06.10.2023
Bundesliga

„Hebel schnell umlegen“

Dino Toppmöller will mit einem Sieg in die Länderspielpause, sieht beim Gegner aus Heidenheim einen klaren Plan und zieht positive Schlüsse aus dem Europapokalabend.

Dino Toppmöller über …

… die Stimmung: Natürlich waren die Spieler enttäuscht und niedergeschlagen. Aber grundsätzlich ist es sehr wichtig zu sehen, dass wir viele Dinge gegen PAOK sehr gut gemacht haben; aber auch erkennen, was wir nicht gut gemacht haben. Das ist Sport. Mal bist du auf der Seite, wo du in der letzten Sekunde ein Spiel gewinnst oder ausgleichst, und am Donnerstagabend war es extrem bitter, weil es total unverdient war. Das hatte die Mannschaft, die sehr viel investiert hat, nicht verdient. Doch das gehört zu solch einem Prozess dazu, es wird uns stärker machen. Nun müssen wir den Hebel schnellst möglich umlegen und den Fokus komplett auf das Spiel gegen Heidenheim legen, um mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen.

… den Prozess: Wir müssen diese Wut in positive Energie umwandeln. Nicht nur Siege, sondern auch solche Momente können eine Truppe zusammenschweißen. Die Gruppe steht füreinander ein. Im ersten Moment ist es schwer zu verarbeiten, dass man solch ein Spiel verliert, aber wir ziehen auch viel Positives daraus. Wir haben ein tolles Auswärtsspiel mit vielen Abschlüssen gemacht, hatten den Gegner über 90 Minuten komplett im Griff – und das ist gegen PAOK nicht einfach.

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachhören

… Druck vor dem nächsten Spiel: Nein, das sehe ich nicht. Wir sehen, dass die Jungs extrem viel investieren und wir uns Woche für Woche in den Abläufen verbessern. Aus einer Fünferkette haben wir sehr stabil gestanden, gegen PAOK haben wir in einer Viererkette gespielt – und auch das war stabil. Wir werden das Pendel zu unseren Gunsten ausschlagen lassen.

… den nächsten Gegner 1. FC Heidenheim: Es ist eine tolle Leistung, was dort in den vergangenen Jahren entstanden ist. Mit dem Aufstieg wurde harte Arbeit belohnt. Sie scheinen in der Bundesliga angekommen, haben sieben Punkte gesammelt und am vergangenen Spieltag gegen eine Champions-League-Mannschaft zu Hause gewonnen. Es ist eine sehr homogene und laufstarke Mannschaft, die genau weiß, was sie zu tun hat – eine klare Idee, ein klarer Plan. Es wird für uns eine große Herausforderung, aber unser Anspruch ist ganz klar, das Spiel zu gewinnen.

… Heidenheims Jan-Niklas Beste: Er hat eine überragende Schusstechnik. Ein toller Spieler, der eine tolle Entwicklung genommen hat. Er hat sich bereits in der Zweiten Bundesliga behauptet und sich nun auch in der Ersten Liga einen Namen gemacht.

Wir stellen uns als Gruppe all den Herausforderungen und nehmen diese an.

Cheftrainer Dino Toppmöller

…die Flügelpositionen: Es waren vereinzelt gute Spiele dabei, aber bislang hat noch keiner konstant gut gespielt – das ist für das Offensivspiel nicht hilfreich. Wir im Trainerteam warten auf diesen Moment, dass sich ein Spieler festsetzt – sei es auch durch ein Tor oder ein Assist. Da müssen die Jungs an sich arbeiten.

… Omar Marmoush und Farès Chaibi: Für Omar hat es mich extrem gefreut, dass er solch ein tolles Tor gemacht hat. Er war aktiv, ist nachgegangen und der Abschluss war perfekt. Farès hat vorne sehr viel gearbeitet, mit Ball kann er nach vorne sicherlich noch besser spielen. Der Invest der beiden vorne hat mir sehr gut gefallen und man sieht auch, dass die Kommunikation der beiden untereinander inzwischen deutlich besser geworden ist.

… Jens Petter Hauge: Er war einer der Spieler gegen PAOK, die am meisten gelaufen sind und am meisten Meter pro Minute gemacht haben. Wir wissen, dass er dahingehend extrem stark ist – kann viel laufen und ist fußballerisch stark. Er kam immer wieder in gute Momente. Er hat eine gewisse Ruhe am Ball, ein gutes Passspiel und einen Zug nach vorne und kann zu einem raumübergreifenden Dribbling ansetzen. Er muss aber noch robuster werden, um sich mehr in direkten Duellen durchzusetzen. Auf seiner Leistung kann man aufbauen. Er hat sich gut eingebracht, es ist aber auch noch Luft nach oben.

… die Rotation: Die Spieler sollen wissen, dass sie durch gute Trainingsleistungen die Möglichkeit haben, in die Mannschaft zu rutschen. Natürlich ist die Leistung am Spieltag immer am höchsten anzusehen, aber nach Unentschieden oder Niederlagen hat ein Training auch nochmal eine andere Bedeutung. Offensiv haben wir nicht immer im selben System gespielt. So kommt es immer mal wieder zu Verschiebungen. Wir werden in naher Zukunft offensiv eine Formation haben, die die Spiele beginnt, aber aufgrund der Englischen Wochen gibt es keine richtige Stammelf.

… den Saisonstart: Er war nicht unbedingt steinig, aber es sind Herausforderungen dabei. Wichtig ist die Reaktion auf diese Momente. Gegen PAOK haben wir so viel investiert, standen am Ende aber mit leeren Händen da. Das ist Sport und es gilt, weiterzumachen. Wir stellen uns als Gruppe all den Herausforderungen und nehmen diese an. Wenn wir daraus gestärkt hervorgehen, können wir in Zukunft viele Spiele erfolgreich bestreiten.