17.04.2024
Team

„Eintracht ist mein Verein“

Makoto Hasebe spricht über sein Karriereende sowie seine Zukunft im Klub, legt seinen vollen Fokus auf den Saisonendspurt und freut sich auf weitere europäische Nächte als Fan.

Makoto Hasebe über ...

… sein Karriereende: Ich werde meine aktive Karriere nach der Saison beenden. Der Grund, weshalb ich die Entscheidung gerade heute bekanntgebe, ist, dass ich in letzter Zeit öfter danach gefragt wurde und ich mich jetzt aber mit der Mannschaft voll auf den Saisonendspurt konzentrieren will. Es ist noch nicht vorbei. Wir wollen unbedingt Platz sechs sichern und ich freue mich darauf, nächste Saison die Eintracht im Europapokal von der Couch zu verfolgen oder gemeinsam mit den tollen Fans mitzureisen und die Spiele von der Tribüne zu schauen. Es sind noch ein paar Wochen. Wir wollen unser großes Ziel erreichen, ich will nach dem Spiel gegen Leipzig mit den Fans feiern.

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachhören

… seine Entscheidung: Es war eine schwere Entscheidung. Aber ich konnte mich auf diesen Moment vorbereiten, denn schon seit einigen Jahren hatte ich das Gefühl, dass er irgendwann kommen muss. Der jetzige Zeitpunkt ist richtig. Ich habe gemerkt, dass ich mehr Zeit zur Regeneration brauche, und es ist auch eine Kopfsache. Ich bin 40 Jahre alt und habe immer noch sehr viel Spaß dabei, Fußball zu spielen. Aber für den Profibereich habe ich so entschieden. Wenn man 22 Jahre im Profifußball gearbeitet hat, fühlt es sich gerade natürlich etwas seltsam an, aber Angst, dass ich meine Entscheidung bereuen werde, habe ich nicht. Ich bereue nichts in meinem Leben (lacht).

… besondere Momente: Ich habe viele schöne Momente erleben dürfen. Ich bin Deutscher Meister, DFB-Pokal- und Europapokalsieger geworden. Ich habe mit meinem Heimatland Japan an drei Weltmeisterschaften als Kapitän teilgenommen. Es gab aber auch schwere Momente, wie etwa der Abstieg mit Nürnberg oder schwere Verletzungen. Aber jetzt will ich mich nur auf das Spiel am Freitag und den Endspurt konzentrieren. Nach der Saison können wir dann gerne über meine Karriere sprechen.

… Zeit nach der Profikarriere: Ich habe mit Markus [Krösche; Anm. d. Red.] und dem Leiter unseres Nachwuchsleistungszentrums [Alexander Richter; Anm. d. Red.] gesprochen. Noch sind Details zu klären, aber Stand jetzt bleibe ich bei der Eintracht. Darüber bin ich sehr froh, die Eintracht ist mein Verein. Ich habe bereits die Trainerlizenz B+, die Trainerausbildung des DFB gefällt mir sehr gut. Meine Familie und ich können uns sehr gut vorstellen, noch länger in Deutschland zu bleiben. Es ist unsere zweite Heimat. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Sicherlich werde ich ein paar Mal im Jahr auch nach Japan fliegen. Mit Charly Körbel habe ich schon gesprochen und er hat gesagt, dass ich bei der Traditionsmannschaft vorbeikommen soll. Da will ich unbedingt spielen.

… das Spiel am Freitag gegen Augsburg und den Endspurt: Aktuell ist das Gefühl nicht so positiv, aber ich habe solche Situation natürlich schon erlebt und weiß, dass wir da nur gemeinsam rauskommen können. Wir alle. Team, Fans, die ganze Stadt. Am wichtigsten wird am Freitag aber sein, was wir als Mannschaft auf dem Platz zeigen. Dadurch müssen wir die Fans mitnehmen. Dann kommt die Atmosphäre in einem Stadion wie unserem, dem Deutsche Bank Park, ganz automatisch. Gegen Stuttgart haben wir in der ersten Halbzeit ein schlechtes Spiel gemacht, trotzdem haben uns die Fans unterstützt und uns nach dem Spiel aufgebaut. Wir müssen es auf dem Platz zeigen. Am Freitag zählt nur die Mannschaft – egal, wer auf dem Platz steht. Emotionen, Leidenschaft und Konsequenz: das müssen wir zeigen. Uns ist die Bedeutung des Spiels am Freitag bewusst, wir wollen unbedingt gewinnen. Das kann ich euch versprechen. Wir als Führungsspieler gehen voran und können den jungen Spielern auf und neben dem Platz helfen.

… Identifikationsfiguren: Auch, wenn Seppl [Rode] und ich im Sommer aufhören, gibt es noch genügend gestandene und erfahrene Spieler in der Mannschaft. Und wenn es nächste Saison mal nicht laufen sollte, dann ruft mich an – ich komme vorbei und mache den Jungs Feuer (lacht). Unsere Fans sind immer da, und dadurch kommt auch Identifikation. Ab nächster Saison bin auch ich Fan. Ich mache mir da keine Sorgen.