29.10.2020
Eintracht

Hospitanz beim Paradebeispiel

In den vergangenen Wochen durfte Kim Kulig, Trainerin der zweiten Frauenmannschaft, Adi Hütter über die Schulter schauen. Dieser sieht sich dabei an seinen eigenen Werdegang erinnert.

Dass in dieser Saison häufiger ein Zopf auf den Trainingsplätzen des Deutsche Bank Park zu erblicken war, ist mittlerweile zur Gewohnheit zu geworden, seit Alex Meier regelmäßig die Einheiten der Lizenzspieler unter die Lupe nimmt. Zum Co-Trainer der U16 gesellte sich in den vergangenen zwei Wochen ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Eintracht-Familie: Kim Kulig, Cheftrainerin der zweiten Mannschaft der Eintracht Frauen.

Im Rahmen ihres Fußball-Lehrer-Lehrgangs, den die 30-Jährige seit Juni an der DFB-Akademie belegt, erhielt Kulig die Gelegenheit, ein Praktikum bei Adi Hütter zu absolvieren. Eine Chance, die der Chefcoach keineswegs pro Forma ermöglichte, sondern aus voller Überzeugung: „Ich möchte nicht, dass jemand bei einer Hospitation nur auf dem Platz steht und sich das Training anschaut, sondern von A bis Z mitbekommt, wie die Dinge zustande kommen und miteinander zusammenhängen und auf welches Ziel alle Überlegungen ausgerichtet sind.“

Hieß für Kulig fast täglich: Ankunft im Stadtwald um 8.30 Uhr, Besprechung mit dem Trainer- und Funktionsteam um 9 Uhr, anschließend die Theorie auf dem Rasen in der Praxis erleben. „Es war super interessant, die Abläufe kennenzulernen und auch zu sehen, wie Adi sich mit dem Funktionsteam und der Mannschaft bespricht“, schwärmt die gebürtige Herrenbergerin, die beispielsweise auch Einblicke in die Videoanalyse des Bundesligaspiels beim FC Bayern erhielt.

Abseits des Tagesgeschäfts nahm sich Hütter zudem ausführlich Zeit zu persönlichen Ratschlägen und der Beantwortung von Rückfragen. Und davon gab es einige, wie der Fußballlehrer bestätigt: „Kim ist selbst schon sehr weit, sehr engagiert, sympathisch und wissbegierig. Sie macht sich viele Gedanken.“ Die ehemalige deutsche Nationalspielerin sagt selbst: „Mir geht es darum, mich ständig weiterzuentwickeln. Ich probiere viel aus und muss mich ständig reflektieren, ob die Dinge funktionieren oder ich Anpassungen vornehmen muss.“

Für Hütter ist es am wichtigsten, „eine Struktur zu entwickeln und zu definieren, welchen Fußball ich sehen will. Auf dieser Basis muss ich überlegen, anhand welcher Übungen ich die Mannschaft dahin bringe. Dahinter steckt mit Übungsformen und Analyse viel Arbeit.“ Eindrücke, von denen Kulig, die in ihrer dritten Saison die zweite Mannschaft der Eintracht beziehungsweise zuvor des 1. FFC Frankfurt anleitet, gerne einfließen lässt: „Ich habe selbst nachmittags immer Training, es ist eine spannende Zeit mit viel Input und es lohnt sich, dabei zu sein! Ich denke Schritt für Schritt.“

Eine Devise, die bei Hütter Anklang findet, nicht zuletzt, weil der 50-Jährige sich im Werdegang Kuligs selbst zum Teil wiederfindet: „Kim war eine ausgezeichnete Spielerin und geht nun den Weg, den ich auch gegangen bin: Vom Spieler zum Trainer. Am Ende ist es aber vor allem entscheidend, seinen Weg zu gehen und authentisch zu bleiben. Denn nur so spüren die Spieler, dass sich das Gesagte auf dem Platz umsetzen lässt. Dazu gehört auch, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Wenn Kim das beherzigt, ist sie auf einem sehr guten Weg.“

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