22.10.2021
Bundesliga

Geschlossen ins Nachbarduell

Nach dem 3:1-Sieg gegen Piräus gilt es für die Eintracht, den Schwung nach Bochum mitzunehmen. Dort treffen die Adlerträger auf zwei alte Bekannte.

Keine 24 Stunden nach dem Sieg in der UEFA Europa League gegen Olympiacos richten die Adlerträger den Blick bereits auf das anstehende Bundesliga-Spiel in Bochum. Laut Coach Oliver Glasner gilt es, den Schwung aus dem gelungenen Auftritt in der Europa League mitzunehmen. „Wir haben nach der Partie gegen die Hertha die richtigen Schlüsse gezogen, viel mehr Ruhe ausgestrahlt im eigenen Ballbesitz und waren alle viel disziplinierter. Die Spieler haben all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Dennoch gibt es immer noch etwas zu verbessern“, so der Coach nach der Partie gegen die Griechen. Allzu viel Zeit dazu bleibt der Eintracht allerdings nicht. Bis zum Anpfiff am Sonntag um 19.30 Uhr in Bochum stehen jeweils eine Trainingseinheit am Freitag und am Samstag auf dem Plan.

Gegen den Aufsteiger aus dem Ruhrpott erwartet Mittelfeldmotor Djibril Sow ein ganz anderes Spiel als noch am Donnerstag: „Ein Aufsteiger, der wieder alles in die Waagschale werfen wird. Wir müssen einfach geduldig sein und wie gegen Piräus ein gutes Passspiel abliefern und in die Zweikämpfe gehen. Dann bin ich zuversichtlich.“ Kapitän Sebastian Rode fügt an: „Jetzt heißt es erstmal wieder schnell regenerieren. In Bochum wird es ein ganz heißer Fight. Aber unsere Jungs werden fighten. Wir müssen das Spiel heute als Maßstab setzen und dann auch in Bochum die Leistung abrufen.“

Jüngere Vergangenheit spricht für die Eintracht

Historisch betrachtet können sich die Gastgeber auf das Duell gegen Frankfurt freuen. Gegen kein anderes Team feierte die Mannschaft von Thomas Reis in der Bundesliga mehr gewonnene Spiele. 23 Siegen stehen 22 Niederlagen gegenüber. Besonders „anne Castroper“, wie die Heimstätte der Bochumer auch genannt wird, war der VfL in der Vergangenheit gegen die Eintracht stark. 18 der 23 Siege fuhren die Gastgeber im heimischen Stadion ein. Auch das ist Bochumer Bestwert in der Bundesliga.

An einen ganz bestimmten Eintracht-Sieg erinnern sich die Frankfurter Fans aber besonders gerne: Im DFB-Pokalfinale 1988 gewannen die Hessen im Berliner Olympiastadion nach einem Freistoßtreffer von Lajos Détári mit 1:0 gegen den VfL. Gutes Omen: Detari war am Donnerstag im Stadion, als seine beiden Ex-Klubs Eintracht und Olympiacos im Stadtwald aufeinandertrafen.

Lajos Détári reckt nach seinem Siegtreffer gegen Bochum den DFB-Pokal in die Höhe.

In der jüngeren Vergangenheit drehten die Hessen zudem auf und waren das klar tonangebende Team im Direktvergleich. Die SGE gewann die vergangenen fünf Pflichtspiele gegen Bochum allesamt. Unter allen Bundesligisten haben die Adlerträger nur gegen die TSG Hoffenheim eine längere aktive Siegesserie. Der VfL wiederum hat nur gegen den FC Bayern München und Leipzig eine längere Niederlagenserie. Das letzte Duell dieser beiden Mannschaften in der Bundesliga liegt bereits elf Jahre zurück. In Bochum gewann die Eintracht durch die Treffer von Marco Russ und Caio damals 2:1. Der Trainer der Eintracht hieß Michael Skibbe.

Reis debütierte 1992 im Trikot der Adler

Thomas Reis feierte sein Bundesligadebüt bei der Frankfurter Eintracht.

Ein spezielles Wiedersehen gibt es für Bochum-Trainer Thomas Reis. Im Trikot der Eintracht feierte der heute 48-Jährige am 4. Oktober 1992 sein Bundesliga-Debüt, als ihn Dragoslav Stepanovic in der Schlussphase gegen den VfB Stuttgart einwechselte. „Das war ein großes Erlebnis für mich", erinnert sich der Bochumer Coach zurück: „Zwischen all den Stars war ich damals natürlich ein kleines Licht und hatte nicht viel zu melden. Aber ich konnte immerhin von einigen ganz großen Spielern lernen und habe aus dieser Zeit eine Menge mitgenommen“, so Reis rückblickend. Insgesamt 95-mal spielte Reis für die Eintracht. Zunächst in der Jugend, dann bei den Profis. In 16 Bundesliga-Spielen erzielte er zwei Tore. 2008 beendete der heutige VfL-Trainer bei Waldhof Mannheim seine aktive Karriere.

Seit zwei Jahren steht er an der Seitenlinie des VfL Bochum. Durch den jüngsten 1:0-Sieg gegen Greuther Fürth kletterte seine Mannschaft auf Rang 15 der Tabelle und steht damit vor dem neunten Spieltag direkt hinter der Eintracht. Nach dem Spiel gegen Fürth sagte er: „Alle durften sich freuen, die Mannschaft hat die Drucksituation gut gelöst. Aber jetzt gilt der Fokus Frankfurt. Wir dürfen keinen Schritt weniger machen.“ Von seinem Team fordert er mehr Mut im Abschluss, auch aus größerer Distanz: “Bei uns artet es häufig in Schönspielerei aus, immer noch mal den Ball querzulegen und abzuspielen, statt einfach mal abzuziehen. Eduard Löwen, Sebastian Polter, Danny Blum, die könnten sich ruhig mal ein Herz fassen und in manchen Situationen etwas egoistischer sein“, findet Reis.

Vier Tore gelangen Danny Blum in insgesamt 24 Spielen für die Eintracht.

Apropos Danny Blum: Auch der Flügelspieler hat eine Eintracht-Vergangenheit und ist DFB-Pokalsieger 2018. Zwei Jahre zuvor kam der Linksfuß aus Nürnberg an den Main, brachte es dort in 24 Spielen auf vier Tore und zwei Vorlagen. Nach längerer Verletzungspause kommt er nach Angaben seines Trainers immer besser in Form. „Er hat sehr lange gebraucht, um wieder richtig auf Touren zu kommen. Aber jetzt ist Danny wieder in einer richtig guten Verfassung", bestätigt Reis. Ob Blum gegen seine Ex-Kollegen von Beginn an ran darf, ließ der Trainer unter der Woche noch offen. Sicher aber ist: Sollte er gegen die Eintracht spielen, trifft er auf eine hochmotivierte Mannschaft. Die Eintracht will schließlich mit breiter Brust auftreten und den Schwung aus der Europa League mitnehmen.

Zum Spiel

Anstoß: Sonntag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, 9. Spieltag, Bundesliga, 2021/22.
Stadion: Vonovia Ruhrstadion, Bochum.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 19.20 Uhr mit Chris Damm und Marc Hindelang live. Die Sehbehindertenreportage gibt es hier.
TV-Hinweis: DAZN überträgt ab 19 Uhr live.

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