„Das Halbzeitergebnis war ein wenig surreal“, sagte Gladbachs Trainer Daniel Farke auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Das 0:3 aus seiner Sicht zu hoch, da der Unterschied gefühlt nicht so groß gewesen sei. Doch die Eintracht zeichnete an diesem Topspiel-Abend etwas aus, was sie in den vergangenen Wochen noch häufig vermissen ließ: die nötige Effizienz.
Geschichte des Spiels: Dreifache Premiere
Bezüglich Effizienz sei hier Jesper Lindström genannt, der seinen ersten Bundesliga-Doppelpack erzielte und im Anschluss Lob von allen Seiten erhielt. „Jesper hat Selbstbewusstsein und Lockerheit, spielt intuitiv und denkt nicht viel nach. Das hat man beim dritten Tor gesehen, vor ein paar Wochen hätte er vielleicht einfach draufgehauen“, sagte Kevin Trapp.
Was wiederum sein Trainer bestätigt, der allerdings dem jungen Dänen direkt noch einen wichtigen Rat mitgibt: „Er ist deutlich ruhiger und hat die Abschlusssituationen im Training viel geübt. Für ihn ist aber genauso wichtig, dass er am Boden und bescheiden bleibt. Es ist am Ende immer einer Mannschaftsleistung.“
Und in diese reihte sich der zweite Debütant des Abends nahtlos ein. Junior Dina Ebimbe stieg beim 2:0 nach einer Lenz-Ecke am höchsten und köpfte zu seinem ersten Treffer in der Bundesliga und als Adlerträger ein. Übrigens zugleich die dritte Premiere an diesem Abend: Dina Ebimbes Tor war der erste Gegentreffer der Gladbacher nach einer Standardsituation in dieser Saison.
Sinnbildlich für seine Leistung war neben dem Tor aber auch in der Nachspielzeit ein Duell mit Marcus Thuram, als er zuerst den Zweikampf gewann und dann an der Seitenlinie mit einem beherzten Sprint gleich mehrere Gegenspieler stehen ließ.
Zahl des Spiels: Aus drei mach zwei
Für die kurioseste Situation des Abends sorgte derweil kein Akteur auf dem Platz, sondern darüber. Bei der Spidercam, die an Seilen gespannt in luftiger Höhe über die Köpfe der Spieler fliegt und so beim Topspiel einzigartige Bilder liefert, riss ein Seil, welches nach unten auf den Platz hing. Eine siebenminütige Unterbrechung des Spiels war die Folge, als Techniker die Kamera demontierten. Die daraus resultierende neunminütige Nachspielzeit hatte allerdings keine Konsequenzen für den Ausgang des Spiels, da die Eintracht konzentriert den Vorsprung ins Ziel brachte.
Das schreiben die Medien
- Frankfurter Rundschau: Eintracht Frankfurt: „Hungrig, gierig, erfolgsbesessen!“
- BILD: Auf dem Platz lassen Frankfurts junge Wilde die Eintracht von der nächsten Champions-League-Saison träumen!
- kicker: Frankfurt zu effizient für Gladbach
- FAZ: Furiose Frankfurter trumpfen weiter auf
Das schreibt das Netz
- Was für ein tolles Spiel und wichtiger Sieg dazu. Momentan macht es einfach Bock den Jungs beim Spielen zuzugucken. Muani und Lindström harmonieren perfekt, Ebimbe läuft jedem weg. (@HSPLP)
- Wir haben kein magisches Dreieck, keine Büffelherde - die SGE ist eine Top 11, einfach wunderbar anzusehen. (@Tvadler1)
- 8 Assists von Muani nach 11 Spieltagen. Das ist echt krass. Mega wie er die Bälle hält, abschirmt und weiter verteilt. Nur vorm Tor könnte er noch etwas kaltschnäuziger sind. Aber das erledigen ja Jobbe, Kamada und die Anderen. (@groehler79)
Ausblick: Entscheidende Wochen in der Champions League
Nach dem dritten Pflichtspielsieg in Folge gehen die Adlerträger mit breiter Brust in die nächsten drei Wochen, in denen noch insgesamt sechs Spiele absolviert werden müssen. Das nächste schon am Mittwoch in der Champions League, wenn Olympique de Marseille im Stadtwald zu Gast ist. „Ich bin optimistisch, dass wir noch eine gute Chance auf das Weiterkommen haben. Dafür brauchen wir aber wieder so eine Leistung wie heute in der ersten Halbzeit“, sagte Sebastian Rode nach dem Gladbach-Spiel am EintrachtTV-Mikro.
Bis dahin erhalten die Spieler nach dem Auslaufen am Sonntag einen freien Montag zur Regeneration, bevor am Dienstagvormittag schon das Abschlusstraining stattfindet. Am Mittwoch um 21 Uhr ertönt dann zum dritten Mal die Champions-League-Hymne im Frankfurter Stadion.







