Mario, was hat dir beim 5:1-Sieg gegen Leverkusen am besten gefallen?
In erster Linie das Gesamtauftreten und dass wir nach dem 1:1-Ausgleich drangeblieben sind. Wir haben sofort eine Reaktion gezeigt und dann nachgelegt, um Ruhe ins Spiel zu bekommen. Das ist uns ganz gut gelungen.
War das schnelle 2:1 ein Schlüsselmoment?
Noch mehr ein Schlüsselmoment war für mich das 1:0 kurz vor der Pause. Es war sehr wichtig, nach den vielen Chancen, die wir uns erspielt haben, mit einer Führung in die Kabine zu gehen. Aber genauso wichtig war natürlich das 2:1 nach dem ärgerlichen 1:1. Denn normalerweise entstehen sonst Momente, in denen das Spiel kippen kann. Nichtsdestotrotz hatte man immer das Gefühl, dass wir wach sind und das Spiel gewinnen wollen und werden.
Die Kunst ist es, alle drei Tage über 90, 95 Minuten unser höchstes Level abzurufen – ob in der Champions League, Bundesliga oder DFB-Pokal.
Mario Götze
Woran machst du dieses Auftreten fest?
Es gab mehrere Situationen. Es spricht einfach für die Mannschaft und unsere Charaktere. Beispielsweise, dass Rafa am Ende das Tor von Lucas auflegt. Oder dass Kristijan nach dem Ausfall von Hase hinten aushilft, dafür Junior auf rechts spielt. Oder auch Lenzi, der das zweite Spiel von Anfang an gemacht hat und die Vorlage auf Kolo gegeben hat. Bei ihm gehört es auch dazu, an einem Tag, an dem es erstmal nicht so klappen will, dran zu bleiben. Er hat das Tor gemacht, das war wichtig für ihn als Stürmer.
Wie kann es gelingen, nach solch einem Festtag den Fokus auf einen vermeintlich kleinen Gegner wie die Stuttgarter Kickers aufrecht zu erhalten?
Wir müssen begreifen, um was es geht und dass jedes Spiel wichtig ist. Nur weil es gegen Leverkusen mit 5:1 so hervorragend geklappt hat, ist das nicht am Dienstag automatisch der Fall. Die Spielanlage wird eine andere sein, wir werden wahrscheinlich häufiger den Ball haben und weniger Räume hinter den Ketten vorfinden. Wir müssen das neue Verständnis annehmen, als Favorit in die Begegnung zu gehen und trotzdem die Ernsthaftigkeit bewahren. Es ist Pokal, es kann alles passieren. Bochum ist dafür ein Beispiel und eine Warnung. Die Kunst ist es, alle drei Tage über 90, 95 Minuten unser höchstes Level abzurufen – ob in der Champions League, Bundesliga oder DFB-Pokal.
Was erwartest du für einen Gegner?
Es wird nicht leicht. Sie sind Erster in ihrer Liga, haben ein gutes Torverhältnis, sind es gewohnt, den Ball zu haben und Spiele zu gewinnen. Die Kickers werden ihre Situationen nutzen wollen. Es wird, gerade auswärts und nach den Topspielen gegen Tottenham und Leverkusen, eine schwierige Aufgabe für uns. Der Gegner ist gefährlich, wir müssen wieder an unser Leistungslimit kommen – wie immer.