„Oh, das ist super schick!“ Als Malik Pimpong im Zuge seiner Unterschrift bei Eintracht Frankfurt das neue Heimtrikot in den Händen hält, lässt sich schwer erahnen, ob der zweite Sommerzugang nach Rückkehrer Noel Futkeu vom Arbeitsvertrag oder von der Arbeitsverkleidung verzückter war.
Vollkommen verzückt zeigte sich Pimpong allemal von seinem neuen Arbeitgeber. „Eintracht Frankfurt ist einer der größten Klubs Deutschlands. Ich freue mich sehr, vor diesen Fans zu spielen“, schwärmte der Angreifer in seinem ersten Interview mit EintrachtTV. Ob über kurz oder lang, mochte Timmo Hardung nicht zu hochhängen, wie der Sportdirektor am Dienstag erklärte: „Der Plan ist schon eher langfristig. Wir wissen, wo er herkommt. Er weiß das auch. Wir sind da immer sehr transparent und es gefällt uns, dass wir die gleiche Meinung haben wie der Spieler und sein Umfeld.“
Wesentlicher und bekanntester Bestandteil dieses Umfelds ist der Vater: Razak Pimpong, Nationalspieler, WM-Teilnehmer 2006, geboren in Accra, spielte fast bis zur Volljährigkeit für die Great Olympics und heuerte 2000 beim FC Midtjylland an. Der Klub, dessen Akademie in den vergangenen Jahren etwa Ousmane Diomande (heute Sporting Lissabon), Raphael Onyedika (FC Brügge), Joachim Andersen (FC Fulham), Gustav Isaksen (S.S. Lazio) oder Victor Torp (Coventry City) für die europäischen Topligen ausbildete. Der Klub, den Rasmus Kristensen sein Zuhause nennt. Der Klub, in dem Malik Pimpong das Fußballspielen lernte.
Pimpong gilt nicht nur nach eigener Aussage als schnell, körperlich und abschlussstark. Hardung gefallen „nicht nur die Tore, durch die er auf sich aufmerksam macht, sondern auch die Art und Weise, wie er spielt“, spricht von „sehr guten athletischen Voraussetzungen“, unter anderem mit seiner Körpergröße von 1,90 Meter. „Eine Erscheinung“, die wettbewerbsübergreifend für die U19 des FCM in 46 Partien 30 Tore erzielte und 2025 die dänische A-Jugend-Meisterschaft gewann. Vier Treffer gelangen ihm in der UEFA Youth League, darunter einer gegen die Altersgenossen des 1. FC Köln. Eine Entwicklung im Eiltempo, vergleichbar mit der Videosimulation EA FC. Pimpongs Lieblingsteam in Kindheitstagen an der Konsole: Eintracht Frankfurt.
Vom virtuellen zurück aufs analoge Spielfeld: Zu Jahresbeginn war Pimpong zwei Mal Teil des Profikaders in der UEFA Europa League, das Profidebüt soll wiederum in Frankfurt folgen. Etwas anders also als beim Vater, der diesen Schritt in Herning nahm und danach überwiegend in Nordeuropa am Ball blieb. Pimpong junior sucht sein Glück im Herzen von Europa und unterscheidet sich noch in einer anderen Facette vom Papa, der vorwiegend im rechten Mittelfeld oder als rechter Außenstürmer zum Einsatz kam, während Pimpong wahlweise im Sturmzentrum, aber auch auf dem linken Flügel zu überzeugen weiß.
Dass Anlagen gewiss nicht alles sind und der Vertrag mit Weitsicht auf fünf Jahre bis 2031 ausgelegt ist, hatte Hardung bereits in der Bekanntgabe verlauten lassen. Pimpong selbst betont: „Ich möchte hart arbeiten und mich hier beweisen.“ Am 13. Juli ist das erste Mannschaftstraining.
Gude Malik!

