30.04.2023
Bundesliga

„Enttäuschung, aber keine Resignation“

Eine zwiespältige Zwischenbilanz nach 30 Spieltagen sowie die Personalien Lindström, Knauff, Kolo Muani und Max. Die Eintracht zwischen Ligamisere und Pokalentscheidung.

Um den heißen Brei mochte in der heißen Saisonendphase niemand reden. Das 1:1 gegen den FC Augsburg drückt allen Beteiligten bei Eintracht Frankfurt aufs Gemüt. „Keine Alibis, keine Ausreden. Jeder muss sich an die eigene Nase packen. Die Leistung hat nicht gestimmt“, fand Markus Krösche am Samstagabend ebenso deutliche Worte wie Oliver Glasner, der nach dem vierten Heimremis in Serie „Enttäuschung, aber keine Resignation“ verspürte. „Ich habe es mit meinem Trainerteam nicht geschafft, den Jungs so viel Selbstvertrauen und Spielfreude zu vermitteln, dass wir die vergangenen vier Heimspiele gewinnen, sondern nur unentschieden spielen. Diese Punkte fehlen uns einfach.“

Geschichte des Spiels: Trügerische Wahrheiten

Vom Maximalwunsch ausgehend haben die Hessen in Bezug auf die vier 1:1 im Deutsche Bank Park gefühlt acht Zähler weniger als möglich auf der Habenseite. In der Realität sind das 43. Und damit an sich einer mehr als in der kompletten Vorsaison. Einerseits. Andererseits warten die Adlerträger nun seit neun Ligabegegnungen auf einen Dreier, vergleichbar mit vor einem Jahr, als saisonübergreifend zwischen März und August elf Partien ohne Sieg standen – den in der UEFA Europa League ausgenommen.

Die zweite zweischneidige Zwischenbilanz spiegelt sich gleichermaßen im Stadtwald wider. Acht Bundesligabegegnungen ist Frankfurt mittlerweile im Herzen von Europa ungeschlagen. Aber eben auch nach vier Siegen viermal hintereinander sieglos – Vereinsrekord eingestellt.

Zahl des Spiels: 12

Bei allem Wankelmut ist zumindest eines sicher: Die nächste Partie hält keinerlei Kompromisse bereit. Im DFB-Pokalhalbfinale am Mittwoch beim VfB Stuttgart heißt es Hop oder Top. Mehr denn je setzt die SGE auf die K.-o.-Karte, selbst wenn in der Liga unverändert rechnerische Möglichkeiten bestehen, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

Gewissermaßen treffen sich im Schwabenland trotz verschiedener Ergebnistrends zwei Bundesligisten auf Augenhöhe. Genau wie der Gastgeber hat Frankfurt nach 13 Rückrundenspielen zwölf Zähler zu verzeichnen. Ebenso viele Treffer fielen übrigens bis Samstagabend im deutschen Oberhaus, weniger als 17 überhaupt waren es 2022/23 an keinem anderem Fußballwochenende.

Ausblick: Das Ziel ist klar, das Personal nicht

Mit welcher Mannstärke der fünfmalige Titelgewinner nächste Woche in der Mercedes-Benz Arena aufwarten wird, steht derweil teilweise in den Sternen. Schon am Samstag musste Chefcoach Glasner sehr spontan handeln, als nach Randal Kolo Muani, bei dem die Adduktorenbeschwerden schlimmer geworden sind, auch Djibril Sow krankheitsbedingt zehn Minuten vor Anpfiff vom Spielberichtsbogen verschwand. Dafür kam Ansgar Knauff schneller als gedacht zu seinem 50. Einsatz mit dem Adler auf der Brust. Der Außenbahnspezialist avancierte mit 34,06 Kilometern pro Stunde sogleich zum schnellsten Spieler aufseiten der Hausherren. Mit dem in der Schlussphase eingewechselten Rückkehrer Jesper Lindström wissen die Adler einen weiteren Spitzensprinter wieder in ihren Reihen.

Inwiefern die Geschwindigkeit von Kolo Muani zum Tragen kommen kann, vermag noch niemand zu garantieren. „Ich habe Sorge, dass es für Mittwoch nicht reicht“, äußerte sich Glasner auf Nachfrage. Dafür sei „Evan auf einem guten Weg, was seine Verletzung angeht“, meinte Sportvorstand Krösche mit Blick auf Ndicka. Alles Weitere bleibe dennoch abzuwarten. Gleichermaßen verhält es sich mit Philipp Max, der bei „MATCHDAY live aus dem Deutsche Bank Park“ sagte: „Ich bin im Training, kann viele Sachen mit Ball machen und versuche, nächste Woche dabei zu sein. Aber ich muss von Tag zu Tag schauen.“