05.08.2022
Bundesliga

„Knallhart bestraft“

Sportvorstand Krösche, Cheftrainer Glasner und Kapitän Rode gehen selbstkritisch mit der Leistung beim 1:6 gegen die Bayern um. Die Stimmen zum Spiel.

Sportvorstand Markus Krösche: Wir waren in der ersten Halbzeit viel zu naiv, haben zu einfache Gegentore bekommen und nach dem 0:2 den Faden verloren. Die Abstände waren zu groß, wir haben schlecht verteidigt. Bayern hat das eiskalt ausgenutzt und hätte noch das eine oder andere Tor mehr machen können. Letztendlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Daraus müssen wir lernen. Ich werfe den Jungs nicht vor, dass sie nicht wollten, aber vielleicht wollten sie in gewissen Situationen zu viel. Dass wir unbedingt ein Tor machen wollen, ist okay, aber wir müssen dennoch in der Ordnung bleiben und dürfen nicht die Kontrolle verlieren. Es gibt ein paar taktische Regeln, die die Mannschaft einhalten muss. Wenn das nicht gelingt, wird man von einer Mannschaft wie Bayern München knallhart bestraft.

Cheftrainer Oliver Glasner: Ein verdienter Sieg für den FC Bayern. Nach dem 0:2 haben wir den Kopf verloren. Wir haben permanent versucht, Manuel Neuer unter Druck zu setzen. Bayern hat dann die Räume knallhart ausgenutzt und wir waren überfordert, haben keinen Zugriff gehabt und konnten gegen den One-Touch-Fußball nicht ankommen. Wir hatten auch Umschaltmomente, die wir aber nicht genutzt haben. Dazu zwei Chancen, mit denen hätten wir wieder ins Spiel finden können. In der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht, sind tiefer gestanden und haben dem Gegner weniger Raum gegeben. Die ersten fünf Tore sind über außen gefallen, als die Bayern Überzahl hergestellt haben. Das habe ich nach Magdeburg schon angesprochen. Am Mittwoch haben wir gegen einen ähnlich starken Gegner die Gelegenheit, es besser zu machen. Manchmal ist es ganz gut, gleich einen Nackenschlag zu bekommen, damit nicht jeder denkt, dass es so weiter geht wie vergangenes Jahr. Ich habe viel Leidenschaft gesehen, aber auch viel Naivität.

Sebastian Rode: Wir sind mit zwei Standards in Rückstand geraten, das ist bitter. Hätte Jesper seine Chance zum 1:2 genutzt, hätte uns das Auftrieb geben können. Bis zur Halbzeit haben wir keine Lösung gefunden, die Bayern zu verteidigen. Ihre Flexibilität und Schnelligkeit mit vielen Spielern, die über 34, 35 Kilometer pro Stunde sprinten können, war enorm. Sie hatten zu viel Platz, Hut ab vor ihrer Qualität. In der Pause hat der Trainer die richtigen Worte gefunden. Es war unser Ziel, die zweite Halbzeit nicht zu verlieren. Jetzt müssen wir diese Niederlage schon morgen gut aufarbeiten und richtig einordnen. Am Mittwoch werden wir in Helsinki ein anderes Gesicht zeigen.

Julian Nagelsmann (Cheftrainer FC Bayern München): Vor allem mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Wir haben mit viel Energie gespielt, unglaublich viel Power gezeigt wie in Leipzig. Wir waren sehr aktiv in der Kette, haben sehr gut nachgeschoben und dem Gegner wenig Luft gegeben. Wir waren vorne schnell und kombinationsstark. Wir haben Tore aus Ballbesitz, Standards und Umschaltmomenten erzielt. Frankfurt hat es uns in der zweiten Halbzeit schwerer gemacht und uns weniger Raum gegeben. Insgesamt haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Das größte Glücksgefühl für mich ist, dass man sieht, wie sich die Jungs freuen. Ein Sieg darf nie Normalität werden. Dieses Gefühl habe ich. Wenn wir so energetisch und mit dieser Spielfreude spielen, hat es jeder Gegner schwer.

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