14.05.2022
Bundesliga

Marschroute vorgegeben

Die Eintracht und Mainz liefern sich einen unterhaltsamen Schlagabtausch zum Abschluss der Bundesligasaison. Dabei zeigen die Adlerträger zwei Gesichter, aus denen sie Lehren ziehen können.

Einordnung des Spiels: Eine Halbzeit, zwei Gesichter

Von einer Generalprobe für das Europa-League-Finale gegen den Rangers FC am Mittwoch hatte Oliver Glasner bei der Pressekonferenz am Freitag gesprochen. Entsprechend stellte er seine Mannschaft auf, entsprechend erwartete er eine fokussierte Leistung seines Teams von der ersten Minute an. Doch seine Erwartungen sollten nicht eintreten, der Gastgeber aus Mainz war die deutlich agilere und gefährlichere Mannschaft. „Wir sind sehr schlecht reingekommen in die Partie, wir waren nicht aggressiv genug“, konstatierte Sportvorstand Markus Krösche.

Was sich mit dem Ausgleich durch Tuta nach Kostic-Freistoß schlagartig änderte. Die Eintracht zeigte ein vollkommen anderes Gesicht, ging durch Rafael Borré in Führung und hätte sogar ein drittes Tor nachlegen können. Eine Halbzeit, zwei vollkommen unterschiedliche Gesichter.

Der zweite Spielabschnitt war ausgeglichener, nach dem frühen Mainzer Ausgleich hatten beide Teams Chancen auf die Führung, die allerdings nicht fallen sollte. Ein Unentschieden, das so für beide Klubs zum Abschluss der Bundesligasaison in Ordnung geht.

Geschichte des Spiels: Generalprobe gelungen

Ist also die von Glasner erwähnte Generalprobe für das Spiel der Spiele gelungen? Ja, auch wenn – oder gerade weil – er schonungslos den Beginn des Spiels wie folgt analysierte: „Ich bin superfroh, dass wir dieses Spiel hatten. Denn die ersten 15, 20 Minuten waren grausam. Wir waren nicht bereit für intensiven Bundesligafußball.“

Die Erkenntnisse aus den verbliebenen 70 Minuten stimmten den Frankfurter Cheftrainer allerdings positiver. Neben den erzielten Toren war es vor allem eine Eigenschaft, die Glasner hervorheben wollte: „Mir hat gefallen, dass die Jungs sich gewehrt haben. Diese Charaktereigenschaft zeichnet uns über die gesamte Saison aus.“

Zahl des Spiels: 35,53

Schnellster Adlerträger der Saison: Almamy Toure.

Sich wehren und nicht aufgeben ist das Stichwort für die Zahl des Spiels. Jonathan Burkardt war scheinbar schon auf und davon, als er in der ersten Hälfte steil geschickt wurde. Doch von hinten raste Almamy Toure im Stile eines Hochgeschwindigkeitszuges an und nahm dem ebenfalls alles andere als langsamen FSV-Stürmer den Ball ab. 35,53 Kilometer pro Stunde und damit schnellster Adlerträger der Bundesligasaison stehen nach diesem Sprint zu Buche. Wer noch einen Beweis dafür benötigte, dass Toure in den entscheidenden Wochen körperlich voll da ist, dem lieferte er diesen eindrucksvoll.

Ausblick: Überzeugung, Wille, Fokus, aber auch Lockerheit

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel beantwortete Cheftrainer Glasner zahlreiche Fragen, die die versammelten Journalisten – aber auch alle Eintracht-Fans – vor dem Finale am Mittwoch brennend interessierten. Eine war der Gesundheitszustand von Evan Ndicka nach dessen Auswechslung: „Evan Ndicka hatte Blasen an den Füßen und deshalb Schmerzen, es ist also nichts Schlimmes passiert.“ Glasner äußerte sich zudem zu den Fortschritten, die Jesper Lindström nach seiner Oberschenkelverletzung macht: „Jesper hat individuell trainiert, alles läuft nach Plan. Morgen soll er Teile des Trainings mitmachen. Es wäre wichtig für ihn, zwei bis drei Tage Training zu haben, weil die Intensität am Mittwoch möglicherweise noch höher werden wird.“

Für die Spieler, die gegen Mainz die gesamten 90 Minuten abgerissen hatten, verordnete er für Sonntag und Montag Regeneration. „Wir haben alles im Kopf und Körper. Nun gilt es die Begeisterung und Spannung aufzubauen. Wir machen uns keine Gedanken um den Status des Spiels, sondern darum, was wir benötigen, um zu gewinnen. Totale Überzeugung, Wille, Fokus, aber auch eine gewisse Lockerheit.“

Die Marschroute ist vorgegeben.

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