Die Sonne schickte einige Ausläufer in den Deutsche Bank Park, auf dem Videowürfel prangte der 3:0-Endstand des Rhein-Main-Duells gegen den 1. FSV Mainz 05 für die Adlerträger, von den Rängen gab es Applaus – und überall lag Erleichterung in der Luft. Diese Stadionrunde tat gut, „viele lachende Gesichter, das ist immer schön zu sehen“, bekundete Eintracht-Torwart Kevin Trapp später.
„Ich bin froh, dass uns die Fans heute so unterstützt haben – gerade in schwierigen Zeiten, aber dafür haben sie ein sehr gutes Gespür. Die Fans haben gezeigt, dass es um Eintracht Frankfurt geht und sie uns unterstützen wollen“, notierte Sportvorstand Markus Krösche in die Notizblöcke.
Nach zuletzt zehn sieglosen Bundesligaspielen in Serie gelang gegen die Nullfünfer der Turnaround, und damit im Klassement der Sprung vorbei an den Rheinhessen. Ein Tabellenplatz, ein Schritt näher an Europa. Eine Serie endete damit am 32. Spieltag, zwei gingen indes weiter: Frankfurt blieb im neunten Bundesligaheimspiel in Folge ungeschlagen, hinzuaddieren lassen sich außerdem die Pokalspiele zu Hause gegen Darmstadt 98 und Union Berlin. Zudem traf die SGE in jedem ihrer vergangenen zwölf Partien im Stadtwald im Oberhaus.
Geschichte des Spiels: Schau, es geht doch…
Die letzte Heimniederlage mussten die Hessen am 29. Oktober 2022 hinnehmen, ein 1:2 gegen Dortmund. An dieses Spiel wird sich auch Daichi Kamada noch gut erinnern, in der 26. Minute traf der Japaner damals zum zwischenzeitlichen 1:1 – es sollte sein letzter Bundesligatreffer bis zum 13. Mai 2023 sein, eine Flaute von 18 Ligapartien endete gegen Mainz. Hatte Kamada im DFB-Pokalhalbfinale in Stuttgart den so wichtigen Führungstreffer erzielt, so verbuchte er am 32. Spieltag mit seinem achten Bundesligasaisontor den so wichtigen Dosenöffner. Vom Elfmeterpunkt, nachdem er den Strafstoß zuvor selbst rausgeholt hatte. „Vor dem Spiel werden zwei Schützen festgelegt, meistens Daichi und Kolo. Die sollen es das auf dem Platz untereinander ausmachen, und Daichi wollte wohl unbedingt schießen“, erläuterte Sebastian Rode später.
Beim 2:0 musste der Kapitän im Übrigen zweimal hinschauen. „Zuerst habe ich gedacht, der Ball sei irgendwo hinter dem Tor eingeschlagen“, so Rode scherzhaft, fasste dann aber kurz, prägnant und absolut treffend zusammen: „Ein unfassbares Tor!“ Ein Treffer, mit dem Aurélio Buta Erinnerungen an 1988 weckte, als Marco van Basten einen Schuss aus sehr ähnlicher Position in die Maschen wuchtete. Zum Zunge schnalzen. „Es blieb ihm nicht viel übrig, da im Zentrum noch niemand war“, kommentierte Krösche schmunzelnd die Entstehung des Treffers, der Tuta im Übrigen in dessen 74. Bundesligaspiel seine erste Vorlage bescherte. „Es war ein perfektes Tor, hoffentlich kann ich es diese Saison noch einmal wiederholen“, freute sich Buta. „Augen zu und drauf“, wie es Oliver Glasner beschrieb.
Zahl des Spiels: 0
Mit sehr wachen Augen agierte seine Mannschaft am Samstagnachmittag insbesondere auch in der Verteidigung. Als Kevin Trapp kurz vor Schlusspfiff gegen Karim Onisiwo parierte, war klar: die Null wird diesmal stehen. Erstmals in der Beletage seit dem 18. Februar. „Die drei haben es sehr gut gemacht“, sagte Glasner nachträglich über Tuta, Almamy Toure und Evan Ndicka. Die Dreierkette aus dem Europa-League-Finale sowie bis dato letztmals der Saisoneröffnung 2022/23 gegen den FC Bayern.
Mutig, konsequent, Ballgewinne durch stetiges nach vorne verteidigen und sich daraus ergebendes schnelles Umschalten sowie mit Rode und Djibril Sow zwei Sechser, die sowohl Lücken schlossen und durch Doppeln Gästestürmer Ludovic Ajorque aus dem Spiel nahmen, also auch mit dem Ball Situationen nach vorne lösten. In gelbem Trikot und mit Weißer Weste verließ Trapp, der nach gut einer Stunde mit einem bockstarken Reflex gegen den ehemaligen Adlerträger Danny da Costa geklärt hatte, am Samstag den Rasen – auch, weil „alle gemeinsam an einem Strang gezogen haben“, so Glasner.
Das schreiben die Medien
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Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Daichi Kamada mit einem verwandelten Foulelfmeter (18. Minute), Aurelio Buta mit einem Schuss der Marke „Tor des Monats“ (40.) sowie Randal Kolo Muani mit einem gewohnt energischen Abschluss (59.) sorgten für kollektive Erleichterung in den Reihen der Eintracht.“
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hessenschau: „Nach zuvor zehnlosen Spielen in Folge machten die Hessen von Beginn an klar, dass diese Negativserie gegen Mainz zu einem Ende kommen würde.“
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BILD: „Buta! Was für ein Ding! In Van-Basten-Manier haut der Frankfurter den Ball volley aus spitzem Winkel von rechts in den Winkel der kurzen Ecke. Irres Tor!“
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kicker: „Ansonsten verteidigte die SGE konzentriert und entlastete sich punktuell - souverän wurde die Führung verwaltet.“
Das sagt das Netz
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„Was ein tolles Gefühl endlich mal wieder gewonnen zu haben in der Liga. Man hatte das Gefühl alle wirkten ein wenig befreiter nach den ganzen letzen Wochen und den Umständen. Vielleicht nochmal ein nicht zu später Aufschwung?!🫶♥️🔥“ (@HSPLP)
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„Weiter so dann ist Europa über die Liga absolut möglich 🔥🦅“ (@lucasantoiemma1899)
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„Buta van Basten. #SGEM05“ (@lordofthewins)
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„Endlich mal ein Sieg am Samstag und das gegen Mainz.
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Starke und souveräne Leistung der Eintracht heute, gepaart mit dem Tor des Monats von Buta “ (@ Tommy Amir)
Ausblick: Noch zwei
Die Crunchtime der Saison nähert sich ihren finalen Kapiteln, in 180 Minuten wird in der Bundesliga das Rennen um die internationalen Plätze entschieden. Nach einem freien Montag beginnt für die Eintracht die Vorbereitung auf die Partie gegen den FC Schalke 04 – weiter im Tunnel, der nächste Halt heißt Gelsenkirchen. Mit frischem Selbstvertrauen.