Sportvorstand Markus Krösche: Man muss schon sagen, dass wir in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten hatten. Die Bayern waren sehr dominant und wir hatten zu viele einfache Fehler und Ballverluste. Trotzdem fallen die ersten beiden Gegentore nach einem zweiten und einem ruhenden Ball. Danach war es wichtig, erstmal mit einem 0:2 in die Pause zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht, haben besser Fußball gespielt und waren mutiger. Die Einwechslungen haben nochmal richtig Schwung gebracht. Da hat man vielleicht auch gesehen, was uns in den vergangenen Wochen und Monaten ein ums andere Mal gefehlt hat. Ehrlicherweise haben die Bayern auch ein bisschen zurückgeschaltet und trotzdem die eine oder andere Chance gehabt, die Kaua Santos super hält. Insgesamt war die zweite Halbzeit ein Schritt nach vorne.
Cheftrainer Albert Riera: Wir haben gesehen, dass es Dinge gibt, die wir verbessern und an denen wir arbeiten müssen. Gerade die erste Halbzeit war schwer für uns, wir mussten leiden und hatten viele Eins-gegen-eins-Situationen zu überstehen. Bayern ist Bayern, sie pressen einen überall. Sich daraus zu befreien, ist enorm schwer. In der zweiten Halbzeit haben wir ein paar Kleinigkeiten angepasst. Auch die Wechsel haben uns gutgetan. Wir haben häufiger die torgefährlichen Räume gefunden. Was ich immer erwarten kann von meinen Spielern, sind Attribute wie Charakter, Positivität und Persönlichkeit. Wenn technisch oder taktisch nicht immer alles klappt, kann ich das vergeben – und schauen, wie wir uns verbessern. Auch wenn wir verloren haben, kann uns das Auftreten nach der Pause einen Schub und weiteres Selbstvertrauen geben.
Wie wir uns zurückgekämpft haben, war sehr beeindruckend.
Nathaniel Brown
Jonathan Burkardt: Mir geht es sehr gut. Es hat Spaß gemacht, wieder auf dem Platz stehen zu können. Ich bin froh, dass die Verletzungszeit vorbei ist. Krafttechnisch fehlt mir für 90 Minuten noch etwas. Von der Spritzigkeit und der Fitness fühle ich mich sehr gut. Die erste vergebene Chance tut weh. Wir waren nah dran, haben es wirklich gut gemacht in der zweiten Halbzeit. Die Niederlage ist wahrscheinlich trotzdem wahrscheinlich. Trotzdem hätten wir gerne das Remis mitgenommen. Wir nehmen positiv mit, dass unser Spiel, wenn wir es durchziehen, gegen jeden Gegner ganz gut funktioniert. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Wir haben spät reingefunden, aber können viel Positives mitnehmen. Am Ende hatten wir viel Ruhe am Ball und hatten ein gutes Positionsspiel. Wir brauchen dafür Sauberkeit im Passspiel und müssen uns immer wieder anbieten. Das war am Anfang nicht so da wie am Ende, dennoch sind Fortschritte erkennbar.
Nathaniel Brown: Ich bin sehr stolz, dass ich Kapitän sein durfte. Als Robin Koch gestern nicht konnte, habe ich mal durchgezählt (lacht). Wir müssen besser ins Spiel reinfinden, aber wie wir uns zurückgekämpft haben, war sehr beeindruckend. Wir wollten mutig nach vorne spielen, unser Spiel durchziehen. Das ist uns erst in der zweiten Halbzeit besser gelungen. Vielleicht haben wir uns zu wenig getraut und waren nicht aggressiv genug vor der Pause. Jonny und Kali haben das offensiv sehr gut gemacht, viel Schwung reingebracht. An meiner neuen Position wachse ich, da habe ich Spaß, ich bin öfter am Ball. Ich fühle mich wohl und will genauso weiter machen. Gegen Freiburg spielen wir nächste Woche zu Hause und wollen gewinnen.
Vincent Kompany (Cheftrainer FC Bayern): Die ersten 60, 70 Minuten waren sehr überzeugend und wir haben uns sehr viele Möglichkeiten herausgespielt. Dann kommt der Fehler vor dem Elfmeter. Ich verstehe, wie ein Stürmer in solch eine Situation kommt. Ein bisschen schade für Harry. Beim Stand von 3:1 oder 2:0 ist immer alles möglich, egal ob gegen Frankfurt oder einen anderen Gegner. Bei zwei Toren Unterschied ist es nie vorbei. In diesem Moment haben wir vielleicht nicht die Intensität gebracht, die wir bis dahin hatten. Daraus kann man lernen. Aber den Sieg über die Linie gebracht zu haben, zeugt von Charakter.

