Erstmal stockender Verkehr und mit zunehmender Fahrdauer doch alles im Fluss. Was am Samstagabend auf der A6 auf der Hand lag, wenn sich gefühlt das halbe Sinsheimer Stadion auf die Rückreise nach Frankfurt machte, war so oder so ähnlich auch auf dem Rasen der PreZero Arena zu sehen. Die Cheftrainer der TSG Hoffenheim und der Eintracht aus Frankfurt hoben mehr oder minder wortgleich die konsequente Defensivarbeit der Hessen als Schlüssel zum leistungsgerechten 3:1-Sieg der SGE hervor.
„Das Defensivspiel hat mir echt gut gefallen“, lobte Dino Toppmöller. Christian Ilzer erkannte an: „Frankfurt hat uns gezeigt, wie man Offensivsituationen auflöst. Zum verdienten Sieg der Eintracht hat aber auch ihr Verteidigungsverhalten beigetragen.“ Dass die sich hartnäckig und strukturiert bekämpfenden Kontrahenten aus Nordbaden und Hessen nicht torlos in die Kabinen verabschiedeten, war einer Mischung aus wiederkehrender individueller Klasse und überzeugenden Angriffsmustern geschuldet.
Das 1:0 durch Ritsu Doan – am Ende schlicht nicht zu verteidigen. Wie eine Woche vorher gegen Werder Bremen, als Can Uzun die Dose öffnete, gereichte ein technisch anspruchsvoller Distanzschuss zur Frankfurter Führung. „In Rückstand wird es eklig, die Eintracht hat eine unglaubliche Geschwindigkeit und versteht es, kompakt zu verteidigen. Unser Gegner war in vielen Themen den Schritt voraus, der uns gefehlt hat, um ein positives Resultat einzufahren“, meinte TSG-Coach Ilzer.
Die Tore im EintrachtFM-Kommentar
So geschehen vor dem 2:0 und 3:0. Beiden Toren vor und nach der Pause ging eine blitzschnelle Seitenverlagerung voraus, erst durch Rasmus Kristensen, nach dem Seitenwechsel von Farès Chaibi. Der Rest waren Tempo und Technik. Arthur Theate und Jean-Mattéo Bahoya links, Ritsu Doan rechts.
Der im Sommer aus Freiburg nach Frankfurt gewechselte Japaner avancierte faktisch mit zwei Toren und einer Vorlage zum Man of the Match. In seinem 133. Bundesligaspiel war die Nummer 20 erstmals überhaupt an drei Treffern direkt beteiligt. Da Doan nun nach dem Doppelpack im Pokal gegen Engers auch in der Bundesliga seinen Toreinstand feierte, stellt die Eintracht historisch 294 verschiedene Torschützen im deutschen Fußballoberhaus – Spitze.
Toppmöller wie Veh 2012
Apropos Doppelpack: Frankfurt gewann nicht nur erstmals in diesem Kalenderjahr zwei Bundesligagastspiele hintereinander, sondern auch erstmals seit 2012 unter Armin Veh ihre ersten beiden Bundesligasaisonspiele. Dino Toppmöller selbst blickt derweil auf acht ungeschlagene Bundesligapartien am Stück. Neuer persönlicher Bestwert für den 44-Jährigen und die längste Serie der Eintracht seit 2020/21, als es elf waren.
Der Fußballlehrer ist gewohntermaßen weit davon entfernt, sich selbst auf die Schulter zu klopfen, hatte auf Nachfrage aber ein Erfolgsrezept mit zur Pressekonferenz gebracht, das sich so kurz wie erhellend liest. Beispielhaft an den Flügelstürmern festgemacht: „Die Jungs haben Spaß an dem, was sie tun. Nicht nur mit dem Ball, sondern auch am Verteidigen. Ritsu ist unfassbar fleißig, Ansgar Knauff sowieso und auch Jean-Mattéo Bahoya. Es ist wichtig, dass sich die Jungs in beide Spielrichtungen einbringen. Das macht uns stark.“
Ausblick: Auslosung, Länderspiele, Leverkusen
Bevor sich einige Nationalspieler zu ihren Auswahlteams verabschieden, gehen die Blicke nach Dortmund. Im Deutschen Fußballmuseum entscheidet sich ab 19 Uhr, auf wen Frankfurt in der Zweiten DFB-Pokalhauptrunde trifft. Wenn die Bundesliga wieder Fahrt aufnimmt, wird die Eintracht unmittelbar beteiligt sein. Zu Gast bei Bayer 04 Leverkusen läuten der Zweite und Dritte der Vorsaison am Freitag, 12. September, 20.30 Uhr, den dritten Spieltag ein. Es gehört wenig Phantasie dazu, dass diese Reise nicht weniger Geduld und Durchschlagskraft abverlangt als bisher.