26.04.2021
Team

„Dieses Gefühl unbedingt mit der Eintracht erleben“

Djibril Sow spricht über sein privates Glück, lässt seine bisherige Zeit in Frankfurt Revue passieren und erzählt von seinem Traum, mit der Eintracht Champions League zu spielen.

2021 ist schon jetzt sein Jahr! Nach einer schwierigen ersten Saison ist Djibril Sow bei der Eintracht zum Leistungsträger gereift und spielt mit der Mannschaft regelmäßig auf Topniveau. Seit Januar ist der 24-Jährige Vater einer Tochter. Im Interview mit der „Eintracht vom Main“ spricht Sow über sein privates Glück, lässt seine bisherige Zeit in Frankfurt Revue passieren und erzählt von seinem Traum, mit der Eintracht Champions League zu spielen.

Djibi, du bist mittlerweile seit fast zwei Jahren in Frankfurt. Konntest du die Stadt trotz Corona schon kennen und lieben lernen?
Ehrlicherweise war ich positiv überrascht. Die Frankfurter Skyline ist etwas ganz Besonderes, das kenne ich so aus der Schweiz nicht. Die Innenstadt ist sehr schön und sauber, und in meinem Viertel ist es sehr ruhig. Das ist mir besonders wichtig, seit meine Tochter Maliya auf der Welt ist. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Im Januar bist du erstmals Vater geworden, wie waren die ersten Monate mit Baby?
Ich glaube, meine Tochter ist stolz darauf, ein Frankfurter Mädchen zu sein (lacht). Es ist sehr entspannt und wir sind unglaublich glücklich. Ich bin definitiv geduldiger geworden, das muss man mit einem Säugling auch sein. Das Leben bekommt einen noch größeren Sinn, wenn man sein eigen Fleisch und Blut bei sich hat.

Wenn meine Tochter lächelt, geht mir das Herz auf.

Djibril Sow

Was ist das Schönste daran, Papa zu sein?
Wenn meine Tochter lächelt, geht mir das Herz auf. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach dem Training nach Hause zu kommen und mit der Kleinen zu spielen. Das ist mein Highlight, auf das ich mich jeden Tag freue.

Du bist in einer großen Familie mit drei älteren Schwestern aufgewachsen. Möchtest du auch viele Kinder haben?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Familie ist mir sehr wichtig, aber aktuell liegt der ganze Fokus auf Maliya. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Wir nehmen alles, wie es kommt.

Welche Erinnerungen hast du an deine Kindheit?
Ich war das jüngste Kind und der einzige Junge meiner Eltern. Dadurch war es für mich ein bisschen einfacher, ich wurde sehr verwöhnt. Natürlich gab es Streitereien, wie sie in jeder Familie vorkommen. Aber ich liebe meine Schwestern. Es war immer, als hätte ich vier Mütter. Aufgrund der aktuellen Situation kann man die Familie leider nur ganz selten sehen, aber wir stehen immer in Kontakt. Eine meiner Schwestern hat kürzlich einen Sohn bekommen. Wir freuen uns alle darauf, wenn sich Cousine und Cousin kennenlernen können.

Wie läuft das Windeln wechseln?
Darum kümmert sich meistens meine Freundin. Ich habe mich schon daran versucht, es lief nicht optimal (lacht). Für meine Kleine mache ich aber natürlich alles.

Was machst du an einem freien Tag?
Seit Maliya auf der Welt ist, bestimmt sie den Tag. Meistens gehen wir mit ihr spazieren oder ich spiele mit ihr.

Ich war das jüngste Kind und der einzige Junge. Ich wurde sehr verwöhnt.

Djibril Sow

Zu Hause verbringst du natürlich auch Zeit auf der Couch. Bist du ein Serienjunkie?
Auf jeden Fall! Durch Corona hat sich das noch verstärkt. Ich habe das Gefühl, ich habe alle Serien durchgeschaut. Ich bin sehr gerne zu Hause. Vor allem nach dem Trubel, den wir Fußballer jedes Wochenende erleben, genieße ich die Zeit mit meiner Freundin und unserer Tochter.

Welche sind deine drei Lieblingsserien?
Game of Thrones, Prison Break und Narcos!

Guckt deine Freundin mit?
Wir haben leider nicht denselben Geschmack. Sie steht eher auf Horror, Mord und Totschlag. Das ist mir zu viel. Ich kann dann nicht schlafen (lacht).

Einige Mitspieler haben uns verraten, dass du großen Wert auf deine Kleidung legst. Stimmt das?
Ich weiß nicht, wer das gesagt hat (lacht). Meistens komme ich in Jogginghose zum Training. Es stimmt aber, dass ich gerne aktuelle und schöne Sachen im Schrank habe. Ich habe viele Hoodies und T-Shirts. Hemden und Anzüge trage ich nicht besonders gerne.

Weißt du, welche fünf Begriffe zuerst auftauchen, wenn man dich googelt?
Puh, keine Ahnung.

Ganz vorne dabei sind Kind und Familie, darüber haben wir bereits gesprochen. Als dritten Begriff hätten wir Instagram. Wie präsent bist du auf Social Media?
Ich bin nicht so aktiv wie manch anderer. Ich poste eigentlich nur Fußballcontent. Ich bin kein Fan davon, zu viel preiszugeben.

Ich bin mein eigener Kritiker und weiß, wenn ich schlecht gespielt habe.

Djibril Sow

Liest du dir nach schlechten Spielen Kommentare aus den sozialen Medien durch?
Ich bin mein eigener Kritiker und weiß, wenn ich schlecht gespielt habe. Ich versuche immer, meine beste Leistung abzurufen. Wenn das nicht klappt, bin ich sehr unzufrieden, selbst wenn wir gewinnen. Dementsprechend muss ich mir keine Kommentare durchlesen, weil ich meine Leistungen selbst am besten einschätzen kann. Ich kann und möchte mich immer verbessern.

Punkt Nummer vier ist dein Gehalt, über das wir natürlich nicht sprechen. Wie stehst du zu der Meinung, dass Fußballer zu viel Geld verdienen?
Ich denke, dass heutzutage im Fußballgeschäft horrende Summen ausgegeben werden. Wenn früher für einen absoluten Topspieler 100 Millionen Euro bezahlt wurden, war das außergewöhnlich, mittlerweile ist es fast Normalität. Wir müssen aufpassen, dass sich das nicht in die völlig falsche Richtung entwickelt. Natürlich lehnt man als Spieler kein Geld ab und möchte lieber nur die Hälfte verdienen, das würde vermutlich auch sonst niemand machen. Es gibt viele andere Sportler und Personen, die auch sehr viel Geld verdienen, über die aber nicht so viel gesprochen wird.

Der fünfte und letzte Begriff ist FIFA 21. Spielst du selbst FIFA?
Ehrlicherweise habe ich das noch nicht gespielt. Seit ich Papa bin, habe ich auch deutlich weniger Zeit für solche Sachen. Früher habe ich immer FIFA gespielt. 21 ist die erste Version, die ich noch nicht getestet habe. Ich weiß nicht mal, wie mein Wert ist.

André Silva macht sich über seine Karte deutlich mehr Gedanken …
Ja, er hat fast geheult (lacht). Ich nehme das nicht so ernst, es ist schließlich nur ein Spiel. Wenn ich Zeit habe, spiele ich auch gerne mal eine Runde. Meine Konsole ist ein wenig eingestaubt, aber wenn es die Zeit erlaubt, wird sie wieder genutzt.

Kommen wir zum Sportlichen. Wie würdest du deine bisherige Zeit in Frankfurt zusammenfassen?
Im ersten Jahr gab es mehr Tiefen als Höhen, daraus konnte ich sehr viel lernen. Die Situation hat mich zu einem besseren Spieler gemacht. In dieser Saison läuft es sowohl für mich persönlich als auch für die Mannschaft ideal, so wie ich es mir von Anfang an erhofft habe. Ich wollte immer erfolgreich mit der Eintracht Fußball spielen, weil ich schon vor meinem Wechsel gesehen habe, welches Potential in diesem Klub steckt. Jetzt können es alle sehen.

Hattest du in der ersten Phase Selbstzweifel?
Am Anfang lief alles anders als ich es mir vorgestellt hatte, da habe ich definitiv manchmal gezweifelt. Zu Beginn der neuen Saison konnte ich das aber zum Glück schnell abschütteln und Leistung auf dem Platz zeigen.

Bist du der Meinung, dass Spieler heutzutage zu schnell beurteilt und als Fehleinkauf abgestempelt werden, wenn sie nicht sofort Leistung bringen?
Ja. Aber so ist das Geschäft und ich glaube, dass sich das nicht ändern wird. Fußball ist ein Leistungssport und wir sind Profis, die Leistung bringen müssen. Wir Spieler müssen ruhig bleiben. Wir sind alle nur Menschen und können nicht auf Knopfdruck funktionieren. Aber die Außenwahrnehmung können wir nicht beeinflussen.

Du arbeitest nebenbei mit einem Mentaltrainer. Wie kann man sich das vorstellen?
Es ist, als würde man mit einem Freund reden, der Tipps gibt. Ich lerne, wie ich mich weniger über bestimmte Dinge aufrege und wie ich geduldiger werde. Er hat mir Übungen gezeigt, mit denen ich mich schnell beruhigen und besser konzentrieren kann. Mir hilft es sehr dabei, den Fokus auf die wichtigen Aspekte zu legen und Kraft zu tanken.

In welchen Bereichen kannst du dich als Fußballer noch verbessern?
Meine Tor- und Assistquoten sind sicherlich noch ausbaufähig. Auch im Kopfballspiel ist noch Luft nach oben. Daran arbeite ich.

Ich wollte immer erfolgreich mit der Eintracht Fußball spielen, weil ich schon vor meinem Wechsel gesehen habe, welches Potential in diesem Klub steckt.

Djibril Sow

Aktuell seid ihr in Topform. Woran machst du den Erfolg in diesem Jahr fest?
Unsere Mannschaft ist im Vergleich zum vergangenen Jahr größtenteils zusammengeblieben. Das war sehr wichtig. Zu Beginn der Saison hatten wir unsere Spielphilosophie und die richtige Formation noch nicht gefunden. Mit der Zeit haben wir aber immer mehr gemerkt, dass wir erfolgreich und gut Fußball spielen können. So haben wir Vertrauen entwickelt. Wir haben immer gesagt, dass wir viele Spiele gewinnen können, wenn wir so weitermachen. So ist es gekommen und wir haben uns in einen Flow gespielt. Selbst wenn Spieler ausfallen, bringt die Mannschaft konstant gute Leistungen auf den Platz. Es war ein Reifeprozess. Jetzt sind wir ein Topteam, das verdient auf Platz vier steht.

Du hast mit Bern bereits die Champions-League-Hymne auf dem Platz gehört. Was ist das für ein Gefühl?
Wenn die Hymne ertönt, bekommt man Gänsehaut am ganzen Körper. Als kleiner Junge hört man sie vor dem Fernseher und träumt davon, das einmal auf dem Platz zu erleben. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie beeindruckend die Atmosphäre in einem vollen Frankfurter Stadion an einem Champions-League-Abend wäre. Wir alle haben dieses große Ziel vor Augen und ich glaube daran, dass wir das bis zum Ende durchziehen.

Kannst du dir vorstellen, was bei einer Qualifikation für die Champions League in Frankfurt los wäre?
Das wäre wie ein Titel, die Stadt wäre im Ausnahmezustand. Diese Vorstellung gibt uns noch einmal zusätzlich Motivation. Jeder ist heiß darauf, das Ziel zu erreichen. Man sieht in jedem Spiel, dass wir das unbedingt wollen.

Hast du einen fußballerischen Traum?
An erster Stelle träume ich von der Champions League mit der Eintracht! Natürlich möchte ich so viele Titel gewinnen wie möglich. Ich konnte in meiner Karriere bisher zwei Titel feiern, das ist das schönste Gefühl als Fußballprofi. Dieses Gefühl möchte ich unbedingt mit der Eintracht erleben.

Das große Adlerträger-Interview mit Djibril Sow erschien als erstes in der neuen Ausgabe des Klubmagazins von Eintracht Frankfurt.

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