Eintracht Frankfurt Fußball AG
Finanzvorstand Julien Zamberk sagt: „Die Eintracht Frankfurt Fußball AG konnte nach der Rekordsaison 2023/24 das Erlösniveau von annähernd 390 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr erfreulicherweise bestätigen. Dabei spielten neben dem Erlöswachstum in den operativen Einheiten erneut vor allem Erlöse aus Transfers sowie aus dem UEFA-Wettbewerb eine entscheidende Rolle und verdeutlichten einmal mehr ihre strategische Bedeutung für Eintracht Frankfurt. Mit der Qualifikation für die UEFA Champions League über die Bundesliga konnte ein neuer sportlicher Meilenstein erreicht werden, der neue Erlösdimensionen, aber gleichzeitig auch neue wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Mit der erfolgreichen Umsetzung der Kapitalerhöhung zum Ende der abgelaufenen Saison konnten wir einen wichtigen Schritt zur Stärkung unserer Kapitalbasis machen, um diese Herausforderungen zu meistern. Auf dieser Basis können wir mit weiteren Konzepten aufsetzen, um den Wachstumskurs von Eintracht Frankfurt erfolgreich fortzusetzen.“

