12.09.2020
DFB-Pokal

„Ich will jetzt mal richtig Gas geben!“

Die siegreichen Adlerträger zeigen sich zufrieden, aber auch selbstkritisch. Gerade einer hat längst nicht genug.

Cheftrainer Adi Hütter: Es war ein schwieriges Spiel. Kompliment an 1860, sie haben es gut gemacht, uns vor Probleme gestellt und waren von Anfang an besser im Spiel. Spielerisch hatten wir unsere Momente. Wir sind ab und an über die Seite durchgekommen, aber selten in den gefährlichen Raum, weil der letzte Pass gefehlt hat. In der zweiten Halbzeit haben wir es am Anfang gut gespielt, zwei wunderschöne Tore erzielt und Ball und Gegner laufen lassen. Am Ende waren wir zu hektisch und 1860 hat nochmal alles nach vorne geworfen und uns Probleme bereitet. Beim Pokal geht es einfach darum, eine Runde weiterzukommen – das ist uns gelungen. Wir wissen, dass wir bei eigenem Ballbesitz nicht alles richtig gemacht haben. Die Freude über das Weiterkommen überwiegt in jedem Fall. Im Pokal bringt es nichts, schön zu spielen und dann auszuscheiden. Die erste Runde ist nicht immer einfach. Mir hat an 1860 gefallen, dass sie sich nicht versteckt und den Weg nach vorne gesucht haben. Dafür hatten sie mit Mölders einen starken Zielspieler, der die Bälle behaupten kann. Dadurch konnten die Mittelfeldspieler nachrücken. München ist wie erwartet bissig aufgetreten. Speziell in den ersten 15 Minuten haben wir es nicht geschafft, die Zweikämpfe so anzugehen, dass wir sie gewinnen.

Das Wichtigste ist, dass wir ruhig geblieben und weitergekommen sind. 1860 war gut drauf und wir noch nicht in Bestform.

Martin Hinteregger

Martin Hinteregger: Das Wichtigste ist, dass wir ruhig geblieben und weitergekommen sind. 1860 war gut drauf und wir noch nicht in Bestform. Wir haben nicht alles gut gemacht, aber ordentlich. Der Gegner hat alles reingehauen und uns das Leben so schwer wie möglich gemacht. Am Ende zählt der 2:1-Sieg. Sascha Mölders ist ein sehr cleverer Spieler, der sich richtig gut bewegt und stark antizipiert. Ihm fehlt mittlerweile zum Glück etwas die Schnelligkeit, sodass ich ihn öfters einholen konnte, sonst wäre es brenzlig geworden. Aber er weiß genau, wo er stehen muss, ganz stark.

Bas Dost: Gegen solch einen Gegner ist es immer hilfreich, nicht in Rückstand zu geraten, sonst wäre es noch schwerer geworden. Vor dem 1:0 hat Dominik einen guten Ball über die Verteidigung gespielt, den ich nur noch querlegen musste und André konnte das Tor machen. Das haben wir zu diesem Zeitpunkt gebraucht. Kurz darauf ist uns sogar das 2:0 gelungen. Ich finde es schade, dass wir danach nicht weitergemacht und nochmal Probleme bekommen haben. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison irgendwo auch logisch. Hauptsache wir sind weiter und können mit Rückenwind in die Bundesliga starten. André und ich spielen seit einem Jahr zusammen. Das Problem war nur, dass jeder von uns immer mal wieder verletzt oder krank ausgefallen ist. Aktuell sind wir gut drauf, wie wir heute bewiesen haben. Wir können zwar noch mehr zeigen, nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, uns gegenseitig die Tore aufzulegen. So wie 1860 München heute aufgetreten ist, sind sie für mich ein Prüfstein für die Aufgaben in der Bundesliga. Dafür wünsche ich mir, dass Verletzungen ausbleiben – ich will jetzt mal richtig Gas geben!

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