Im Vergleich zum erfolgreichen DFB-Pokalauftritt in Koblenz nahm Cheftrainer Dino Toppmöller zwei Änderungen in der Anfangsformation vor: Arthur Theate, gegen Engers rotgesperrt, rückte auf die linke Abwehrseite, dafür nahm Niels Nkounkou auf der Bank Platz. Im Tor der SGE stand Michael Zetterer und feierte damit sein Debüt mit dem Adler auf der Brust. 59.500 Zuschauer waren im Deutsche Bank Park zu Gast, die im Sommer erhöhte Kapazität des Deutsche Bank Park wurde direkt voll ausgeschöpft.
Die Partie begann so, wie man es nach über drei Monaten ohne Bundesligafußball im Deutsche Bank Park erwarten konnte: Mit viel Tempo und zwei Mannschaften, die beide vorne draufgingen und sich dadurch auch Gelegenheiten erarbeiten. Bei der Eintracht resultierten die ersten Chancen jedoch aus ruhenden Bällen. Jonathan Burkardt traf nach einer von Rasmus Kristensen verlängerten Ecke den Pfosten (3.), Arthur Theate schoss aus dem Gewühl drüber (5.). Werder kämpfte sich zwar ins Spiel und zwang Zetterer zur ersten Parade (Freistoß Marco Grüll/13.), nach etwa einer Viertelstunde hatte die Eintracht die intensive Partie allerdings unter Kontrolle. In den nächsten 15 Minuten spielten sich 42 Prozent des Geschehens im Werder-Drittel ab.
2:0-Führung binnen 2:55 Minuten
Nachdem Burkardt noch die Führung aus kurzer Distanz verpasste (19.), legte die Eintracht binnen zwei Minuten und 55 Sekunden das 2:0 vor. Beide Male beteiligt war Can Uzun, der zunächst aus 19 Metern das Leder in den linken Winkel drosch (22.) und dann mit feinem Füßchen Jean-Mattéo Bahoya bediente. Der Franzose hatte keine Mühe mehr, aus vier Metern freistehend einzuköpfen (25.).
Bis zur Pause gab es zwar auch Phasen mit mehr Ballbesitz für die Gäste, es blieb aber ein dominanter Auftritt der Eintracht. Großartige Möglichkeiten waren jedoch Fehlanzeige – auf beiden Seiten, auch wenn Zetterer gegen Felix Agus Versuch aus 20 Metern nochmal abtauchen musste (40.).
Furioser Beginn nach der Pause
72 Sekunden dauerte es nach der Pause, bis erneut die Kombination Uzun-Bahoya zuschlug. Uzun wollte erst Burkardt bedienen, der jedoch geblockt wurde und das Leder landete wieder bei Uzun, der quer auf Bahoya legte. Der 20-Jährige blieb vor Backhaus cool und vollendete zum 3:0 (47.). Nur 85 Sekunden später verkürzte Justin Nijnmah mit einem Rechtsschuss im Strafraum auf Lynens Vorlage (49.). Offener Schlagabtausch in den Minuten nach der Halbzeit.
Dieser sollte sich nicht unbedingt fortsetzen. Zwar zeigten sich die Werderaner immer mal wieder im Strafraum der Gastgeber, strahlten dabei aber nicht die größte Gefahr aus. Nach den ersten Wechseln war es dann Joker Ansgar Knauff, der – gerade drei Minuten auf dem Platz – mit viel Speed über die linke Seite kam und ins lange Eck zum 4:1 abschloss (70.). Zwei Minuten danach zog Knauff nach innen, sein abgefälschter Versuch ging knapp über den Kasten. Knauff scheiterte später noch an Backhaus (89.).
In der Schlussphase ließ die Eintracht, jetzt auch mit Mario Götze, Oscar Højlund und Nathaniel Brown auf dem Platz, nichts mehr anbrennen und fuhr den Dreier zum Auftakt sicher nach Hause. Es war das erste Mal nach 32 Jahren, dass die Adlerträger vier Tore am ersten Spieltag schossen.