17.01.2022
Team

Gute Wahl

Am Sonntag wurde Diant Ramaj schlagartig zum Dreifachdebütanten. Die unverhoffte Premiere gelang – und alle Beteiligten dürfen sich in ihren Einschätzungen bestätigt sehen.

Diant Ramaj hatte gerade seine ersten zehn Profiminuten auf dem Buckel, als er erstmals unter Beweis stellte, was er selbst nach Bekanntgabe seiner Verpflichtung im vergangenen Mai kundgetan hatte: „Die Eintracht bekommt einen sehr selbstbewussten Torhüter.“ Gedankenschnell eilte er in Augsburg gegen den durchgebrochenen Ricardo Pepi heraus, verkürzte den Winkel, der Angreifer zielte daneben. Dass dem eine Abseitsposition vorausgegangen war: Vernachlässigbar.

Beim Eins-gegen-eins ist es wichtig, entweder hinten zu bleiben oder voll draufzustürmen.

Diant Ramaj

Nicht so in der zweiten Minute der Nachspielzeit, als der 1,89-Mann gleichermaßen gegen Florian Niederlechner zur Stelle war, was Oliver Glasner am Sonntagabend als „Big Safe“ herausstellte, um das schlussendliche 1:1 nach Hause zu bringen. „Beim Eins-gegen-eins ist es wichtig, entweder hinten zu bleiben oder voll draufzustürmen, damit der Stürmer keine Zeit hat. In diesem Fall war es perfekt, dass ich sofort rausgegangen bin“, schilderte der Retter nach dem Auslaufen am Montag gegenüber EintrachtTV.

„Er hat bei den vielen Flanken Sicherheit ausgestrahlt und am Ende dem Team mit seiner Parade helfen können. Er kann mit sich zufrieden sein“, sah auch Jan Zimmermann den nächsten wichtigen Schritt genommen. Und vor allem den richtigen angesichts Ramajs Werdegang. „In der Jugend war ich Außenstürmer, wie Filip Kostic jetzt. Irgendwann bin ich aber ins Tor“, verriet der gebürtige Stuttgarter im November im Klubmagazin „Eintracht vom Main“.

Ob der Juniorennationalspieler den Serben in gleichem Maße vertreten hätte wie den ebenfalls Corona-bedingt ausgefallenen Kevin Trapp, sei dahingestellt. Die fußballerischen Fertigkeiten, die Ramaj erstmals auf der Bundesligabühne aufblitzen lassen ließ, sind vor der Grund- nicht weniger wertvoll als an der Außenlinie. „Diant Ramaj hat sehr gut mitgespielt“, bemerkte entsprechend Cheftrainer Glasner. 51 Ballkontakte neben drei abwehrten Schüssen untermauern diese Einschätzung. Von 35 Pässen kamen 24 an, also 69 Prozent.

Jüngster Bundesligatorwart der Saison

Keine Frage, den Ankündigungen im Juli, als der Neuzugang betonte, die vorgegebene Philosophie, „selbstbewusst aufzutreten und immer anspielbar zu sein, gefällt mir“, waren keine leeren Worthülsen. Genauso wenig wie die Meinung von Zimmermann, „man hat ihm nie angemerkt, dass es sein erstes Bundesligaspiel ist.“ Was umso bemerkenswerter ist, weil der letzte Auftritt der Nummer 40 vom 8. März 2020 datierte, damals noch im Trikot der U19 des 1. FC Heidenheim 1846. 1:2 hieß es am Ende gegen den SC Freiburg, beide Vorlagen gab Noah Weißhaupt, der beim Sport-Club ebenso in dieser Saison seine ersten Minuten im Oberhaus sammelt.

Torwarttrainer Jan Zimmermann und Debütant Diant Ramaj kurz nach dem Spiel in Augsburg.

Eines hat Ramaj seinen 2001er-Jahrgangsgenossen voraus: Er ist mit 20 Jahren, drei Monaten und 28 Tagen der jüngste eingesetzte Keeper dieser Bundesligasaison. Lehrmeister Zimbo war bei seiner Erstligapremiere übrigens nur unwesentlich älter, als er am 24. September 2005 mit 20 Jahren, fünf Monaten und fünf Tagen eine 0:1-Niederlage in Wolfsburg hinnehmen musste. Ausgerechnet sein Gegenüber Simon Jentzsch gab den Assist zum Gegentor des Tages...

Klare Rollenverteilung

Dass Ramaj alles andere als unvorbereitet ins kalte Wasser gesprungen ist, darf er auch seinem eigenen Arbeitsethos anrechnen. „Er ist sehr ehrgeizig, professionell und hat sich etwa fünf Kilogramm Muskelmasse antrainiert“, erklärte Coach Glasner Mitte Dezember und nannte im gleichen Atemzug die Bedeutung von „Jens Grahl als Routinier, der Diant Ratschläge gibt.“ Zugleich dürfen sich die Verantwortlichen in ihrer im August getätigten klaren internen wie externen Kommunikation bestätigt sehen: „Kevin ist die Nummer eins, Diant wird auf der Bank sitzen. Jens unterstützt sie und wird immer da sein, wenn wir ihn brauchen. Dies ist eine super Konstellation für Diant“, der mit Grahl nicht nur die Vorliebe für die Muckibude teilt, sondern auch in der Kabine neben dem schwäbischen Gleichgesinnten sitzt.

Der sendete kurz nach dem Schlusspfiff via Instagram sogleich die ersten Glückwünsche: „Super Debüt, Brudi. Bin stolz auf dich.“ Lob, das der Dreifachdebütant – Eintracht, Bundesliga, Profibereich – gerne annimmt, sich aber nicht darauf ausruht. Gerade mit der obligatorischen Analyse im Torwartteam konfrontiert, berichtete er: „Es gab sicher ein paar gute Aktionen, aber auch ein paar, an denen ich arbeiten muss. Die haben wir angesprochen, daran werden wir arbeiten.“

Welche das sind, wie Ramaj die Szene vor dem Gegentor sieht und was ihm Trapp geschrieben hat, erfahrt ihr exklusiv auf EintrachtTV:

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