20.02.2022
Bundesliga

Die Stagnation beenden

Die Eintracht tritt nach dem 0:1 in Köln auf der Stelle. Wie Frankfurt nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur finden möchte.

Einordnung: Die Z-Themen

Cheftrainer Oliver Glasner merkte man auch rund eine Stunde nach dem Spiel auf der Pressekonferenz noch an, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Köln nicht zufrieden war. „Wir können nicht immer nur sagen ‚das wird schon‘, sondern müssen die Fehler vielleicht auch mal knallhart ansprechen“, sagte er im Medienbereich des RheinEnergieStadions, in dem seine Mannschaft kurz zuvor beim 0:1 vor maximal möglichen 10.000 Zuschauern die zweite Niederlage in Folge hatte hinnehmen müssen. Glasner und Sportvorstand Markus Krösche analysierten am späten Abend klar die Defizite, die es im Eintracht-Spiel aktuell gibt. „Wir machen einfach zu viele Fehler aktuell. Vor dem Tor sind unsere Entscheidungen nicht gut, dazu fehlt die Zielstrebigkeit in manchen Situationen“, erklärte Krösche, während Glasner es auch auf die Zweikampfführung abgesehen hatte. Zum wiederholten Mal gewann die Eintracht weit weniger Duelle als der Gegner, die Quote ist die schwächste in der Bundesliga. Die Pressestimmen zielen teilweise genau auf jene Punkte ab. „Reichlich Redebedarf“ hat die FAZ ausgemacht, „Kampf und Krampf“ sowie „viel Leerlauf und wenig Kreatives“ hatte der kicker gesehen – allerdings auf beiden Seiten. Der Wiesbadener Kurier bemängelte den "zu harmlosen Angriff".  

Zahl des Spiels: 3

Ist an einigen guten Situationen beteiligt, hatte aber in den entscheidenden Momenten nicht das Quäntchen Glück: Jesper Lindström.

Dreimal hatte sich die Eintracht bei einem mustergültigen Umschaltspiel in die Situation gebracht, in deutlicher Überzahl auf die verbliebene Verteidigung der Gastgeber zuzulaufen. Nur einmal gelang es der SGE, den Ball aufs Tor zu bringen. Ertrag: gleich null. Die Szenen standen letztlich sinnbildlich für die fehlende Zielstrebigkeit und die zu vielen falschen Entscheidungen, die von den Adlerträgern in den gefährlichen Räumen getroffen wurden.

Schlüsselmoment des Spiels: Minute 84

Leider ist hier kein guter Moment für die Eintracht zu nennen. Denn letztlich wäre die Partie wohl 0:0 ausgegangen, wenn ein Pressschlag in der 84. Minute einen anderen Weg gefunden hätte. So war Anthony Modeste plötzlich auf weiter Flur, und der Torjäger des FC blieb vor Kevin Trapp eiskalt. Es war der Schlusspunkt einer intensiven Partie, in der die Gastgeber in den Punkten Torschüsse (13:10), Ballbesitz (56:44 Prozent), Zweikämpfe gewonnen (57:43 Prozent) und Passquote (80:70 Prozent) den Frankfurtern teilweise deutlich überlegen waren, für ihre viele Flanken (18) aus fast allen Lagen aber keinen Abnehmer fanden. Nicht mal Anthony Modeste konnte aus den Heringaben Kapital schlagen, war aber in jener 84. Minute in Torjägermanier zum 15. Mal in dieser Saison zur Stelle. 

Ausblick

Zusammenstehen, Dinge klar ansprechen, hart arbeiten: Das ist die Devise von Sportvorstand Markus Krösche, um wieder erfolgreicher sein zu können.

Die Adlerträger wollen trotz nur vier Punkten aus sechs Spielen im neuen Jahr ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren, müssen dafür aber – salopp gesagt – mehr punkten als zuletzt. Markus Krösche, der Sportvorstand, spricht gerne von Entwicklungsschritten. Im Moment sei zwar Stagnation angesagt, er gab jedoch folgende Parole aus: „Wir müssen jetzt die Dinge richtig ansprechen, klar sein und uns hinterfragen. Dann gilt es, weiter hart zu arbeiten und den nächsten Schritt zu machen. Insbesondere im letzten Drittel des Spielfeldes.“ Denn, auch das sprach Glasner auf der Pressekonferenz an: Aus dem Spiel heraus gelang zuletzt in den gefährlichen Räumen zu wenig. In den vergangenen vier Partien blieb die Eintracht dreimal torlos, von den drei Treffern beim 3:2 in Stuttgart entstanden zwei aus einem Standard. Soll die Stagnation beendet werden, ist offensiv wieder mehr gefordert.

Gegen den FC Bayern München am kommenden Samstag ist klar: Es braucht in vielen Bereichen mehr, um dem Rekordmeister Paroli zu bieten. Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist, hat sie im Hinrundenspiel bei ähnlicher Ausgangslage (damals vorher fünf statt vier Punkte seit Halbserienstart) bewiesen.