Eintracht-Trainer Armin Veh nahm im Vergleich zum Europa League-Sieg in Bordeaux drei Änderungen in der Startaufstellung vor. Für Rode, der kurzfristig ausfiel, Kempf und Joselu rückten Lanig, Schröck und Inui ins Team. Lanig übernahm die Position an der Seite von Schwegler im defensiven Mittelfeld, Flum ging dafür in die Innenverteidigung. Inui und Schröck spielten auf den Außenpositionen links und rechts. Die SGE agierte damit im klassischen 4-2-3-1-System mit Kadlec als einziger Spitze.
Die stark ersatzgeschwächte Eintracht – neben Rode fehlten Anderson, Russ, Celozzi, Meier, Aigner und Stendera – begann druckvoll, erarbeitete sich früh einen Eckball und kam in den Anfangsminuten dem Tor von Hannover einige Male nahe. Hochkarätige Torchancen sprangen bei den ersten Angriffsbemühungen der Hessen allerdings nicht heraus.
In der 9. Minute waren die Hausherren das erste Mal gefährlich vor Trapps Kasten. Erst konnte ein Schuss von Andreasen, der heute als Kapitän von Hannover auflief, zur Ecke geblockt werden. Diese köpfte Marcelo nur knapp neben das Tor. Auch eine zweite Ecke der 96er brachte Gefahr für das Eintracht-Tor. Allerdings unterband Schiedsrichter Perl ein zu hartes Einsteigen eines Hannoveraners. Die Gastgeber waren inzwischen besser im Spiel, hatten in dieser Phase der Partie leichtes Übergewicht, wenngleich ein Freistoß aus dem linken Halbfeld nichts einbrachte (12.). Gleiches galt für eine Standard-Situation aus dem rechten Halbfeld nur drei Minuten später.
Auf der anderen Seite versuchte die Eintracht mit zwei Eckbällen Torgefahr zu kreieren. Beide Standards brachten jedoch am Ende nichts ein (19.). Drei Minuten später spielten sich die Hessen über Jung in den Strafraum vor, letztlich scheiterte Kadlec aber beim Abschluss-Versuch. Leider gelangen den Gästen zu wenige gute Spielzüge dieser Art.
Hannover erzielt das 1:0
Und so kam es, wie es kommen musste: In der 25. Minute ging Hannover in Führung. Prib brachte eine Flanke von der linken Seite in den Strafraum. Dort lauerte Diouf an der Fünfmeterraumgrenze, stieg zum Kopfball hoch und versenkte den Ball für Trapp unhaltbar im Netz – 0:1 aus Eintracht-Sicht. Nur kurz später zappelte der Ball wieder im Kasten der Gäste, Sobiech hatte Trapp mit einem Fernschuss überwunden. Allerdings verwehrte Schiedsrichter Perl dem Treffer die Anerkennung, weil Sobiech bei dem vorhergehenden Abschlag von Zieler im Abseits gestanden hatte.
Hannover blieb allerdings am Drücker und konnte immer wieder durch Standardsituationen Torgefahr heraufbeschwören. In der 32. Minute verpasste der im Strafraum freistehende Andreasen einen Freistoß aus dem linken Halbfeld. Frankfurt kam weiterhin nicht recht zur Entfaltung. In der 36. Minute setzte Andreasen einen Freistoß aus etwa 30 Metern in die Mauer.
Eine Minute später hatte sich Inui – unterstützt von dem seine Position verlassenden Schröck – auf der linken Seite durchgesetzt und auf Barnetta zurück gepasst, der den Ball jedoch nicht gut traf. Nachdem Lanig eine Flanke nicht mit Druck aufs Tor bringen konnte, knallte Andreasen auf der anderen Seite einen Schuss aus etwa 25 Metern nur knapp am Tor vorbei. (39.).
In der 40. Minute wäre der SGE beinahe der Ausgleich gelungen. Nach einer Eintracht-Ecke kam der Ball über Lanig zu dem am Fünfmeterraum lauernden Kadlec, der sich schnell drehte und abzog. Prib konnte den Schuss jedoch leider blocken. Es war die wohl beste Chance der Frankfurter im ersten Durchgang. Nach einer Jung-Flanke bekam die Eintracht kurz vor der Pause noch einen Eckball zugesprochen. Schröck misslang in Bedrängnis jedoch der Abschluss (45.). Kurz danach legte Inui für Schwegler auf. Der SGE-Kapitän zog sofort ab, fand in Zieler jedoch seinen Meister. Anschließend war Pause.
In der Halbzeitpause nahm Armin Veh einen Wechsel vor. Für Schröck brachte er Joselu, der sich zu Kadlec in den Sturm gesellte. Die Eintracht agierte fortan im 4-4-2-System mit Raute. Die Hannoveraner schickten Andreasen in der 47. Minute steil, Zambrano konnte den Dänen jedoch stoppen, indem er ihn kraftvoll abdrängte. Zwei Minuten später gelang es den Hausherren, einen Fernschuss von Inui zu blocken.
Lanig sieht Gelb-Rot, Eintracht erhält keinen Elfmeter
In der 57. Minute erfolgte nach dem Gegentor der nächste Rückschlag für die SGE: Martin Lanig sah die Gelb-Rote Karte. Nachdem Lanig zuvor – in der 42. Minute – nach einem Ellbogeneinsatz Gelb gesehen hatte, schickte Schiedsrichter Perl den Eintracht-Mittelfeldspieler nach einer Grätsche im Duell um den Ball mit der zweiten Gelben Karte vom Feld. Es war eine harte Entscheidung, die Eintracht musste mit nur noch zehn Mann weiterspielen.
Armin Veh reagierte auf die neue Situation, indem er Bakalorz für Inui brachte (64.). Kurz danach setzte Huszti einen Freistoß aus 25 Metern knapp am Tor vorbei. Danach kam es zu großer Aufregung auf dem Spielfeld: Schwegler wurde von Sakai im gegnerischen Strafraum von hinten geschoben und kam zu Fall, die Pfeife von Schiedsrichter Perl blieb jedoch stumm – schon wieder eine Entscheidung zuungunsten der Eintracht, die man auch anders hätte treffen können (66.).
Huszti trifft zum 2:0
Doch es kam noch dicker für die Hessen. Direkt nach der Schwegler-Szene bekam Hannover einen Freistoß etwa 17 Meter vor dem Eintracht-Tor zugesprochen. Armin Veh, der noch mit der Elfmeter-Szene haderte, wurde von Schiedsrichter Perl auf die Tribüne geschickt. Unmittelbar danach schlenzte Huszti den Freistoß für Trapp unhaltbar in den Winkel – 0:2 aus Eintracht-Sicht (68.).
In der 73. Minute verließ Zambrano das Feld, für ihn kam Kempf. Die Eintracht versuchte in Unterzahl, Ordnung in die Partie zu bringen und zumindest noch den Anschlusstreffer zu erzielen. In der 78. Minute wäre Kadlec dies beinahe gelungen, er rutschte nur knapp an einem Steilpass vorbei. Vier Minuten später probierte es Jung mit einem Fernschuss, der jedoch am Tor von Zieler vorbeiflog. Die Eintracht hatte in den Schlussminuten sogar mehr Ballbesitz als Hannover, konnte jedoch keinen Treffer mehr erzielen.
Fazit
Eine stark ersatzgeschwächte Eintracht musste sich Hannover 96 auswärts mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Nachdem Hannover in der ersten Halbzeit das bessere Team war und verdient mit 1:0 in Führung ging, hatte die Eintracht im zweiten Durchgang viel Pech mit den Entscheidungen des Schiedsrichters. Die Gelb-Rote Karte gegen Martin Lanig in der 57. Minute erhitzte die Frankfurter Gemüter ebenso wie ein verweigerter Elfmeter.