26.01.2017
Eintracht

Fredi Bobic: „Es muss etwas passieren“

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic wurde in dieser Woche eine große Ehre zuteil. Er war der Hauptredner beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor 1800 Gästen. Hier sprach Bobic über Frankfurt, Fußball, die Eintracht und Erweiterungspläne.

Fredi Bobic folgte beim traditionellen Empfang in der Börse damit namhaften Rednern wie beispielsweise Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und EZB-Präsident Mario Draghi. Vor Unternehmern, Managern, Politikern wie Oberbürgermeister Peter Feldmann und Medienleuten hielt der 45-Jährige eine launige Rede, in der er auch über seine persönliche Vita berichtete. Zudem scheute der Ex-Profi nicht, auch die Stadt in Bezug auf die Platznöte der Eintracht in der Commerzbank-Arena direkt anzusprechen. Hier zusammengefasst die wichtigsten Aussagen von Fredi Bobic über…

...seine Aufgabe bei Eintracht Frankfurt: Sie lautet schlicht und einfach, den Verein sportlich für die Zukunft gut aufzustellen. Ich bin nicht hierhergekommen, um ein Projekt abzuarbeiten. Ich bin gerne hier. Wir alle müssen Voraussetzungen schaffen, dass sich die Eintracht auf Sicht dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga etablieren kann.

...Frankfurt: Diese herzliche Metropole, mit sowohl regionalem wie internationalem Flair, hat es mir als bekennenden New York-Fan schnell angetan. Wenn ich abends auf dem Balkon meines Appartements am Main stehe, blicke ich direkt auf die hellerleuchtete EZB, aber ebenso auf die dunklen Wege des Flussufers oder das Gründerzeitflair Sachsenhausens. Ich weiß, was ein Bembel und ein Ebbelwoi aus dem Gerippten ist. Ich glaube, ich bin angekommen, hier, in dieser besonderen Stadt, mit tiefer regionaler Verwurzelung und gleichzeitig internationaler Ausstrahlung.

...(Profi-) fußball: Wir verkaufen Emotionen. Positive wie negative. Das macht den Reiz des Fußballs aus - wie bei keiner anderen Sportart! Fußball verbindet! Ganz besonders in einer so geselligen Metropole wie Frankfurt.

...seine Kindheit: Meine Freizeit verbrachte ich, wie viele meines Alters auch, gerne auf der Straße und vor allem auf dem kleinen Bolzplatz. Ich habe in Deutschland eine Chance bekommen. Und ich habe sie mit einem Mix aus kroatisch-slowenischer Explosivität [Anm. d. Red.: seine Mutter ist Kroatin, sein Vater Slowene] und deutscher Zielstrebigkeit genutzt. Meine Eltern haben mir frühzeitig Werte vermittelt, von Disziplin bis Pünktlichkeit.

...Eintracht Frankfurt: Eintracht Frankfurt ist eine große Marke unter den mehr als 25.000 Fußballvereinen, die mit über 160.000 Mannschaften dem Deutschen Fußball-Bund angeschlossen sind. Sie zählt zu den 18 besten Clubs dieser riesigen nationalen Spielgemeinschaft. Sie ist im Weltfußball bekannt. Ihr gehört das Herzblut von weitaus mehr Menschen als den 51.500, die maximal bei unseren Heimspielen live vor Ort in der Commerzbank-Arena dabei sein können. Mit einem Umsatz in Höhe von etwa 100 Millionen Euro bewegt sich die Eintracht in der ersten Hälfte der Bundesliga.

...Platz- und Raumnöte in der Commerzbank-Arena: Einen markanten Schritt vorwärts wird die Eintracht nur gehen, wenn die Strukturen verbessert werden. Die Platz- und Raumnöte in der Commerzbank-Arena haben wir seit einigen Monaten deutlich gemacht, weil wir uns vergrößern müssen, um Schritt halten zu können. Es muss etwas passieren. Für die Chance, unseren Entwicklungs-Plan bei der Stadt vorstellen zu dürfen, sind wir daher dankbar. Und ich gebe hier das Versprechen von Eintracht Frankfurt, dass Investitionen in den notwendigen Bereichen lohnenswert sind und letztlich in erheblichem Maße auf die Stadt abstrahlen – emotional wie wirtschaftlich. Denn: Eintracht Frankfurt ist der bekannteste Werbeträger der Stadt. Eintracht, die Übersetzung des lateinischen Concordia, bedeutet so viel wie Zusammenhalt. Lassen Sie uns zusammenhalten, wir, der Profifußball, mit Politik und Wirtschaft, um voranzukommen.