08.10.2020
Team

Kickboxender Knipser

Viel gibt Ragnar Ache nicht von sich preis, lässt es am liebsten auf dem Platz krachen. Doch Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Mit dem Fußballspielen begann Ragnar Ache ganz in der Nähe des Deutsche Bank Park. Ache wurde in Frankfurt am Main als Sohn einer ghanaischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Von der G- bis zur E-Jugend spielte er bei der SpVgg 03 Neu-Isenburg, ehe er im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie dem Ruf seines Stiefvaters Jaap Sneep, dem ehemaligen Teammanager von Sparta Rotterdam, in die Niederlande folgte. Nachdem er sich der Nachwuchsschmiede von Sparta anschloss, erhielt er bereits 2016 seinen ersten Profivertrag und feierte knapp ein Jahr später sein Debüt in der Eredivisie. Im November vergangenen Jahres erhielt er die erste Einladung zur U21-Nationalmannschaft. Im EM-Qualifikationsspiel in Freiburg gegen Belgien traf Ache nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:3-Endstand.

Ache ist nach eigener Aussage „schon immer Eintracht-Fan gewesen“, verfolgte während seiner Zeit in Rotterdam die Spiele der Eintracht im Fernsehen und hielt sich über Social Media auf dem Laufenden. Bereits ein Jahr vor seinem Wechsel äußert sich Ache dann öffentlich zur Eintracht: „Über einen Anruf von Herrn Bobic würde ich mich freuen.“ Kurze Zeit später stand der Wechsel des gebürtigen Frankfurters zur Saison 2020/21 in seine hessische Heimat fest. Sein leiblicher Vater lebt noch heute in Frankfurt und freut sich ebenfalls sehr über den Wechsel, wie Ache bei seiner Vorstellung berichtete: „Mein Vater sieht jeden Tag, was dieser Klub für die Stadt bedeutet. Er ist unfassbar stolz auf mich. Das macht mich sehr glücklich.“

Orientierungspunkt Dost

Auch Cheftrainer Adi Hütter sieht in dem kopfballstarken Offensivspieler einen großen Gewinn für die Eintracht: „Er ist ein besonderer Spielertyp, daher für unseren Kader sehr spannend. Ragnar bringt vieles mit und haut sich im Training richtig rein. Er ist schnell, dynamisch, hat richtig viel Speed und durch seinen Körperbau ist er auch im Zweikampf sehr robust. Vor dem Tor fehlt ihm noch etwas die Sicherheit. In jedem Fall ist er ein junger Spieler mit sehr viel Potential, den wir an unsere Spielweise heranführen. Das braucht natürlich etwas Zeit.“ Allzu lange musste Ache nicht auf seinen Einsatz warten, denn bereits Ende September feierte der Adlerträger sein Pflichtspieldebüt beim Auswärtssieg bei Hertha BSC.

Ragnar Ache feiert am zweiten Spieltag in Berlin sein Bundesligadebüt.

Besonderen Kontakt pflegt der Neuzugang mit Stürmerkollege Bas Dost. Dass er sich mit ihm auf Niederländisch unterhalten kann, vermittelt sicher ein wenig Heimatgefühl. Denn auch wenn Ache in Frankfurt geboren wurde, verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Rotterdam. Mit einem leichten Akzent spricht er gut Deutsch, in der niederländischen Sprache fühlt er sich jedoch noch sicherer. Nicht nur die Sprache verbindet die beiden Adlerträger, Ache sieht in ihm auch ein großes Vorbild: „Bas spielt schlau, von ihm kann ich viel lernen.“ Ebenso beeindruckt ist Dost vom Neuzugang: „Ragnar macht einen sehr guten Eindruck. Wie er die ersten Wochen angeht und wie viel er lernen will, ist beeindruckend. Ragnar hat viel Kraft und Schnelligkeit. Ich hoffe, er macht so weiter.“

Fokus aufs Sportliche

Der 1,87-Meter große Adlerträger konnte seine Zurückhaltung in den ersten Interviews nicht verbergen: „Ich bin ein bisschen nervös.“ Doch seine ehemaligen Kollegen von Sparta Rotterdam berichteten von Tänzchen, die Ache in der Mannschaftskabine aufgeführt hat. Ein Video von einem seiner Tänze kursiert im Internet. Schnell wird klar, dass Ache im kleinen Kreis aus sich herausgehen und ein richtiger Spaßvogel sein kann, mit dem es in der Kabine sicher nicht langweilig wird.

Seine zurückhaltende und fokussierte Art, für die ihn alle loben, wird auch in den sozialen Medien deutlich. Ache postet ab und zu ein privates Foto, auf dem sein Modebewusstsein deutlich wird, doch der Fokus liegt ganz klar auf dem Sportlichen. Denn der Frankfurter arbeitet hart und legt einige Extraschichten ein. Neben dem Fußball hat Ache das Kickboxen für sich entdeckt und sieht in der Einzelsportart einige Vorteile für seine Karriere: „Kickboxen ist ein Sport, den ich für mich betreibe. Wenn man müde wird, kann man nicht einfach aufhören zu kämpfen. Das hilft mir auch während eines Fußballspiels, wenn ich in der Lage bin, trotz Erschöpfung immer weiterzumachen.“ In Frankfurt ist er mit derlei Tugenden gewiss an der richtigen Adresse.

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