12.10.2022
Europapokal

„Müssen die zwei Spiele gewinnen“

Markus Krösche, Oliver Glasner und Sebastian Rode analysieren die Niederlage in Tottenham und blicken auf die „enge Gruppe“, in der die Marschroute nun klar ist.

Sportvorstand Markus Krösche: Tottenham Hotspur ist eine richtig gute Mannschaft auf einem anderen Level, sie sind zwei Schritte weiter als wir. Sie haben mit hoher Geschwindigkeit verteidigt und waren zielstrebig in ihren Aktionen. Dazu kommt, dass du gewisse Dinge nicht verteidigen kannst. Wir sollten nicht den Fehler machen und uns mit Tottenham auf Augenhöhe zu sehen. Die Jungs, die reingekommen sind, haben das sehr gut gemacht. Die Reaktion nach dem Platzverweis zeichnet uns aus. Wir haben bis zum Schluss alles gegeben und auch in Unterzahl mutig nach vorne gespielt. Über 90 Minuten hat Tottenham verdient gewonnen. In der Gruppe ist alles offen. Wir müssen beide Spiele gewinnen.

Cheftrainer Oliver Glasner: Über die gesamten 90 Minuten geht der Sieg für Tottenham in Ordnung. Mit manchen Offensivaktionen von Tottenham waren wir überfordert. Die Tore haben wir kassiert, weil du dir gegen diese Weltklassespieler nichts erlauben darfst. Aber meine Mannschaft hat mich sehr beeindruckt mit vielen Sachen. Ich möchte, dass wir mit unserer Identität und Persönlichkeit spielen. Das haben wir gemacht. Wir haben das schnelle 1:0 erzielt mit tollem Angriffspressing und wir haben immer auf Sieg gespielt. Was die Jungs nach dem Platzverweis geleistet haben, ist unglaublich. Nach dem Viererwechsel haben wir mit einer sehr jungen Fünferkette gespielt, vier davon auf neuen Positionen. Dann kommen wir ran und haben Situationen für den Ausgleich. Das ist Eintracht-Frankfurt-Identität, das macht mich stolz und stimmt mich positiv für die gemeinsame Zukunft. Die Jungs haben alles reingeworfen. Ich werde der Mannschaft sagen, dass es wichtig ist, mit erhobenen Hauptes ins Bett zu gehen. Bei Makoto müssen wir abklären, was er sich genau zugezogen. Er hatte große Schmerzen. 

Die unglaublich hohe Qualität von Tottenham hat den Unterschied gemacht. Sie haben ihre Chancen gnadenlos genutzt.

Sebastian Rode

Sebastian Rode: Die unglaublich hohe Qualität von Tottenham hat den Unterschied gemacht. Sie haben ihre Chancen gnadenlos genutzt. Harry Kane hat es richtig gut gemacht und auch Son hat seine Qualität gezeigt. Wir haben versucht mutig zu sein und hoch zu pressen. Dennoch haben sie immer wieder Kane gefunden, der dann Son mit dessen enormem Tempo einsetzen konnte. Durch das hohe Anlaufen wollten wir unsere Stürmer so gut wie möglich unterstützen, Tottenham hat die Räume dahinter jedoch vor der Pause gnadenlos ausgenutzt. Die Gruppe ist sehr eng. Wir haben noch alle Chancen, dafür müssen wir aber die beiden letzten Spiele gewinnen.

Antonio Conte (Cheftrainer Tottenham Hotspur): Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, gut kombiniert, viele Chancen herausgespielt und drei Tore gemacht. Kevin Trapp war Eintrachts bester Spieler. Der negative Aspekt war der letzte Teil des Spiels. Das muss eine Lehre sein für alle, für die Spieler und für mich. Das Spiel ist zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Wir haben wohl gedanklich zu früh abgeschaltet, die Spieler und die Fans. Dann haben wir das Tor kassiert. Als wir den Elfmeter verschossen haben, hatte ich Bedenken, weil ich dachte: Jetzt kann alles passieren und es wird nochmal gefährlich. Zum Glück haben wir es über die Zeit gebracht. Der Sieg war sehr wichtig, denn jetzt haben wir alles in eigener Hand.