08.08.2026
Eintracht

Eintracht schlägt Hull City

Viertes Testspiel, vierter Sieg: Jonathan Burkardt und Love Arrhov besorgen in Dreieich den 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den Premier-League-Klub.

Strahlender Sonnenschein und mit 2.522 Zuschauenden volles Haus erwarteten die Adlerträger im maxworx Sportpark in Dreieich, die Kulisse stimmte rund um das vierte Testspiel der laufenden Saisonvorbereitung. Gegen den Premier-League-Aufsteiger Hull City AFC, nach neun Jahren zurück in Englands höchster Spielklasse, entschied sich Cheftrainer Adi Hütter zunächst für eine Viererkette mit Kapitän Robin Koch, Julian Etse, Keita Kosugi und Elias Baum vor Torhüter Kaua Santos. Im Mittelfeldzentrum begannen Hugo Larsson und Neuzugang Raphael Onyedika, im offensiven Mittelfeld Ritsu Doan und Can Uzun. In vorderster Reihe standen Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt.

Viertes Testspiel in der Vorbereitung

Die Eintracht, mit einer Bilanz von drei Siegen aus den drei bisherigen Testspielen gegen Gießen, Trabzonspor und Mannheim in das Match gegen die Tigers aus dem Nordosten Englands gegangen, hatte nach dem intensiven Trainingslager am Chiemsee sowie der Partie gegen den SV Waldhof zunächst drei Tage frei. Mit aufgeladenen Akkus ging es am Mittwoch zurück auf die Trainingsplätze im Deutsche Bank Park.

Nach einer Verletzungsunterbrechung, Hulls Paddy McNair musste das Feld frühzeitig verlassen, nahm die Partie an Fahrt auf. Es dauerte gut eine Viertelstunde bis zum ersten Oha-Moment in einem der Strafräume: Etwas überraschend rutschte ein Hereinspiel noch zu Burkardt durch, der frei zum Kopfball kam, aber verzog (17.). Nach einem Distanzschuss von Mohamed Elbachir Belloumi, der über Santos‘ Kasten rauschte (20.), boten sich Uzun und Doan Möglichkeiten zum ersten Treffer des Nachmittags. Uzun leitete den Angriff Höhe der Mittellinie selber ein, kombinierte sich unter anderem über Ebnoutalib in den Strafraum, doch sein Schuss aus zentraler Position wurde geblockt (21.). Zwei Minuten später zog Doan aufs kurze Eck ab, Hulls Keeper parierte (23.).

Ritsu Doan zieht ab.

Dabei blieb es vorerst. Großteile der Partie spielten sich zwischen den Sechzehnern ab, kleinere offensive Vorstöße beider Mannschaften inbegriffen. Ein Vorstoß mit Gehalt schloss in der 47. Minute – gespielt wurden am Samstag zweimal 60 Minuten – Ebnoutalib ab, dessen Schuss aber über den Kasten ging. 

Santos rettet zweimal

Wenige Augenblicke später wurde es auf der Gegenseite eng, als Liam Millar beinahe von einer zu kurzen Kopfballrückgabe profitierte, Santos aber noch rechtzeitig klärte (48.). Für Millar ging es nach dem Zusammenstoß mit dem SGE-Torsteher nicht weiter. Die nächste brenzlige Situation vor dem Eintracht-Gehäuse ließ nicht lange auf sich warten, diesmal war der Brasilianer gegen Regan Slater zur Stelle (52.). Diese Minuten gehörten den Gästen aus Kingston Upon Hull, der Schlusspunkt der ersten Hälfte allerdings den Hessen.

Burkardt trifft zur Führung

Mit einem langen Ball schickte Santos Burkardt auf die Reise, der Stürmer lief auf das Tor des AFC zu und bliebt eiskalt (56.). 1:0, gleichzeitig der Pausenstand. „Kaua bereitet das Tor sensationell vor. Die Ballannahme von Jonny war super, dann schließt er perfekt ab“, kommentierte Hütter.

Jonathan Burkardt feiert seinen Treffer zum 1:0.

In den zweiten 60 Minuten wechselte die Eintracht einmal komplett durch. Vor Michael Zetterer bildeten Niels Nkounkou, Arthur Theate, Jeremiaha Maluze und Ansgar Knauff die defensive Ketter. Davor agierten Mario Götze und Oscar Højlund in der Zentrale, flankiert von Farès Chaibi und Love Arrhov. In der Doppelspitze standen Jean-Mattéo Bahoya und Malik Pimpong.

Arrhov überlegt zum 2:0

Drei Adlerträger waren dann am zweiten Eintracht-Treffer beteiligt: Chaibi nahm die Kugel im Strafraum an, legte zurück auf Bahoya, der Franzose passte kurz rüber zu Arrhov: Der junge Schwede behielt Auge und schlenzte aus 17 Metern überlegt ins rechte Eck (71.). „Das macht er super“, lobte Hütter.

Drin das Ding, Torschütze Love Arrhov jubelt gemeinsam mit Malik Pimpong, Oscar Højlund und Mario Götze.

Die Eintracht schaltete keineswegs in den Verwaltungsmodus, sondern suchte weiterhin den Weg nach vorne, ohne aber für ganz große Gefahr zu sorgen. Da auch vor dem Kasten von Zetterer nichts anbrannte, kam es – unterbrochen von einer Trinkpause bei über 30 Grad am Samstagnachmittag – zu wenigen Strafraumszenen.

Wahi und Amaimouni im Spiel

In der Schlussviertelstunde schickte Adi Hütte noch einmal frische Beine in die Sturmspitze, für Pimpong kam Elye Wahi ins Spiel (105.). Zudem mischte in den letzten zehn Minuten Ayoube Amaimouni, wie Theate und Wahi nach der WM seit dieser Woche zurück im Herzen von Europa, mit. Der Marokkaner ersetzte Bahoya (112.).

Nah am dritten SGE-Treffer bewegte sich kurz vor Ende Højlund: Zunächst per Distanzschuss, dann per Kopf verfehlte er das Tor jeweils knapp (115.). Es blieb letztlich beim 2:0-Erfolg für die Frankfurter.

Cheftrainer Adi Hütter sieht einen „ordentlichen Test gegen einen physisch starken Gegner“.

„Der Beginn beider Halbzeiten hat mir jeweils sehr gut gefallen. Ich möchte, dass wir künftig noch schneller nach vorne spielen und uns in der gegnerischen Hälfte festsetzen, das braucht noch etwas Zeit“, sagte Cheftrainer Adi Hütter im Nachgang, hielt aber prinzipiell fest: „Es war ein ordentlicher Test gegen einen physisch starken Gegner.“

Am Sonntag, 9. August, stimmt sich die Adlergemeinde beim großen Eintracht-Familientag im Deutsche Bank Park auf die neue Saison ein – neben einem bunten Rahmenprogramm präsentieren sich auf der Bühne auch die Männer- und Frauenprofiteams den Fans. Es folgen zwei weitere Testspiele: am Mittwoch, 12. August, in der BBBank Arena gegen den FSV Frankfurt und am Samstag, 15. August, dann das zweite Duell mit einem englischen Premier-League-Team innerhalb von acht Tagen. In London wartet der Brentford FC, für die Eintracht zugleich die Generalprobe vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen St. Tönis.

Die Highlights auf EintrachtTV

Aufstellung

Eintracht Frankfurt (1. Halbzeit): Santos – Koch, Baum, Etse, Kosugi, Larsson, Onyedika, Uzun, Doan, Burkardt, Ebnoutalib.

Eintracht Frankfurt (2. Halbzeit): Zetterer – Theate, Maluze, Knauff, Nkounkou, Götze, Højlund, Chaibi, Arrhov, Pimpong (105. Wahi), Bahoya (112. Amaimouni).

Tore

1:0 (56.) Burkardt
2:0 (71.) Arrhov