Eintracht-Cheftrainer Albert Riera nahm im Vergleich zum 2:2 gegen den 1. FC Köln aus der Vorwoche zwei Änderungen in der Startformation vor: Ayoube Amaimouni-Echghouyab und Farès Chaibi rotierten in die erste Elf, dafür nahm Ansgar Knauff zunächst auf der Bank Platz, Ritsu Doan fehlte krankheitsbedingt im Kader.
Die Zuschauer in der Volkswagen Arena sahen bei bestem Frühlingswetter zunächst gemächliche und tempoarme zehn Anfangsminuten. In der zwölften Minute nahm die Partie dann schlagartig Fahrt auf: Nach einem Rückpass von Larsson legte sich SGE-Schlussmann Zetterer den Ball einen Tick zu weit vor, Amoura grätschte zum Pressschlag heran und eroberte so die Kugel, die zur vermeintlich perfekten Vorlage für Wimmer wurde. Doch der Österreicher rutschte sieben Meter vorm leeren Tor aus, Zetterer war schneller auf den Beinen und sicherte sich den Ball – eine Riesenchance für die Wölfe.
Wimmer rutscht aus, Højlund nimmt Maß
Im direkten Gegenzug kombinierten sich die Adlerträger schnell nach vorne, Højlund bediente Kalimuendo mit einem schönen Steckpass in die Tiefe, doch der Angreifer scheiterte im Strafraum am stark reagierenden Wolfsburg-Keeper Grabara (12.). Knapp zehn Minuten später nutzten die Gäste ihre zweite Torchance: Amaimouni zog von der rechten Seite mit Zug in die Mitte und bediente Højlund, der in zentraler Position 20 Meter vor dem Tor direkt abzog und perfekt an den linken Innenpfosten traf, von wo die Kugel unhaltbar für Grabara im Netz einschlug (21.).
Die tief im Abstiegskampf steckenden Wölfe suchten die direkte Reaktion: Vavro versuchte es aus der Distanz, aber Zetterer war zur Stelle (29.). Kurz darauf kam die Eintracht nach einer großartigen Freistoßvariante zum 2:0: Chaibi führte den ruhenden Ball aus dem Halbfeld mit einem Steilpass in den Strafraum aus, den Burkardt im Vollsprint erlief und den aus seinem Kasten herauseilenden Grabara zur Parade zwang. Der Abpraller landete vor den Füßen von Kalimuendo, der den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte (32.). Wenig später traf Amaimouni nach feinem Pass von Højlund ebenfalls, doch der Winterneuzugang stand beim Abspiel knapp im Abseits (36.).
Theate rettet, Chance für Burkardt
Nach einem Fehlpass von Zetterer suchte der freistehende Wimmer im Strafraum Amoura, doch Theate passte stark auf und rettete in höchster Not (40.). Im Gegenzug konnte Burkardt eine scharfe Hereingabe von Chaibi am zweiten Pfosten nicht kontrollieren (41.). Nach einer Minute Nachspielzeit ging es mit der verdienten 2:0-Pausenführung für die Eintracht in die Pause.
Die erste Offensivaktion im zweiten Abschnitt hatten die Gastgeber, Eriksen flankte aus dem linken Halbfeld in Richtung Fünfmeterraum, wo der eingewechselte Majer seinen Kopfball aber deutlich zu hoch ansetzte (47.). Gefährlicher wurde es wenig später, als der Kroate einen Freistoß aus Flankenposition direkt aufs Tor zog und Zetterer den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte – starke Parade des Frankfurter Schlussmanns (49.).
Zetterer und Abwehr gefordert
Die Wolfsburger waren zu Beginn der zweiten Halbzeit klar am Drücker und drängten auf den Anschlusstreffer, die Eintracht wurde in dieser Phase zu passiv und kam selbst kaum in die gegnerische Gefahrenzone. Nach einem hohen Pass von Maehle konnte Zehnter den Ball frei vor Zetterer nicht kontrollieren (54.). Kurz darauf köpfte Wimmer eine Eriksen-Ecke bedrängt von Theate übers Tor (56.), ehe Amoura den Ball aus 16 Metern links neben den Kasten setzte (60.). Die bis dahin beste Chance vergab Eriksen mit einer Direktabnahme nach einem Abpraller, als der Ball ganz knapp am linken Pfosten vorbeirauschte (68.).
Die erste gute Gelegenheit für die SGE im zweiten Durchgang hatte der für Amaimouni eingewechselte Knauff, dessen Schuss aus der zweiten Reihe abgefälscht übers Tor strich (77.). Auf der Gegenseite zog Arnold aus gut 20 Metern wuchtig ab, Höjlund fälschte mit vollem Körpereinsatz zur Ecke ab (81.). Nach dem anschließenden ruhenden Ball kam Maehle aus der Distanz zum Abschluss und verfehlte mit seinem Schlenzer das Tor nur knapp (82.).
Chancen auf dritten Treffer
In der ultimativen Schlussphase gelang es den Frankfurtern dann besser, die Wölfe weit vom eigenen Tor wegzuhalten. In der Schlussminute traf Skhiri nach Vorarbeit von Kalimuendo den Ball in aussichtsreicher Schussposition nicht richtig (90.), zudem ließ Knauff eine weitere gute Chance liegen (90.+3). Nachdem Zetterer noch gegen Shiogai parierte (90.+5), traf Pecijnovic per Kopf doch noch zum 1:2-Anschlusstreffer (90.+7). Danach war direkt Schluss, das 2:1 bedeutete gleichzeitig den ersten Auswärtssieg seit dem 4:3 in Köln Ende November vorigen Jahres.

