Herr Bruchhagen, wie hat Ümit Korkmaz die Diagnose Mittelfußbruch verdaut?
Er ist natürlich deprimiert. Er hatte sich nach seiner ersten Verletzung im Juli monatelang herangekämpft und jetzt das. Zudem hatte er heute Vormittag die Einladung für die Nationalmannschaft Österreichs erhalten. Zum Glück sind sein Bruder und seine Mutter hier in Frankfurt, sodass er jetzt nicht alleine ist. Und morgen kommt sein Berater nach Frankfurt.
Haben Sie solch eine Verletzungsmisere schon mal erlebt?
Verletzungen gehören leider zum Fußball dazu, aber in einer solchen Vielzahl wie bei uns im Moment habe ich das in der tat noch nicht erlebt. Unsere Situation ist sportlich wie personell prekär, da mache ich gar keinen Hehl draus.
Wie sieht nun das Krisenmanagement aus bei der Eintracht?
Wir treffen unsere Entscheidungen hier grundsätzlich nicht spontan, sondern überlegen alles ganz genau. Es wird auch jetzt keine Schnellschüsse geben. Wir bemühen uns um einen Angreifer, wobei wir aber auch auf die wirtschaftliche Machbarkeit achten müssen. Der Spieler muss zu uns passen. Aber wir werden als Manager bezeichnet und müssen nun auch so handeln, dass wir auch in dieser personellen Krise wohlüberlegte Entscheidungen treffen. Friedhelm Funkel, Bernd Hölzenbein, mein Vorstandskollege Dr. Pröckl und ich, wir sind schon einige Jahre in diesem Geschäft und sind jetzt als sportlich Verantwortliche gefragt, auch diese Situation zu bewältigen.
Welche Ursachen hat diese unglaubliche Verletzungsmisere ihrer Meinung nach?
Das ist einfach nur Pech. Diese Brüche und Knorpelschäden, all jenes, was jetzt auf uns eingeströmt ist, das ist einfach passiert. Eine genauere Analyse ist uns bisher nicht möglich gewesen.
Und am Samstag in Dortmund fehlt auch noch Patrick Ochs nach seiner fünften gelben Karte.
Ja, aber fehlende Spieler werden wir in den kommenden fünf, sechs Monaten immer wieder haben – sei es durch Sperren, oder Verletzungen. Damit müssen wir einfach leben. Zum Glück haben wir vor der Saison einen 26-Mann-Kader zusammengestellt und dabei vor allem die Anzahl der Mittelfeldspieler angehoben, sodass wir jetzt nicht gänzlich ohne personelle Alternativen dastehen. Aber wie gesagt, unsere Situation ist bedenklich und prekär.