Deinen Sommerurlaub hast du mit Familie und Freunden ebenfalls in den USA verbracht, ihr wart in Kalifornien. Reist du allgemein gerne in die USA?
Ja, wir waren in Los Angeles, das ist noch gar nicht so lange her, vielleicht einen Monat. Nun bin ich schon wieder in den USA – diesmal beruflich. Das ist schon cool.
Bei einem Besuch in Lyon im vergangenen Jahr haben wir unter anderem mit deinem Bruder Ilyes und einigen Freunden von dir gesprochen. Sie haben mir erzählt, wie wichtig dir der enge Kontakt zu Familie und Freunden ist. Geben dir gemeinsame Reisen wie diese auch Kraft für die neuen Herausforderungen?
Ja, diese gemeinsame Zeit ist mir sehr, sehr wichtig. Nach jedem Training telefoniere ich mit meinem älteren Bruder Ilyes. Auch zu meiner Mutter habe ich sehr engen Kontakt. Wir haben eine gemeinsame Familiengruppe bei WhatsApp, dort sind wir alle ständig im Austausch – so kann ich auch meine Nichten regelmäßig sehen. Sie alle, meine ganze Familie, geben mir sehr viel Kraft.
Farès, 2024/25 standen für dich 38 Spiele zu Buche. Wie bewertest du deine Saison?
Es war für mich persönlich keine zufriedenstellende Saison. Ich möchte viel spielen, in meiner bisherigen Karriere habe ich nicht so häufig auf der Bank gesessen. Es war das erste Jahr, in dem ich eher eine Rolle in der zweiten Reihe innehatte, allerdings helfen mir auch solche Erfahrungen, denn ich habe sehr viel daraus gelernt. Ich werde alles geben, um wieder in vorderster Reihe dabei sein zu können. Betrachtet man die Saison als Team, war es natürlich eine großartige Saison.
Gerade zu Beginn der vergangenen Runde hattest du eine nicht ganz einfache Zeit. Wer oder was hat dir in dieser Phase am meisten geholfen?
Wie ich schon eingangs gesagt habe: vor allem meine Familie. Meine Mutter, Schwester und Brüder haben mich regelmäßig in Frankfurt besucht und sind wochenlang geblieben, um an meiner Seite zu sein und mich zu unterstützen. Ich bin meiner Familie sehr, sehr dankbar. Es gehört dazu, auch mal auf die Bank zu gehen, wenn es nicht gut läuft, das akzeptiere ich. Aber ich bin ein Wettkämpfer und will am liebsten immer zur Startelf gehören – diese Ambition habe ich. Entsprechend war diese Phase nicht ganz einfach für mich.
Wir haben gute Bedingungen und arbeiten hart.
Farès Chaibi
Gegen den FSV Frankfurt, Aston Villa und Louisville City hast du jeweils im Zentrum begonnen, zweimal an der Seite von Oscar Højlund und einmal von Hugo Larsson. Wie fühlst du dich im Zentrum?
Ich habe auf dieser Position bereits früher in meiner Karriere in Toulouse gespielt, allerdings nicht auf der Sechs, sondern mehr auf der Acht beziehungsweise Zehn. Eine etwas höhere Position im Mittelfeld liegt mir eher, denn dort komme ich öfter an den Ball.
Wie läuft es im Trainingslager?
Ich mag es hier, Louisville zum Beispiel ist eine vergleichsweise kleine, sehr nette Stadt. Aber wir kommen wirklich nur zum Trainieren und Arbeiten hier her – auf dem Platz sowie auch daran, ein gutes Umfeld für uns zu schaffen. Es ist sehr heiß, doch das tut uns gut, denn so zwingen wir unsere Körper, noch mehr zu arbeiten – wir kommen in den roten Bereich. Wir haben gute Bedingungen und arbeiten hart. Uns geht es gut!
Was gibt dir der Trainer mit auf den Weg? Wo sieht er dich im Spiel der Eintracht?
Der Trainer und ich sprechen häufig miteinander. Auch während des Urlaubs hat er mich angerufen. Wir gehen in unsere dritte gemeinsame Saison, das ist super. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm, auch weil er ein Trainer ist, der viel mit uns Spielern redet. Im Zentrum fühle ich mich auf dem Platz noch wohler, und der Trainer tut viel, um mich in die Position zu bringen, in der ich dem Team am besten helfen kann.
Welche Erwartungen hast du an die neue Saison?
Ich habe große Ambitionen und werde mein Beste geben, denke aber dahingehend nicht in den Kategorien „Wie viele Tore, wie viele Assists“. Ich werde einfach versuchen, meine bestmögliche Saison zu spielen. Wir alle wollen unsere Fans stolz machen.
Champions League, das ist verrückt.
Farès Chaibi
Wie gut kennst du die Champions-League-Hymne?
Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung! In Toulouse haben wir nicht international gespielt. In meinem ersten Jahr in Frankfurt waren wir in der UEFA Conference League dabei, in der Saison darauf in der Europa League – und nun in der Champions League. Champions League, das ist verrückt. Ich kann es immer noch kaum glauben und kann es nicht abwarten, endlich diese schöne Hymne, die ich kenne, seit ich klein bin, im Deutsche Bank Park zu hören.
Welchem deiner Mitspieler traust du in diesem Jahr den großen Durchbruch zu?
Da gibt es einige Kandidaten, wir haben allgemein sehr viel Talent in unserer Mannschaft. Wenn ich jemand wählen müsste, so würde ich Jean-Mattéo Bahoya, Aurèle Amenda, Oscar Højlund oder Elye Wahi nennen. Aber wie bereits gesagt, wir haben so viele hochtalentierte junge Spieler in unseren Reihen. Und ich hoffe, dass wir gemeinsam eine gute Saison spielen werden.